Jägerschaft Pößneck übergibt zwölf Absolventen die Jägerbriefe

Köthnitz/Pößneck  Das Jägerdasein erfordert Verantwortungsbewusstsein und Liebe zur Natur. Umso wichtiger ist eine gute Ausbildung

Angesichts von Wildschäden auf den Feldern und dem drohenden Unheil der Afrikanischen Schweinepest steht zum Beispiel die Bejagung des Schwarzwildes, sprich von Wildschweinen, für die Jäger im Saale-Orla-Kreis besonders im Vordergrund.

Foto: Gregor Fischer/dpa

Die Jägerschaft Pößneck hat am Wochenende den Absolventen ihres Jagdlehrgangs 2019 die Jägerbriefe übergeben. Das Zeremoniell fand in einer Gaststätte in Köthnitz in feierlichem Rahmen statt und stellte den Höhepunkt des Ausbildungsjahres der Jägerschaft dar. Für die zwölf Jungjäger endeten neun lernintensive und aufregende Monate und es beginnt ein Jägerleben, das von nicht wenigen Herausforderungen geprägt sein könnte. Denn ähnlich vielfältig und komplex, wie der Lernstoff im Lehrgang, kann sich das Aufgabenspektrum des engagierten Jägers ausnehmen.

133 Unterrichtsstunden, 144 Kannen Kaffee

Maria Pensold sprach zur Festveranstaltung die Dankesworte der Jungjäger und formulierte es wie folgt: „133 Unterrichtsstunden Theorie und 144 Kannen Kaffee später, mit Themen wie Schalenwild, Landnutzung, Umweltschutz, Jagd- und Waffenrecht, Waffentechnik und [...] Fleischhygiene [...], haben wir alle festgestellt, dass es nicht umsonst das Grüne Abitur heißt.“ 15 Teilnehmer hatte der Lehrgang, darunter fünf Frauen. Drei Prüflinge müssen die mündliche Prüfung wiederholen.

Die erste Vorsitzende der ­Jägerschaft Pößneck, Ilona Rahmelow, ist stolz auf das traditionsreiche Ausbildungsangebot ihres Vereins und die Bandbreite der vermittelten Kenntnisse. Das sei auch nötig, denn zur Jagd gehörten neben der waidgerechten Bejagung des Wildes zum Beispiel auch die Anstrengungen rund um den Naturschutz. „Der Naturschutzgedanke wirkt sich auf die Praxis aus. Wir unternehmen Pflanzaktionen oder bejagen das Raubwild“, führt Rahmelow die Rolle des Jägers im Ökosystem der Kulturlandschaft aus. Eine weitere große Aufgabe sei die Wildschadensminimierung auf dem Feld und im Forst.

Sie nennt ebenfalls die Afrikanische Schweinepest als Stichwort. Die Jäger sind in dieser Hinsicht angehalten, Wildschweine intensiv zu bejagen. Hier wird allerdings oft darauf hingewiesen, dass der Mensch – etwa durch das Wegwerfen von Essensresten auf Autobahnparkplätzen – wohl viel eher für die Ausbreitung der Seuche verantwortlich ist als die Wildschweindichte in Europa. Als letztes Beispiel nennt Rahmelow die teils aufwendige Vermarktung des gewonnenen Wildbrets. Die Hygieneauflagen seien streng, die Verarbeitung anspruchsvoll und nicht selten sei es heute aufgrund des hohen Aufkommens schwierig, das Fleisch zu vermarkten.

Maria Pensold lobte dankbar die „Hingabe und Begeisterung der Dozenten“ und Ilona Rahmelow sagt, ihr werde besonders der „Schießkrimi 2019“ in Erinnerung bleiben, denn in der Schießprüfung hätten im ersten von drei Versuchen diesmal so viele Anwärter gepatzt wie selten in den vergangenen 18 Jahren. Das könne bei der Aufregung schon passieren. Am Ende ging allerdings alles gut.

Der Jungjägerlehrgang 2019/2020 der Jägerschaft Pößneck beginnt im September 2019. Anmeldung bis 30. August möglich. Mehr Infos unter Telefon 03647/42 24 84 oder im Netz auf www.jaegerschaft-poessneck.de.

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