Kommentar: Erkrankungen sind nicht lustig

Marius Koity über den Umgang mit dem Corona-Fall Modde.

Marius Koity.

Marius Koity.

Foto: Peter Cissek

Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. So wurde vor einigen Tagen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mit Häme überschüttet, nachdem seine Corona-Infektion bekannt wurde.

Und auch im Fall von Michael Modde (parteilos) konnte sich der eine oder andere Zeitgenosse in sozialen Netzwerken oder anderenorts einen Lacher vor dem Hintergrund nicht verkneifen, dass der Pößnecker Bürgermeister in Sachen Corona eher weniger als zu viel des öffentlichen Lebens einschränken würde.

Ein paar blödsinnige Facebook-Zeilen wurden von den Urhebern im Laufe des Montags selbst gelöscht, wahrscheinlich weil es der eigenen Familie, im Freundeskreis oder am Arbeitsplatz doch schwer erklärbar war, was denn so lustig ist, wenn ein Mensch erkrankt.

Natürlich fühlten sich auch Corona-Leugner zu Kommentaren (ohne Neuigkeitswert) berufen, was ihnen in unserem freien Land gegönnt sei.

Die große Mehrheit der Leute mit dem Bedürfnis einer Stellungnahme beließ es allerdings bei der einzig richtigen Reaktion – nämlich dem Pößnecker Stadtoberhaupt gute Besserung zu wünschen.

Respekt verdient zudem seine Informationspolitik – da kann sich auch dieses Mal mancher Politiker eine Scheibe abschneiden. Hoffen wir für alle Corona-Betroffenen in Pößneck und darüber hinaus auf möglichst milde Krankheitsverläufe!

Der Corona-Fall Modde zeigt, dass es einen erwischen kann, auch wenn man sich sicher wähnt. Das ist allerdings kein Grund, auf Mittel und Maßnahmen des Eigen- und Fremdschutzes zu verzichten, weil das vermeintlich nichts bringen würde.

Ich persönlich brauche keine belegten Intensivstationsbetten, um vom Vorhandensein eines ernsthaften Problems in Deutschland überzeugt zu werden.