Abfallwirtschaft / Umwelt

Kommt die Wahl zwischen Gelbem Sack und Gelber Tonne?

Pößneck.  Daueraufreger Gelbe Säcke: Zweckverband Abfallwirtschaft Saale-Orla will mit dem zuständigen Dualen System Deutschland eine Lösung finden.

Gelbe Tonnen dienten am 27. Oktober bei der Oberbürgermeisterwahl in Hannover als Wahlurne. Nach dem Willen einiger Verbandsräte sollen sie in den Kreisen Saale-Orla und Saalfeld-Rudolstadt zumindest stellenweise die Gelben Säcke ablösen.

Gelbe Tonnen dienten am 27. Oktober bei der Oberbürgermeisterwahl in Hannover als Wahlurne. Nach dem Willen einiger Verbandsräte sollen sie in den Kreisen Saale-Orla und Saalfeld-Rudolstadt zumindest stellenweise die Gelben Säcke ablösen.

Foto: Sina Schuldt / dpa

Der Zweckverband Abfallwirtschaft Saale-Orla (Zaso) hat beim Daueraufreger Gelbe Säcke mal abgesehen von den Abfuhrterminen zwar nichts zu melden, weil die Einsammlung der Kunststoffverpackungen dem Dualen System Deutschland beziehungsweise seinen beauftragten Umweltdiensten obliegt. Dennoch zerbrechen sich die Verbandsräte die Köpfe, ob es angesichts verschiedenster Probleme nicht sinnvoller sei, in den Kreisen Saale-Orla und Saalfeld-Rudolstadt die Gelbe Tonne einzuführen.

Eine entsprechende Systementscheidung sollte in der jüngsten Verbandsversammlung getroffen werden. Doch am Ende der längeren Debatte war man in der Runde weit weg von einem Plan.

Diesen hätte die Zweckverbandsverwaltung allerdings gern gehabt, muss sie doch übernächste Woche mit dem DSD verhandeln, wie es ab 2021 weitergeht. Denn Ende 2020 laufen aktuelle Vereinbarungen aus.

Unterm Strich erhielten die Zaso-Hauptamtlichen den Auftrag, sich über die schlechte Qualität der Gelben Säcke zu beschweren, für die eben nicht der Zweckverband, sondern das DSD verantwortlich ist. Außerdem sollen sie herausfinden, unter welchen Umständen ein flächendeckendes Mischsystem aus Gelbem Sack und Gelber Tonne möglich wäre.

Dieses Doppel beziehungsweise vor allem ein Wahlsystem für den einzelnen Grundstückseigentümer finden insbesondere Verbandsräte wie Sebastian Heuchel (Grüne) und Andreas Gloth-Pfaff (BfL) aus Saalfeld-Rudolstadt reizvoll. Ein Sack/Tonne-Mix sei nicht nur anderenorts in Deutschland, sondern längst auch im Zaso-Gebiet eingeführt.

Damit sprachen sie die rund 400 gelben 1,1-Kubikmeter-Rollbehälter an, die insbesondere in Wohnblocksiedlungen und an Mehrfamilienhäusern für die Kunststoffverpackungen bereit stehen. „Das sind Sondervereinbarungen“, erläuterte Heiko Schmidt, stellvertretender Zaso-Geschäftsleiter, der den Verbandsräten außerdem klar zu machen versuchte, dass jede Forderung des Zweckverbandes, und sei es reißfestere Gelbe Säcke, womöglich Geld koste.

Thomas Fügmann (CDU, Saale-Orla) war der Meinung, dass es Probleme mit aufgerissenen oder falsch befüllten und deshalb liegen bleibenden Gelben Säcken nur in bestimmten Bereichen gebe, und fragte sich, ob da nicht eine wöchentliche statt der 14-tägigen Abfuhr hilfreich wäre. „Das wäre nicht sehr umweltfreundlich“, erwiderte Werner Thomas, ebenfalls CDU, aber Saalfeld-Rudolstadt.

Der einzige Verfechter des Gelben Sacks war nach Abwägung der Vor- und Nachteile Wolfgang Kleindienst (Birso/UBV, Saale-Orla). Er lehnt die Gelbe Tonne ab, weil sie illegale Müllentsorgungen erleichtere und damit erst recht zusätzliche Kosten verursachen würden, außerdem hätten viele Leute auf ihren Grundstücke gar keinen Platz für einen weiteren Behälter.

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