Meine Meinung: Alles unter Vorbehalt

Dominique Lattich über den improvisierten Plan B.

Dominique Lattich 

Dominique Lattich 

Foto: Hans-Peter Stadermann

Ein Satz, den Redakteure und eigentlich auch alle anderen Menschen in diesen Tagen häufiger hören, ist: „Aber alles nur unter Vorbehalt!“ Kaum etwas ist noch planbar in diesen außergewöhnlichen Zeiten. Vieles wird improvisiert, sofern es nicht komplett ausfällt. Andere erarbeiten in Windeseile einen Plan B, der allen Verordnungen standhalten dürfte.

Oft habe ich das Gefühl, dass Gewohnheiten und Traditionen den Menschen Sicherheit geben. Sicherheit, die sie emotional durch diese schwierige und unsichere Zeit trägt. Vor allem Erwachsene sind es, die Kindern das Gefühl vermitteln wollen, dass noch alles in Ordnung ist – sei es, dass sie Ferienaktionen durchführen wollen oder dass die Kinder lustige Kürbisgesichter schnitzen und ausstellen dürfen.

Den Kindern soll ihre Kindheit bewahrt werden, die kleinen Menschen sollen Sicherheit erfahren und auf nichts verzichten müssen, was ihre Kindheit unvergesslich und wertvoll sein lässt. Vielen Dank an alle Menschen, die Derartiges für die Kleinen auf die Beine stellen!

Vielleicht brauchen Erwachsene an dieser Stelle auch einen kleinen Schubs in die richtige Richtung, damit sie nicht resignieren, sondern einen Plan B finden, damit auch ihr Leben lebens- und liebenswert bleibt. Wer nach rechts und links schaut, sieht überall Menschen, die nicht aufgeben und beispielhaft (für andere) vorangehen. Kommen Sie mit?