Martin Lücke kommentiert: Keine Höhenangst

Unser Redakteur über einen ganz besonderen Blick – unter die Schlossmühlentalbrücke

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Ich muss gestehen, dass mir das gestern großen Spaß gemacht hat. Ich weiß, Sie werden sagen: „Der Kerl ist doch zum Arbeiten da.“ Schließlich bezahlen Sie Ihr OTZ-Abonnement – ob klassisch oder digital – nicht, damit ich hier die Zeit meines Lebens habe. Aber ich komme trotzdem nicht umhin, zu berichten, dass der Blick unter die Brücke bei Neustadt von Anfang bis Ende ein grandioses Erlebnis war. Die Anfahrt und der erste Blick von unten: beeindruckend. Der Fußweg in Richtung Untersicht­gerät auf der Schlossmühlentalbrücke: die Spannung steigt. Das Hinabsteigen im blauen Stahlrohrkonstrukt an der Seite der Brücke: jetzt bin ich in meinem Element. Die ersten Schritte auf der leicht schwingenden Arbeitsbühne und der Blick durchs Gitter nach unten: Nervenkitzel und tolle Ausblicke. Was will man mehr?

Ich hatte mir schon gedacht, dass die Arbeiter und Prüfer auf dem Untersichtgerät – es hängt tatsächlich einfach im Gleichgewicht unter der Brücke, das Fahrgestell oben auf der B 281 trägt uns – den einen oder anderen Scherz für mich übrig hätten. Als ich schon am anderen Ende des Arbeitsbereichs stand, um Stefan Reiser und Susanne Hahn nach ihrer Arbeit zu befragen, hieß es etwa: „Nein ganz da rüber dürfen Sie nicht gehen, dann kippen wir.“ Ich schmunzelte und genoss weiter diesen so besonderen Einsatzort. Ein schwungvoller Schritt und die Bühne schaukelte leicht hin und her. Sie merken, mich plagt zum Glück keine Höhenangst.

Dann kam der Höhepunkt: Mit einem Drehmanöver wurde ein Brückenpfeiler umkurvt. In aller Seelenruhe steuerten die Profis des Arbeitsbühnenvermieters das Gerät mit uns allen darauf und schwenkten im Anschluss wieder unter die Brücke. Für die Brückenprüfer sei das Alltag, meinten sie. Für mich ­allerdings war es ein Ausrufezeichen in meinem Kalender!

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