Meine Meinung

Meinung: Nachdenken und sich beschränken

Martin Schöne über den Rebound-Effekt im Advent

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

An so einer schmuck ausgeleuchteten Innenstadt kann man sich in der Weihnachtszeit erfreuen. Es hat etwas Gemeinschaftliches, wenn eine Kommune sich hübsch macht, um den Jahresausklang in Gemütlichkeit und bei Glühwein zu verbringen. Nicht wenige Grundstückseigentümer scheinen aber auch ihr ganz privates Reich in ähnlicher Weise schmücken zu müssen. Tausende LEDs blinken und blitzen dann in die stille Nacht hinaus und schaffen in meinen Augen meist eher eine traurige Kulisse. Denn es ist ja nicht so, dass sich auch dort die Menschen versammeln, um zusammen zu feiern. Nein, es ist ein Signal des Konsumdrucks. Warum leuchtet die ganze Fassade in Regenbogenfarben? Na, weil das Zeug im Laden steht und schließlich irgendwohin muss. Die Werbung gaukelt uns vor, dass es völlig normal sei, jedes Jahr erneut Lichterketten im Sonderangebot zu erwerben. In der Energieökonomie spricht man vom Rebound-Effekt, wenn neue, effizientere Technik eben nicht zu tatsächlichen Energie-Einsparungen führt. Weil elektrisches Licht dank LED-Technologie günstiger geworden ist, können wir uns mehr davon leisten und fangen an, anstatt eines Schwibbogens im Fenster (angemessen) 30 Lichterketten im Garten (verschwenderisch) aufzuhängen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren