In den Pößnecker Werkstätten wird jetzt Autopflege angeboten

Pößneck.  Untergebracht ist der Arbeitsbereich in einem neuen Erweiterungsbau, dessen Umbau und Ausstattung 1,2 Millionen Euro kostete

Geleitet wird die Autopflege von Guido Meinusch, der mit Kai Niewadomski, Daniela Störtzer und Erik Zapf zusammenarbeiten wird (von links).

Geleitet wird die Autopflege von Guido Meinusch, der mit Kai Niewadomski, Daniela Störtzer und Erik Zapf zusammenarbeiten wird (von links).

Foto: Theresa Wahl

Die Pößnecker Werkstätten gGmbH der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Saale-Orla hat sich vergrößert. Am Freitagvormittag wurde der Erweiterungsbau der Einrichtung in der Augenseestraße im Gewerbegebiet in Pößneck-Ost eröffnet. Auf rund 600 Quadratmetern sind für drei Arbeitsgruppen neue und moderne Räume entstanden, in denen 20 Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung angeboten werden. In dem neuen Gebäude ist mit der Autoaufbereitung ein komplett neuer Arbeitsbereich entstanden. „Wir sind stark ausgerichtet auf die Metallverarbeitung. Mit dem neuen Arbeitsbereich wollten wir einfach mal was völlig anderes anbieten“, erklärte Axel Seiler, Werkstattleitung/Arbeitsvorbereitung bei den Pößnecker Werkstätten. In der Vorbereitung habe man sich in den Werkstätten in Zeulenroda und Jena, in denen bereits solche Autoaufbereitungen betrieben werden, umgeschaut und Anregung geholt. Anschließend habe man nach Interesse und Eignung Leute für diesen Arbeitsbereich ausgewählt. „Wir fangen mit drei Mann an“, informierte Guido Meinusch, gelernter Fahrzeugaufbereiter und Leiter der Autopflege in den Werkstätten. Angedacht sei jedoch, die Zahl der in diesem Bereich Beschäftigten auf sechs zu erhöhen. Termine in der Autoaufbereitung würden nach Anfrage vergeben. Die Preise für die Angebote liegen etwas unterhalb der am Markt üblichen.

In das neue Objekt wird zudem der Garten- und Landschaftsbereich der Werkstätten umziehen. In den kommenden Monaten werden zudem neue Fachkabinette zur intensiven und personenzentrierten Förderung für geistig behinderte und psychisch erkrankte Menschen eingebaut. Darüber hinaus entsteht ein Fachkabinett für den Metallbereich, um eine bessere berufliche Förderung in Theorie und Praxis zu ermöglichen. Auf diese Weise soll der Berufsbildungsbereich und damit auch die Vorbereitung auf den regulären Arbeitsmarkt deutlich verbessert werden.

Die Awo hatte das Gebäude, in dem früher der Natursteinhandel von Rainer Pankratz war, gekauft und aufwendig saniert. Rund 1,2 Millionen Euro kosteten Umbau und Ausstattung. Nach rund einem Jahr Bauzeit wurde der Erweiterungsbau am Freitag mit einer Feierstunde eröffnet. Unter den zahlreichen Gästen waren unter anderem Partnerwerkstätten, ebenso wie Landrat Thomas Fügmann (CDU) und Pößnecks Bürgermeister Michael Modde (parteilos). „Wir schaffen hier die Voraussetzung, das Angebot der Pößnecker Werkstätten wesentlich zu erweitern und zu verbessern“, sagte Jürgen Kraft, Vorstandsvorsitzender der Awo-Kreisverbandes Saale-Orla. Dies werde in einer Zeit getan, in der die Eingliederungshilfe politisch stark diskutiert und mit dem Wohn- und Teilhabegesetz stark umgebaut werde. „Auch Werkstätten stehen dabei oft in der Kritik, weil sie eben einen eigenen Arbeitsmarkt für Menschen mit einer Behinderung bilden. Ziel solle es vielmehr sein, alle Menschen in den regulären Arbeitsmarkt zu integrieren“, so Jürgen Kraft. Wie so oft in der Politik werde dabei allerdings sehr stark zugespitzt. „Und für meine Begriffe leider viel zu selten vernünftig differenziert“, betonte der Vorstandsvorsitzende. Natürlich gebe es Menschen mit Behinderung, die auch in der freien Wirtschaft arbeiten könnten. „Aber es gibt eben auch sehr viele – und das ist unsere jahrelange Erfahrung aus der Praxis –, bei denen das nicht so einfach geht“, sagte Jürgen Kraft. Durch den Umbau des Gebäudes in der Augenseestraße werde man dem Auftrag gerecht, Menschen mit Behinderung, die Anleitung, Tagesstruktur und Betreuung benötigen und die sie auf den freien Arbeitsmarkt nicht erhalten, eine Beschäftigung zu ermöglichen.

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