Zaso bittet um kompostierbare Gestecke zum Totensonntag

Pößneck.  Der Zweckverband Abfallwirtschaft Saale-Orla (Zaso) hat eine umwelt- und kostenschonende Bitte an grabpflegende Angehörige sowie an Floristen.

Am Oberen Friedhof in Pößneck kann Grabschmuck getrennt entsorgt werden.

Am Oberen Friedhof in Pößneck kann Grabschmuck getrennt entsorgt werden.

Foto: Dominique Lattich

Der Zweckverband Abfallwirtschaft Saale-Orla (Zaso) hat eine Bitte an grabpflegende Angehörige sowie an Floristen. Es geht um den Totensonntag und damit verbunden um Grabschmuck, der den Verstorbenen zu Ehren auf den Gräbern hinterlassen wird. Im Vordergrund steht, dass Müll vermieden werden soll.

„In den Gestecken und Gebinden wird oft viel nicht kompostierbares Material verarbeitet, so dass der Schmuck nicht über die Grünabfälle entsorgt werden kann“, heißt es in der Mitteilung und weiter: „Die Unterlagen sind meist aus Schaumstoff, die Dekorationselemente zum Teil aus Kunststoff oder aus natürlichen Materialien, welche eingefärbt wurden. Die Entsorgung dieser Dinge muss über den Restmüll erfolgen.“

Entsorgung von Restmüll auf Friedhöfen kostet Stadt monatlich 50 bis 60 Euro

Wie der Pößnecker Ordnungsamtsleiter Andreas Blümel auf Nachfrage informiert, fällt der meiste Restmüll im Frühjahr an, wenn die Gräber abgeräumt und neue Blumen gepflanzt werden. Entsorgt werden die Reste über die Deponie, wohin die Stadt die Abfälle fährt. „Das kostet viel Geld“, räumt der Ordnungsamtsleiter ein. Während reiner Grünschnitt selbst kompostiert werden kann, kostet die Restmüll-Entsorgung monatlich um die 50 bis 60 Euro. „Bis August haben wir dafür etwa 500 Euro aufgebracht“, fasst Andreas Blümel grob zusammen.

Der Zweckverband Abfallwirtschaft Saale-Orla bittet: „Fragen Sie beim Floristen nach Gebinden und Grabschmuck aus natürlichen Materialien, die komplett kompostierbar sind. So vermeiden Sie Müll, der wirklich nicht entstehen muss.“

Für Floristen schwierig, Draht und Kunststoffe zu vermeiden

Mit den Produkten rund um die Grabpflege hat das Blumenhaus Fritzsche beispielsweise jüngst begonnen. Wie Geschäftsführer Burkhard Fritzsche mitteilt, sei es aber nicht einfach, diesem Wunsch nachzukommen. Witterungsbedingt muss alles stabil verarbeitet werden. „Es sind oft Teile dabei, die nicht kompostierbar sind“, sagt Burkhard Fritzsche. „Draht gehört zum Beispiel dazu“, sagt er und erklärt, dass damit vieles an Kränzen und Gestecken fixiert wird.

Während ein normaler Blumenstrauß mit Bast umwickelt werden kann, ist es auch möglich, bei der Grabpflege auf Einpflanzungs- und Tonschalen zu setzen, die wiederverwendet werden können. „So etwas machen wir auch oft“, erzählt Fritzsche. Beim klassischen Gesteck sei es aber schwierig, ohne Draht auf der Steckmasse zu arbeiten. Immerhin könne man sie aber auch wieder auseinandernehmen und den Draht abwickeln.

Auf dem Oberen Friedhof in Pößneck kann man die getrennten Gestecke auch gleich getrennt entsorgen, denn neben dem Korb für natürliche Reste, die von Gräbern entfernt wurden, steht ein Korb direkt beschriftet mit „Nicht kompostierbare Abfälle“.