Länglicher Hohlraum unter dem Anger in Pößneck

Pößneck.  Die Beseitigung des Erdfalls könnte länger dauern und bis zu 50.000 Euro kosten.

Josef Mühlbauer und seine Kollegen von der Strabag aus Pößneck verschließen die Baugrube am Anger, um anschließend den daneben liegenden, unmittelbar erdfallgeschädigten Bereich zu öffnen.

Josef Mühlbauer und seine Kollegen von der Strabag aus Pößneck verschließen die Baugrube am Anger, um anschließend den daneben liegenden, unmittelbar erdfallgeschädigten Bereich zu öffnen.

Foto: Marius Koity

Nach der Georadar-Befahrung des Erdfalls am Anger in Pößneck und fachlichen Betrachtungen der Messergebnisse hat die Stadt Pößneck die Strategie zur Beseitigung des Problems geändert. An der Oberfläche des gesperrten Bereiches gibt es seit Mittwochmorgen wieder Bewegung – Bauleute der Strabag-Niederlassung Pößneck sind dort zugange.

Der Hohlraum sei unmittelbar neben dem bislang geöffneten Bereich der Straße Am Anger festgestellt worden, hieß es aus dem Bauamt der Stadt Pößneck auf Nachfrage. Die bis zu einem halben Meter hohe und breite, mehr oder weniger längliche und ovale Luftblase befinde sich etwa einen halben Meter unter der Erdoberfläche. Sie liege auf einer Länge von etwa drei Metern sowohl unter öffentlichen, als auch privaten Grundstücken.

Ver- und Entsorgungsleitungen hängen im Untergrund durch

Weil die Situation anders gelagert sei, als es ursprünglich vermutet wurde, werde zunächst von weiteren Untersuchungen wie Bohrungen abgesehen. Zudem sei es durch die Bewegungen im Untergrund zu einer gewissen Verschiebung von Ver- und Entsorgungsleitungen gekommen.

Die könnten im ausgehöhlten Bereich quasi durchhängen, auf alle Fälle unter Materialspannung stehen. Teilweise sei auch nicht erkennbar, wo Rohre genau liegen. Deshalb soll das Glück nicht herausgefordert beziehungsweise jetzt nicht mehr von oben ins Erdreich hineingestochen werden.

Den neuen Plänen zufolge soll der jetzt geöffnete Bereich kurzfristig verschlossen werden. Im Anschluss soll das danebenliegende problematische Areal – eine Fläche von bis zu 100 Quadratmetern – aufgebaggert werden, um den Untergrund mit stabilisierenden Elementen wieder aufzubauen.

Die genaue Wiederherstellungstechnologie stehe noch nicht fest. Darüber könne erst dann entschieden werden, wenn man wisse, wie tragfähig der Boden unter dem jetzigen Hohlraum sei. Hierfür könnten Bohrungen wieder in Frage kommen. Je nach Sondierungsergebnis könnten Materialien wie Flüssigboden, Geogitter und Füllkies zum Einsatz kommen.

Die überbelasteten Abschnitte der Ver- und Entsorgungsleitungen sollen überprüft werden. Eventuell kommt es zu einem Austausch beschädigter Rohrstücke.

Die neuen Pläne werden frühestens ab der nächsten Woche umgesetzt. Hierbei sollen die Stadt Pößneck und der Zweckverband Wasser und Abwasser Orla gemeinsam vorgehen. Zumindest über das kommende Wochenende soll die seit 15. Oktober gesperrte Straße Am Anger wieder freigegeben werden.

Sanierung des Erdfalls geht ganz schön ins Geld

Ob das ursprüngliche städtische Ziel noch aufgeht, das Erdfall-Problem bis Mitte November zu lösen, ist derweil unklar. Zum einen sei abzuwarten, was die Öffnung des problematischen Bereiches ergebe.

Zum anderen müsse man darauf hoffen, dass die Strabag weiterhin quasi spontan auf die Anrufe aus dem Bauamt der Stadt Pößneck reagiere. Die bisherige Zusammenarbeit mit den betroffenen Anliegern wird als sehr gut beschrieben.

Fakt ist, dass die Havarie ins Geld geht. Ursprünglich war von Kosten im niedrigen fünfstelligen Bereich die Rede. Jetzt hofft man, dass der Aufwand 50.000 Euro nicht überschreitet. Der Löwenanteil werde an der Stadt hängen bleiben.

Als Ursache des Erdfalls wird vorläufig ein typisches Problem für nördliche Bereiche der Stadt, nämlich die Auslaugung wasserlöslicher Gesteinsschichten wie Anhydrit genannt. Der aktuelle Erdfall sei im Bereich des Angers nicht der erste.

Neues Erdfall-Problem in Pößneck soll binnen Wochen erledigt werden

Erdfall am Anger in Pößneck