Meine Meinung: Eine Deponie ist nicht abschaltbar

Marius Koity über die Sanierung des Gasfassungssystems auf der Wiewärthe in Pößneck.

Marius Koity

Marius Koity

Foto: Peter Cissek

Wie lange gast eine Deponie? Diese Frage beantwortet jeder Experte anders. Weil Deponien einfach nicht vergleichbar sind.

Ich habe Einschätzungen gehört, wonach sich organische Stoffe in Deponiekörpern binnen dreißig Jahren restlos abbauen. Heiko Schmidt, Technik-Chef des Zweckverbandes Abfallwirtschaft Saale-Orla, geht indes davon aus, dass die Wiewärthe noch dreißig Jahre gasen wird. Ähnliche Prognosen treffen auch Alteingesessene vor allem mit dem Verweis auf Abfälle und Chemikalien der einstigen Pößnecker Lederwerke, die über Jahrzehnte wahllos auf der Deponie abgekippt worden seien.

Genauso spannend wie solche Hinweise sind die Erzählungen über die offenen Deponiebrände aus DDR-Zeiten, die gelegentlich zum Besten gegeben werden. Leider lässt sich damit nie jemand zitieren, aus welchem Grund auch immer. Das letzte bekannte Feuer, das mit Ausdünstungen der Wiewärthe in Verbindung gebracht wurde, hat sich wohl im Sommer 2002 ereignet. Insofern kann man sagen, dass das vor der Erneuerung stehende Gasfassungssystem seinen Dienst getan hat.

Es zeichnet sich allerdings auch ab, dass die jetzige Sanierung nicht die letzte in der rund 100-jährigen Geschichte der Anlage sein wird. Denn eine Deponie ist nicht abschaltbar. Sie kostet für immer Geld.

Gasfassungssystem auf Pößneck-Deponie Wiewärthe wird saniert

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