Knau: Was aus Pepsi, Praline, Posaune und Perle geworden ist

Knau/Pößneck.  Aus ursprünglich vier schmucken Belted Galloway-Rindern der Agrofarm Knau ist mittlerweile eine Herde von 34 Tieren geworden.

Ein Kalb der Rinderrasse Belted Galloway beobachtet im Juni 2019 bei Moxa den Fotografen. Es ist die Knauer Herde. Der weiße Gürtel (englisch: „belt“) ist charakteristisch für die besondere Fleischrasse.

Ein Kalb der Rinderrasse Belted Galloway beobachtet im Juni 2019 bei Moxa den Fotografen. Es ist die Knauer Herde. Der weiße Gürtel (englisch: „belt“) ist charakteristisch für die besondere Fleischrasse.

Foto: Martin Lücke

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Seit die Agrofarm Knau im Jahr 2008 zum ersten Mal Belted Galloway-Rinder angeschafft hat, ist viel passiert. Denn aus den ursprünglich vier Kühen ist mittlerweile eine Herde von 34 Tieren geworden. Das Fleisch dieser speziellen Rinderrasse gilt als besonders hochwertig.

Derzeit bewirbt die Agrofarm in ausgewählten Filialen den Verkauf von „Knauer Galloway-Rind aus eigener Aufzucht“. Wie die stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Agrofarm, Brigitte Nürnberger, mitteilt sind am 28. Januar vier der Tiere geschlachtet worden, deren Fleisch nun auf Vorbestellung vertrieben wird. Das Fleisch reife zuvor mindestens drei Wochen. „Das ist wichtig für die Qualität“, hält Nürnberger fest und fügt an, dass aufgrund der Menge an Vorbestellungen eigentlich schon alles vergeben sei.

Anfangs sollten die Tiere das Mühlengelände beleben

Ursprünglich habe allerdings die Fleischproduktion gar nicht unbedingt im Vordergrund gestanden, als die Entscheidung getroffen worden ist, diese in der Region seltene Rinderrasse mit dem markanten weißen Gürtelstreifen („Gürtel“ im Englischen: „belt“) zu halten. Brigitte Nürnberger blickt zurück: „Im Jahr 2007 haben wir die alte Wassermühle in Knau gekauft. Wir überlegten dann, wie wir die Wiesen um die Mühle etwas beleben könnten und unser damaliger Tierproduktionsverantwortlicher brachte dann diese Rasse ins Spiel.“ So kamen die ersten vier Kühe mit den klangvollen Namen Pepsi, Praline, Posaune und Perle im Jahr 2008 zunächst als dekoratives Element nach Knau. „Das war lustig, besonders die Namen“, erinnert sich die stellvertretende Vorstandsvorsitzende. Das Unternehmen nutzt das ortsbildprägende Mühlengelände touristisch – bietet Feiern, Übernachtungen, Führungen und Veranstaltungen an. Die zugehörige Scheune ist Spielstätte des beliebten Bauerntheaters.

Die heute 34 Tiere zählende Herde setzt sich aus sieben Muttertieren, einem Bullen und der Nachzucht zusammen. Laut der Internetseite des Bundesverbands Deutscher Galloway-Züchter sind Galloways „eine dominant hornlose Fleischrinderrasse. Sie stammen ursprünglich aus dem Südwesten Schottlands und sind heute auf der ganzen Welt verbreitet.“ die Tiere seien friedfertig, genügsam und widerstandsfähig und brächten auch bei naturnaher Haltung eine gute Fleischleistung mit hervorragender Fleischqualität. Die „Belted“-Variante gebe es in schwarz, blond und rot, stets mit dem durchgehend weißen Bauchring, heißt es dort weiter.

Durch extensive Weidehaltung sind die Tiere sehr gesund

Brigitte Nürnberger betont, dass die Knauer Galloways erst in einem Alter von zweieinhalb oder drei Jahren geschlachtet würden. Im Unterschied zu anderen Fleischrindrassen seien sie beinahe Leichtgewichte. Ausgeschlachtet bringe eines der Galloway-Rinder etwa 250 bis 300 Kilogramm auf die Waage, während Exemplare stärkerer Fleischrinder wenigstens 500 Kilo an Fleischgewicht inklusive Knochen böten. Die Haltungsbedingungen und die Produktqualität machten ein Galloway-Steak aber zu etwas Besonderem.

„Die Tatsache, dass die Tiere langsam und stressfrei aufwachsen, sich viel bewegen, ausschließlich Gras und Kräuter und viele Omega-3-Fettsäuren aufnehmen, hat eine positive Wirkung auf den Geschmack“, heißt es aus der Agrofarm. Durch die viele Bewegung sei das Rindfleisch mit zahlreichen feinen Fettäderchen durchzogen. Das Fett bestehe vorwiegend aus ungesättigten Fettsäuren, die eine cholesterinsenkende Wirkung vorwiesen. So sei das Galloway-Rindfleisch ernährungsphysiologisch sehr wertvoll. „Durch die extensive Weidehaltung sind die Tiere sehr gesund und das Fleisch zart, feinfaserig und mager“, fasst Brigitte Nürnberger zusammen.

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