Jan Schilling ist der Pößnecker Bierkönig 2019

Pößneck  Der jungen Mann zog der Liebe wegen aus Saalfeld nach Pößneck. Erstmals durften und wollten auch Frauen beim Brauereifest Bierkönig werden.

Jan Schilling ist der Bierkönig 2019 der Pößnecker ­Rosenbrauerei, seine Freundin Anne Gentsch gratulierte mit Küsschen.

Jan Schilling ist der Bierkönig 2019 der Pößnecker ­Rosenbrauerei, seine Freundin Anne Gentsch gratulierte mit Küsschen.

Foto: Marius Koity

„Die Letzten werden die Ersten sein“ hört man im Alltag immer wieder. Jan Schilling aus Pößneck kann nun sagen, dass er das genauso erlebt hat. Am Samstag hatte er sich auf dem Brauereifest der Pößnecker Rosenbrauerei in allerletzter ­Minute auf die Liste für den Wettbewerb um den Titel des Bier­königs eintragen lassen. Am Ende war er der Sieger.

Eine Drittelliterflasche Helles mit einer Makkaroni austrinken, einen Zimmermannsnagel binnen Sekunden in einem Baumstamm versenken, beim Bier-Curling Augenmaß und Fingerspitzengefühl unter Beweis stellen – alles kein Problem für den 30-jährigen Industriemechaniker aus Saalfeld, der der Liebe wegen nach Pößneck zog. Freundin Anne Gentsch fieberte mit und gratulierte mit Küsschen. Vor einem Jahr war Jan Schilling noch Dritter, nun hat auch er die stattliche Krönungsurkunde, die in seiner Stube einen guten Platz finden soll.

Dabei war es dieses Mal überraschend schwer, Interessierte für den Spaßwettbewerb zu finden. Es gab Jahre, da konnte man sich vor Kandidaten kaum retten. Nun musste Moderator Hendrik Püschel drohen, auf den Knien durchs Festzelt zu rutschen, um Besucher für die Mitwirkung zu erweichen. In seiner Not schlug er Wettbewerbsleiter Alexander Hofmann vor, doch auch die reichlich anwesenden Damen zu fragen. Prompt meldeten sich drei Frauen für das letztlich 15-köpfige Teilnehmerfeld und eine schaffte es sogar in die zweite Runde.

Abseits des Festzeltes war man etwa bei Gastronom Roy Bode gut aufgehoben. Sogar Bürgermeister Michael Modde konnte seine Röstklöße empfehlen, die es mit Schwarzbierfleisch, Gorgonzolaspinat oder Gemüsecurry gab. Mancher schaue skeptisch, wenn er von Röstklößen lese, so Roy Bode. Wer dann probiert habe, sei begeistert. Die Röstklöße seien eine etwas vergessene, im Schatten von Bratwurst und Brätel stehende einheimische Spe­zialität – auf dem Brauereifest war sie erstmals zu genießen.

Mal etwas anderes waren auch die Fahrten in 50 Meter Höhe mit dem Krandienst Otto Fischer aus Neustadt. Kinder empfanden den Aufstieg in einer Kanzel als echtes Abenteuer und Erwachsene freuten sich, die Heimatstadt mal aus einer anderen Perspektive erkunden zu können. Das Angebot war sogar für Besucher aus Neustadt und Bad Lobenstein interessant. In kleinen Gruppen seien binnen weniger Stunden mehr als 200 Menschen oben gewesen, sagte David Kräske vom Kletterwald Koala Pößneck, der die Aktion sicherheitstechnisch betreute.

Unterm Strich war am Nachmittag weniger los als sonst. Am Abend sei es aber voll gewesen, so Rosenbrauerei-Chef Nico Wagner. Das Brauereifest auf einen Tag zu reduzieren, hält er für die richtige Entscheidung.

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