Modellflugfest in Krobitz mit Flugzeugabsturz vorm Bratwurststand

Weira-Krobitz  Piloten und Publikum trotzen beim Modellflugfest des MFC Pößneck Wind und Wetter. Spannende Flugvorführungen, beeindruckende Modelle

Als Zufallstreffer den Moment des Crashs erwischt (Bildhintergrund).

Als Zufallstreffer den Moment des Crashs erwischt (Bildhintergrund).

Foto: Martin Lücke

Es schmerzt sicherlich, wenn ein Modellflugzeug, in das viele Stunden detailverliebter Arbeit geflossen sind, beim Start unter schwierigen Bedingungen auf einer Wiese abstürzt und beschädigt wird. Aber der Umstand, dass die Hobby-Piloten beim Modellflugfest des Modellflugclubs Pößneck auf dem Flugfeld bei Krobitz trotz teils stärkerer Windböen ihre Schätze dennoch in die Luft brachten, zeigt, wie wichtig es ihnen war, dem versammelten Publikum am Samstagvormittag ihr Können und die Ergebnisse ihrer Freizeitarbeit zu zeigen. Der Miniatur-Weltkriegsbomber, dessen Crash für Aufsehen am Bratwurststand sorgte, wird sicher repariert werden. Aufgrund vorherrschenden Windes waren die Bedingungen alles andere als ideal zum Modellfliegen. „Ich bin beeindruckt, wie viele Leute trotz des Wetters hier sind“, sagte der 2. Vorsitzende des MFC Pößneck und Organisator des Flugfestes, Felix Kirves: „Unten soll es kaum noch Platz zum Parken geben.“

Windböen als Herausforderung

Staunend saßen junge Gäste im Schneidersitz hinter dem Schutzzaun und verfolgten die Flugvorführungen. Erwachsene zückten die Smartphones, um Sequenzen zu filmen. Auf Geschwindigkeit getrimmte Flieger rasten am Publikum vorbei. Später schienen die Kunststückchen eines Mini-Helikopters die Gesetze der Physik außer Acht zu lassen. Historische Flugzeugmodelle drehten ihre Runden am Himmel. Und beim Landeanflug hielt so mancher kurz den Atem an, bevor ein Mini-Luftfahrzeug aufsetzte. Während desen konnte man am Boden ausgesprochen detailgetreu nachgebaute Hubschrauber betrachten, Fachgesprächen lauschen oder moderne Drohnen in Augenschein nehmen. Die Vielfalt der Modellvarianten bot viel Spannendes. Überall wurde gefachsimpelt, gebastelt, repariert.

Das Angebot der Airbrush-Tattoos erfreute sich bei Kindern großer Beliebtheit, aber hier war der Höhepunkt wohl der Bonbon-Abwurf per einmotorigem Modellflugzeug. Denn nach dem Überflug verteilten sich kleine Leckereien auf dem Flugfeld und es war an den Kindern, diese allesamt wieder einzusammeln. „Sonst verklebt unser Rasentraktor“, scherzte der Moderator. Die Kleinen ließen sich das nicht zweimal ­sagen und suchten akribisch den Bereich ab.

Für die Flieger war der böige Wind eine Herausforderung. „Man muss schon wissen, was man macht“, kommentierte etwa Stefan Kretzschmann. Er war mit einem recht großen Nachbau eines US-amerikanischen Jagdflugzeugs aus dem Zweiten Weltkrieg am Start. „P 51 Mustang. Mit Soundgenerator, Einziehfahrwerk und Positionslichtern“, fasste er kurz zusammen, was in dem Silber und Gelb lackierten Flieger an Elektronik steckt. Das Modell erreiche in der Luft eine Geschwindigkeit von etwa 80 Kilometer pro Stunde. Die Windböen könnten etwa beim Start gegen den Wind zum Problem werden, erläutert er. Da spiele auch eine ausreichende Motorleistung der zumeist elektrisch betriebenen Modelle eine Rolle.

Organisator Felix Kirves zieht ein ausgesprochen positives Fazit: Wenn auch ob des Wetters etwa die Hälfte der Piloten abgesagt hatte, seien doch geschätzt über 600 Besucher zum Fest gekommen. Das sei im vierten Jahr des Flugfestes ein Rekordergebnis. Bis 17 Uhr habe es nur eine Regenunterbrechung gegeben. „Wir hatten hier am Standort Glück“, so Kirves. Für ihn persönlich war eine spektakuläre Kunstflugvorführung der Höhepunkt. Das Flugfest des MFC werde auf jeden Fall im kommenden Jahr erneut stattfinden.

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