Mittelpöllnitz schafft sich einen neuen Freizeitplatz

Mittelpöllnitz.  Landleben: Stück für Stück und mit viel ehrenamtlichem Engagement sorgen die Bewohner für Lebensqualität im Ort

Für die Kleinsten des örtlichen Kindergartens "Gänseblümchen" – hier unterwegs vor der Kirche mit Einrichtungsleiterin Petra Schleif (links) und Erzieherin Susanne Schröter – könnte der Freizeitplatz ein neuer Lieblingsplatz werden.

Für die Kleinsten des örtlichen Kindergartens "Gänseblümchen" – hier unterwegs vor der Kirche mit Einrichtungsleiterin Petra Schleif (links) und Erzieherin Susanne Schröter – könnte der Freizeitplatz ein neuer Lieblingsplatz werden.

Foto: Martin Schöne

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Das Jahr 2020 ist noch keinen Monat alt und dennoch ist bereits klar, dass man sich in Mittelpöllnitz für die nächsten Monate einiges vorgenommen hat. Ein Freizeitplatz im Ortskern, Dächer für die Bushaltestellen, die Abdichtung des Dorfteichs, die Weihe eines neuen Feuerwehrfahrzeugs, einige Feste und nicht zuletzt die Zukunft des örtlichen Kindergartens waren einige Themen der ersten Gemeinderatssitzung des neuen Jahres am Freitag.

Da es in solchen Fällen stets auch ums Geld geht, kann Mittelpöllnitz beinahe als Paradebeispiel herangezogen werden, wie sich dörflicher Pragmatismus angesichts zunehmend knapper Kassen der kleineren Kommunen beweist. Denn Bürgermeister Thomas Franz machte im Verlauf der abendlichen Sitzung keinen Hehl daraus, dass es immer schwieriger werde, einen genehmigungsfähigen Gemeindehaushalt auf die Beine zu stellen. Die Ausgaben steigen, die Einnahmen gehen zurück. Um dabei dennoch die eine oder andere wünschenswerte Investition auf Gemeindeebene umzusetzen, „mussten wir noch einmal nachrechnen“, so der Bürgermeister.

Dorfteich verliert Wasser

Wie sich das auf die Handhabung einzelner Vorhaben auswirkt, zeigt ein Beispiel: Der Dorfteich verliert Wasser. Das ist ein Problem, denn er ist auch ein Löschwasserreservoir. Auf der Südseite des Teichs müsse es ein Leck geben, hieß es. „Der Wasserfluss ist noch unklar“, hält Franz fest. Eine Ertüchtigung sei hier nötig. Um nicht gleich eine großangelegte Sanierung zu starten, habe man am Freitag zunächst auf heimische Mittel zurückgegriffen und einen großen Traktor der Agrar- und Dienstleistungsgenossenschaft Geroda oben auf der Böschung entlangfahren lassen. Alles in der Hoffnung, das könne womöglich für eine gewisse Verdichtung sorgen und Abhilfe schaffen.

Gemeinderat inspiziert per Radtour

Je nach Ergebnis sei es auch denkbar, den Teich im Herbst zu leeren und selbst mit vorhandenen Lehmresten und Folie zu versuchen, die Anlage abzudichten. Der Grundsatz, erst einmal zu schauen, ob man sich nicht selbst behelfen kann, hat eine gewisse Tradition in der 285-Seelen-Gemeinde. In Mittelpöllnitz wird oft gemeinsam angepackt. „Wir hatten in der Vergangenheit schon Arbeitseinsätze mit bis zu 75 Leuten“, erinnert sich der Bürgermeister. Auch heutzutage kämen etwa zum Dorfputz durchaus 30 Bürger zusammen. So unternehme der Gemeinderat in jedem Jahr eine Radtour durch die Ortslagen. „Um frühzeitig zu erkennen, wo vielleicht Ausbesserungen nötig sind“, sagt Franz am Montag.

Freizeitplatz steht vor Baubeginn

Für ein anderes Mittelpöllnitzer Projekt könnten hingegen die Arbeiten bereits in den kommenden zwei Wochen beginnen, hieß es in der Ratssitzung. Denn in dem Bereich zwischen Kirche und Fußballfeld soll ein Freizeitplatz mit vier Spielgeräten und einer großen Sitzbank entstehen. Angedacht sind eine Doppelschaukel mit Turm und Rutsche, ein Klettergerüst, eine Wippe und ein Federbalken. Das soll den Kleinsten des Ortes viele neue Spielmöglichkeiten bieten – etwa jenen aus der Kindertagesstätte „Gänseblümchen“ der Volkssolidarität Pößneck. Auch für den Ortsteil Porstendorf sei ein neues Wipptier in Planung.

Der Ortsteil spielt auch bei den Maßnahmen für den Freizeitplatz eine Rolle, denn ein bisher neben dem Areal in Mittelpöllnitz stehendes Eisengeländer soll auf ganzer Länge demontiert werden und Teile davon später in Porstendorf als Abgrenzung einer Fläche dienen. Die Verlegung soll – wenig überraschend – „in Eigenregie“ geschehen. „Rausholen, Beton abklopfen, auseinanderschneiden, keine große Aktion“, hieß es dazu im Gemeinderat knapp. So handhabt man in Mittelpöllnitz gemeinsam die Dinge, die man bewerkstelligen kann.

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