Heiderundweg im Pößnecker Stadtwald wird aufgefrischt

Pößneck.  Dreijähriges Projekt für Wanderwegspflege im Pößnecker Stadtwald ist angelaufen. Was auf der Agenda steht? Wir waren vor Ort.

Der Heiderundweg durch den Pößnecker Stadtwald ist am gelben Punkt im weißen Quadrat zu erkennen. Franziska Höhn von der Landvolkbildung Thüringen sowie Katharina Zoller und Julia Dünkel (v. l.) von der Stadt Pößneck empfehlen die gut vierzehn Kilometer lange Strecke wärmstens.

Der Heiderundweg durch den Pößnecker Stadtwald ist am gelben Punkt im weißen Quadrat zu erkennen. Franziska Höhn von der Landvolkbildung Thüringen sowie Katharina Zoller und Julia Dünkel (v. l.) von der Stadt Pößneck empfehlen die gut vierzehn Kilometer lange Strecke wärmstens.

Foto: Marius Koity

„Vorsicht, Schnecke!“, ruft Thomas Müller. Während man mitten im Pößnecker Stadtwald noch überlegt, wem die Warnung eigentlich gilt, löst er schon ein kaum wahrnehmbares Kriechtier vom Boden des Forstweges, um es außerhalb der Gefahrenzone abzusetzen.

Nachdem vor ein paar Tagen ein Bild von ihm in der OTZ stand, das ihn beim Leeren eines Papierkorbs in der Griebse zeigt, werde er schon mal mit „Müllpolizei“ angesprochen, sagt Müller. Er fasst seinen neuen Spitznamen als Anerkennung seiner Arbeit auf. Und rechnet damit, dass „Waldpolizei“ nun hinzukomme. Sieht er doch mit seinen Kollegen aus einem städtischen Arbeitsgelegenheitsprojekt auch im Stadtwald nach dem Rechten.

Fünf Schutzhütten, drei Rehraufen, zwanzig Wegweiser und mehr

„Wir sind als Stadt Pößneck bestrebt, einige Wanderwege besonders zu pflegen, neu zu markieren, dauerhaft in einem guten Zustand zu erhalten“, berichtet Katharina Zoller. Seit dem Herbst des vergangenen Jahres ist es im städtischen Kulturamt ihre Aufgabe, den Tourismus anzukurbeln, und so wird jetzt im Stadtwald der 14,2 Kilometer lange Heiderundweg in einen ansprechenderen Zustand gebracht.

„Wir schneiden die Wege frei, räumen Äste weg, kümmern uns, wenn etwas fehlt“, so Müller, der gemeinsam mit Detlef Göring und Uwe Kaul im Stadtwald wirkt. Es gelte auch, ausgewaschene Pfade wieder begehbar zu machen oder Sitzbänke instandzusetzen, ergänzt Zoller.

Fünf Schutzhütten, drei Rehraufen, zwanzig Wegweiser – entlang des Heiderundweges gibt es nicht weniger als 55 Inventarobjekte, welchen besonderes Augenmerk geschenkt wird. Und nachdem die drei Männer den Drei-Kilometer-Rundweg in der Griebse binnen drei Wochen „sehr schön hergerichtet“ und damit quasi ein Meisterstück abgeliefert hätten, ist Zoller zuversichtlich, dass schnell auch im Stadtwald die grundlegende Infrastruktur aufgefrischt sein wird.

Möglich sei das dank der Landvolkbildung Thüringen (LVBT), erläutert Kulturamtsleiterin Julia Dünkel. Der gemeinnützige Bildungsträger habe sich um die Finanzierung des dreijährigen Wegepflege-Arbeitsgelegenheitsprojektes durch die Agentur für Arbeit gekümmert. Die Kosten der Stadt würden sich quasi auf Farbe, Nägel und Ersatzholz für schadhafte Stellen beschränken. Allen Beteiligten sei mit der Maßnahme geholfen, findet Franziska Höhn, LVBT-Außenstellenleiterin in Rudolstadt. Wie auch Dünkel und Zoller bescheinigt sie den drei zuvor arbeitslosen Männern im Alter von 57 und 58 Jahren, hochmotiviert und eigeninitiativ bei der Sache zu sein.

Er habe dem Jobcenter gesagt, dass er etwas an der frischen Luft tun wolle, „und es hat geklappt“, berichtet Kaul zufrieden. Seinen Beruf, nämlich Weber, gebe es gar nicht mehr, sagt der einstige Volltuchwerker. „Wir tun ja was für unsere Stadt und die Leute erkennen es an“, ergänzt Müller, ein alter Rotasymer. Er sei froh, nicht zu Hause sitzen zu müssen.

Den Rundweg lässt die Stadt nicht nur auf ihrer Seite, sondern gleich auch auf den Gebieten der Gemeinden Krölpa und Langenorla richten. „Den Gast interessieren Gemarkungsgrenzen nicht“, sagt Dünkel. Die Nachbarn seien erfreut über die Pößnecker Initiative.

Streckenverlauf und Schwierigkeitsgrad auf dem Smartphone

Gäste werde etwa über die kostenfreie App „Outdooractive“ in den Stadtwald gelockt, so Zoller. Neben dem Heide- seien auch der Griebsen- und der Altenburgrundweg mit Streckenverlauf, Schwierigkeitsgrad und Sonstigem zum Abruf hinterlegt. Die Pößnecker Routen seien bislang ohne große Werbung in zweistelliger Zahl heruntergeladen worden, es gebe auch schon die ersten Nutzerbewertungen.

Langfristig sollen die Belange des Heiderundwegs einem Wanderwegs-Paten anvertraut werden, resümiert Zoller. Auch einen ehrenamtlichen Wanderwegewart würde die Stadt ausbilden lassen, wenn sich jemand für diese Aufgabe finden würde. Interessierte erreichen sie beispielsweise per E-Mail an
katharina.zoller@poessneck.de