Mit Rucksack und Wasserflasche gegen den Klimawandel in Hütten

Clara Weiland
| Lesedauer: 4 Minuten
Kinder des Feriencamps „Abenteuer Leben“ der Jugendbildungsstätte Hütten mit ihren Betreuern am Seerosenteich im Bartholomäusgrund.

Kinder des Feriencamps „Abenteuer Leben“ der Jugendbildungsstätte Hütten mit ihren Betreuern am Seerosenteich im Bartholomäusgrund.

Foto: Clara Weiland

Hütten.  24 Kinder eines Feriencamps der Jugendbildungsstätte Hütten wollen wissen, wie sich die Natur besser schützen lässt.

„Wir müssen versuchen, den Klimawandel zu begrenzen, damit unsere Kinder und Enkel später in einer intakten Welt leben können“, sagt Jäger Mario Koch auf dem Gelände der Jugendbildungsstätte in Hütten. 24 Kinder hören ihm gespannt zu. Mit Rucksack auf dem Rücken und Wasserflasche in der Hand sind sie startklar für eine Entdeckungstour durch den Wald. Diese ist Teil des Programms des Feriencamps „Abenteuer Leben“, zu welchem das Bildungswerk Blitz eingeladen hat. Das siebentägige Projekt läuft noch bis zum 6. August.

„Die Jugendbildungsstätte bietet regelmäßig Ferienprogramme an“, so Ines Klare vom Bildungswerk Blitz. Besonders am Herzen liege ihr, dass die Kinder einen respektvollen Umgang miteinander pflegen. Aus diesem Grund werden die Kinder von den Pädagogen Christian Pfeifer und Annette Billert sowie Alessandra Karlen begleitet.

Dass an diesem Projekt gleich 24 Mädchen und Jungen teilnehmen, war eigentlich nicht geplant. Ursprünglich waren 20 Plätze ausgeschrieben. „Wir hatte eine unfassbar hohe Resonanz, so dass wir uns dazu entschieden haben, vier Teilnehmer mehr mitzunehmen“, so Klare.

Praktische Erfahrungen

Kurz vor Beginn der Wanderung macht Jäger Mario Koch nochmals darauf aufmerksam, bloß kein Müll in den Wald zu werfen. Dieser könne nicht nur zu Waldbränden führen, sondern sei auch insgesamt schlecht für die Umwelt.

Schnell merkt man, dass der Klimawandel im Ferienprogramm eine große Rolle spielt. Durch Praxiserfahrung soll den Kindern die Bedeutung der Natur nahe gebracht werden und was man selber zu ihrem Schutz beitragen könne. Zusätzlich werde durch die gemeinsamen Erfahrungen der Gruppenzusammenhalt gestärkt.

„Mit etwas Glück können wir heute Rehe oder Damwild sehen, Spuren der Tiere werden wir auf jeden Fall finden“, sagt Koch, während er sich mit den Kindern und Pädagogen in Richtung Wald aufmacht. Bald macht der Jäger Halt an einer Eiche. Hier erklärt er die Wirkung des Harzes. „Wenn etwa Borkenkäfer kommen, wehrt sich der Baum mit Harz“, so Koch. Auch erfahren die Kinder, dass das Harz früher hauptsächlich zur Leimproduktion eingesetzt wurde.

Ein elfjähriger Teilnehmer hört den Erklärungen gespannt zu. „Ich und mein bester Freund sind gern in der Natur“, sagt er. „Wir kommen aus einem Dorf und da ist es in den Ferien echt langweilig.“ Er hat sichtlich Spaß am Projekt. Schließlich gab es am Montag eine Schlauchboottour und am Dienstag eine Entdeckertour zum Kennenlernen der Tiere und Pflanzen an der Saale.

Im Hüttener Wald geht es für die Gruppe weiter zur nächsten Station. An einer Reihe von Baumstämmen zeigt der Jäger, wie man anhand der Baumringe das Alter von Fichte & Co. bestimmen kann. Außerdem erzählt er, wie herabfallende Blätter frischen Waldboden erzeugen. Koch: „Wir brauchen gesunden Boden, das können wir nur durch Mischwälder erreichen.“

Interessierte Kinder

Immer wieder stellen die Kinder interessiert Fragen zur Natur im Allgemeinen sowie Flora und Fauna im Besonderen. „Der Großteil möchte wirklich etwas wissen und ist interessiert am Naturschutz“, sagt die 18-jährige Alessandra Karlen, die in ihren Ferien bei der Betreuung der Kinder mithilft. Sie finde es erstaunlich, wie viele gute Ideen die Kinder einbringen, und dass die meisten für ihr Alter schon „echt viel Ahnung vom Klimawandel“ hätten.

Den Höhepunkt der Wanderung bekommt man nach einer Stunde zu Gesicht: Im Bartholomäusgrund offenbart sich der wunderschöne Seerosenteich. Dass dieser wieder Wasser führt, sei nicht selbst verständlich, so Koch. Ehrenamtliche Arbeit hat den weitgehend trockengefallenen Weiher wiederbelebt.

Auf dem Rückweg zur Bildungsstätte lernen die Kinder unter anderem, welche Bedeutung das Moos für die Tiere im Wald hat. Pünktlich zur Mittagszeit ist die Wanderung schließlich beendet. Alle Kinder scheinen glücklich und zufrieden, wohl wegen der Hitze aber auch ein bisschen matt. Der eine oder andere mag schon in Gedanken beim Samstag zu sein. Da sollen in einer Abschlussveranstaltung die Fotos und Filme des Sommercamps gezeigt und ausgewertet werden.