Linke-Bundestagskandidat Tempel: „Vielen Menschen droht hier trotz Arbeit Altersarmut“

Marius Koity
| Lesedauer: 2 Minuten
Der Linke-Politiker Frank Tempel bewirbt sich um das Bundestags-Direktmandat des Wahlkreises 195, zu dem auch der Saale-Orla-Kreis gehört.

Der Linke-Politiker Frank Tempel bewirbt sich um das Bundestags-Direktmandat des Wahlkreises 195, zu dem auch der Saale-Orla-Kreis gehört.

Foto: Linke

Pößneck.  Wir stellen die Direktkandidaten im Wahlkreis 195 zur Bundestagswahl vor: Frank Tempel (Linke) will zurück in den Bundestag, welchem er schon 2009 bis 2017 angehörte.

Der Linke-Politiker Frank Tempel verfehlte bei der Bundestagswahl 2005 knapp den Einzug ins Parlament, um es 2009 am Ende der Legislatur als Nachrücker für Bodo Ramelow doch noch zu schaffen. Nach den Wahlen von 2009 und 2013 konnte er jeweils dank des Landeslistenplatzes 4 seine Arbeit in Berlin fortsetzen, 2017 half diese Position nicht mehr. Tempel bewirbt sich zum fünften Mal um ein Bundestags-Direktmandat, erstmals aber im Wahlkreis 195. Der 52-Jährige ist getrennt lebend, hat vier Kinder, ist konfessionslos. Wohnhaft in Zehma (Altenburger Land), war Landmaschinenschlosser seine erste Ausbildung. Ende der 1980er hatte er ein Grenztruppenoffiziersstudium aufgenommen. Ende der 1990er wurde er Kriminalbeamter im gehobenen Dienst, eine Tätigkeit, die er zurzeit auch ausübt. Seit acht Jahren gehört er dem Bundesvorstand der Linken an.

Herr Tempel, was motiviert Sie,
den Bundestagsabgeordneten-Job
erneut anzustreben?

Notwendige Sozialreformen in der Renten-, Lohn- und Gesundheitspolitik, soziale Ausgewogenheit bei Klimaschutzkonzepten – und als Experte will ich eine Reform der Drogenpolitik durchsetzen, weg von der Repression und hin zur präventiven Gesundheitspolitik.

Was verbinden und verbindet Sie mit dem Saale-Orla-Kreis?

Den Saale-Orla-Kreis verbinde ich mit meinen Anfangsjahren bei der Polizei. Ich kam nach der Ausbildung zum mittleren Dienst in die Polizeiinspektion Zentrale Dienste Saalfeld, in welcher man auch für den Saale-Orla-Kreis zuständig war.

Was wollen Sie im und für den
Saale-Orla-Kreis erreichen?

Der Saale-Orla-Kreis gehört zu den wunderschönen ländlichen Gebieten Thüringens. Doch leider gehört er auch zu den Regionen mit durchschnittlich sehr geringen Einkommen seiner Einwohner. Vielen Menschen droht hier trotz Arbeit die Altersarmut, wenn sie hier bleiben. Das ist eine Ungerechtigkeit, der im Bundestag begegnet werden kann. Ein höherer Mindestlohn, Rentengerechtigkeit und manches mehr können bei einem starken Ergebnis der Linken mehrheitsfähig werden. Darüber hinaus braucht der Saale-Orla-Kreis einen weiteren Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs – angefangen bei den Radwegen. Ich möchte mit den kommunalen Strukturen zusammenarbeiten, um hier etwas voranzubringen.

Was wird die Bundestagswahl
entscheiden?

Die Fehler von Armin Laschet und die größte Glaubwürdigkeit bei der Lösung einer Menge gesellschaftlicher Fragen.

Bitte vervollständigen Sie folgenden Satz: Corona ist…

…der unbarmherzige Spiegel gesellschaftlicher Fehlentwicklungen.

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