Kommentar: Versuchsfeld besser nutzen

Marius Koity über ein anstehendes kleines Jubiläum im Pößnecker Rathaus.

Marius Koity.

Marius Koity.

Foto: Peter Cissek

Die neue Kabinettausstellung im Pößnecker Rathaus ist die zehnte. Aus Anlass dieses kleinen Jubiläums stellt sich die Frage, ob diese im Februar 2016 eingeführte Präsentationsmöglichkeit für Freizeitkünstler aus Pößneck und Umgebung bei durchschnittlich zwei Veranstaltungen pro Jahr angenommen wird – von der Zielgruppe wie vom Publikum.

Nun, ich kenne Aussteller, die glücklich und grundsätzlich dankbar für dieses Podium waren, die sich aber auch ein paar Besucher mehr gewünscht hätten. Deren Strom war insgesamt spärlich, vor allem weil der Ausstellungsraum etwas abseits alltäglicher Wege liegt.

Eine Hobbymalerin hatte sich mal damit geholfen, dass sie Leute auf der Straße angesprochen und persönlich die Rathaustreppe hinauf in die Sonderschau begleitet hat. So ist es dann wenigstens mit einigen Menschen zu einem Gedankenaustausch gekommen – dem einzigen Lohn der Aussteller.

Ich kenne auch Einheimische, die mit ihrer ambitionierten Arbeit für eine Ausstellung in Frage kämen, sich die Mühe wegen der spartanischen Kabinett-Umstände allerdings gespart haben. Damit ist dann gar nichts erreicht.

Sicher, das Konzept der Kabinettausstellungen sah von Anfang an einen möglichst geringen Aufwand der Stadt und den möglichst vollen Einsatz der Aussteller vor. Man hatte man sich keine Ziele gesetzt, so kann man nun auch keinen daran messen. Man hätte trotzdem mehr daraus machen können.

Erst einmal ist Mandy Fliether viel Erfolg mit ihrem ersten großen Auftritt in ihrer Wahlheimatstadt zu wünschen. Die 46-jährige Hobbykünstlerin ist sehr experimentierfreudig und das passt zur Reihe der Kabinettausstellungen – zu diesem Versuchsfeld unter den Pößnecker Kulturformaten.