Klingendes Orlatal: Klassisches im neuen Gewand

Pößneck.  Klingendes Orlatal: Neue Töne aus Pößneck musiziert mit christlicher Botschaft

Matthias Creutzberg (rechts) und Thomas Hubich planen eine Liedauswahl für ein kommendes Konzert im Vereinsraum von Mittendrin in Pößneck.

Matthias Creutzberg (rechts) und Thomas Hubich planen eine Liedauswahl für ein kommendes Konzert im Vereinsraum von Mittendrin in Pößneck.

Foto: Marcus Cislak

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„Das ist schon geil, was man aus einem Laienchor so herausholen kann“, resümiert Matthias Creutzberg sichtlich stolz die erste und bislang einzige getätigte CD-Aufnahme zum Thema „Luther meets Pop“ des Pößnecker Ensembles „Neue Töne Pop(ular)“.

Creutzberg zieht die organisatorischen Fäden hinter der etwa 20-köpfigen Truppe, welche aus drei Abteilungen besteht: Combo, Chor und Pop(ular). Erstere leitet Markus Schwarz, zweitere André Jahn und bei Letzterem ist Thomas Hubich der Chef.

Die Studioaufnahmen bezeichnen beide Männer als Höhepunkt. 2018 enterten die Sänger und Musiker vom Pop(ular) die Sächsische Landesmusikakademie auf Schloss Colditz. „Es war extrem anstrengend. Wir betraten damit Neuland. Über drei Tage standen wir von 9 bis 23 Uhr im Studio“, erinnert sich Creutzberg, der Manager. Er findet, dass er gut mit der Aufnahme leben kann: „Das kann sich wirklich hören lassen“, sagt er mit einem Grinsen. Etwa 7000 Euro kostete das Experiment, aus welchem 1000 CDs hervorgingen.

Breites musikalisches Spektrum

Während Pop(ular) klassisches Liedgut mit poppigen Rhythmen neu interpretiert und arrangiert, ist Combo eher eine jugendliche Band. Der Chor intoniert hingegen neuere geistliche Lieder, die bevorzugt zu kirchlichen Andachten zum Besten gegeben werden. Hubich erklärt: „Es gibt natürlich personelle Überschneidungen. Alle drei bilden unser breites musikalisches Spektrum ab“. Was alle Mitglieder von „Neue Töne“ eint, ist „das Evangelium der Bibel in die Musik zu tragen“, wie es Creutzberg zusammenfasst. Eingebettet sind die Gesangsfreunde in dem christlich geprägten Pößnecker Verein Mittendrin.

„Neue Töne entstand als ein Projekt des Vereins und der Landeskirchlichen Gemeinschaft“, erinnert sich Creutzberg. Der Thüringentag in Pößneck anno 2015 gilt als erstes offizielles Lebenszeichen des kompletten unter dem heutigen Namen bekannten Ensembles. Alle drei Abteilungen stellten sich damals gemeinsam in der Stadtkirche den kritischen Ohren der Öffentlichkeit – und ernteten durchweg positive Resonanz, wie damals unsere Redaktion feststellte.

Freilich sei man zuvor bereits immer mal in Erscheinung getreten, zum Beispiel als Jugendchor der Pößnecker Kirchgemeinde. „Es gab Adventskonzerte schon vor der Gründung von Mittendrin im Jahr 2009“, weiß Creutzberg. Hinzu gesellten sich Schnittmengen mit der Pößnecker Kantorei und später auch die Band Kreuzweise, in der Thomas Hubich musizierte. „Wir sind aus Gotha und Erfurt und spielten unter anderem auch in Pößneck. Da lernten Matthias und ich uns kennen“, erinnert sich Hubich. Der eine oder andere Instrumentalist aus Kreuzweise begleitet das jetzige Ensemble heute noch.

Selbst arrangierte Popmessen

„Ich arrangiere hobbymäßig klassische Lieder neu“, sagt Hubich, der 2014 fest zu den „Neuen Tönen“ stieß. Der Multiinstrumentalist, der unter anderem Orgel und Posaune spielt, initiierte unterschiedliche Programme für Gottesdienste in der Region wie Passionschoräle und Popmessen. „Damit wollen wir die liturgischen Abläufe in den Kirchen beleben.“ Damit erhielt man bislang viel Anklang, so dass etwa 30 Konzerte übers Jahr im Saale-Orla-Kreis, im Raum Saalfeld-Rudolstadt oder Erfurt zusammenkommen. Die Mitglieder von „Neue Töne“ begleiten unter anderem Konfirmationen, Taufen und Abendgebete.

Doch damit nicht genug: 2019 besuchte „Neue Töne“ die Pößnecker Partnerstadt Château-Thierry in Frankreich. Man war eingeladen zum weltweit gefeierten Straßenmusikfestival Fête de la Musique. „Parallel dazu gab es ja die erste Ausgabe auch in Pößneck“, weiß Creutzberg. Allerdings habe man da schon die Teilnahme an derselben Veranstaltung in Frankreich zugesagt gehabt, als die Pößnecker es ankündigten. Er stellt die Teilnahme an der diesjährigen Fête de la Musique in der Stadt am Kotschaubach in Aussicht.

Chorleiter Hubich arbeitet, nach eigner Aussage, an einem neuen Programm für Pop(ular). Zudem könne sich Matthias Creutzberg vorstellen, in Zukunft eine neue CD aufzunehmen. Allerdings sei das eine Frage des Geldes, wie er zugeben muss. Deshalb bleibt er bescheiden: „Wenn immer wieder junge Menschen nachrutschen, kann ,Neue Töne’ noch viele Jahre bestehen. Wenn es nach mir geht, so lange wie möglich.“

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