Die Geschichte der Möbelwelt in Oppurg: Wie alles begann

Oppurg.  Vor 30 Jahren starteten zwei Männer aus Pößneck und Coburg den Verkauf von Möbeln in Pößneck – daraus wurde die Möbelwelt Grünau in Oppurg.

Martina und Matthias Bernhardt planen eine Küche in der Möbelwelt Grünau in Oppurg.

Martina und Matthias Bernhardt planen eine Küche in der Möbelwelt Grünau in Oppurg.

Foto: Foto: Marcus Cislak

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„Ich komme seit 1991 regelmäßig ins Möbelhaus nach Oppurg“, sagt Annerose Krause aus Pößneck. Sie ist auf der Suche nach einer neuen Couch, ein graues Modell mit Sitzflächen ums Eck soll es sein. Kleiderschränke, Polstermöbel und eine Küche habe sie im Laufe der Zeit hier bereits erworben. „Ich schätze, die Anlieferung und den angebotenen Aufbau“, sagt sie, zudem schätzt sie die Beratung. Andere Einrichtungshäuser wie Ikea wären ihr zu weit weg.

Auch Geschäftsleiter der Möbelwelt Grünau, Matthias Bernhardt, der gemeinsam mit seiner Frau, das Geschäft ab 1990 mitentwickelte, grenzt sich von den großen Ketten ab: „Ich sehe sie nicht als Konkurrenz. Wir bedienen ein anderes Klientel.“ Man habe viel Mobiliar von hochwertigen, deutschen Herstellern im Sortiment, die „die konservativen Varianten“, wie er sich ausdrückt, herstellen.

Das bestätige sich dadurch, dass die Nachfrage im ländlichen Raum noch immer vorhanden sei. Das bedeute allerdings nicht, dass man weniger junge Kunden hätte. „Wir haben zum Beispiel auch moderne Schrankwände, die von den Jungen kauft werden.“ Und ergänzt, dass die gebotene Qualität eben auch ihren Preis hätte. Das werde geschätzt. „Es ist eben eine andere Art von Möbel“, fasst er zusammen.

Neuland nach der Wende betreten

Das Unternehmen mit seinen derzeit 18 Mitarbeitern und einer vier Lkw umfassenden Fahrzeugflotte startete bereits kurz nach politischen Wende. „Gemeinsam mit Thomas Christian Ullrich aus Coburg verkauften wir nach Feierabend Polstermöbel im Pößnecker Schützenhaus und im Speisesaal von Rotasym“, erzählt er von den Anfängen. Abends haben Bernhardt und der Franke, der heute noch der Inhaber der Möbelwelt ist, die Polstermöbel ausgefahren. „Damals hat es an allem gemangelt, die Leute wollten ihre DDR-Mark umsetzen, haben sie sogar bei uns getauscht bekommen“, erinnert er sich an die turbulente Zeit. Für beide war es damals in Pößneck komplettes Neuland gewesen, wie lange man durchhalte, war völlig unklar gewesen.

Parallel zu dem Oppurger Standort, der 1991 in einer der zweckdienlichen Hallen in der Grünau eröffnete, betreute er die im November 1990 eröffnete „Kleine Polsterwelt“ in Jena. Das kleine Geschäft habe allerdings in einer Nebenstraße zwischen Camburger und Dornburger Straße existiert, „beide Straßen hat man gleichzeitig saniert und dabei brach das Geschäft ein. Bis 1999 haben wir dort durchgehalten“, erklärt er die Schließung.

Auf drei Hallen aufgestockt

In der Grünau war man auf einer Fläche von 1000 Quadratmetern zunächst nur eingemietet, mehrere Firmen, wie ein Küchenstudio und ein Baumarkt,waren in den ehemaligen LPG-Futtermittelhallen zu finden. „Ein Schwabe hat das Gelände zu der Zeit besessen und wollte ein Einkaufszentrum errichten“, weiß der Geschäftsleiter über die nicht realisierten Pläne.

Ende der 1990er ersteigerte der Coburger Ullrich das Grundstück. Mit den Jahren erweiterte man das Verkaufsgelände und hat bis heute etwa 4500 Quadratmeter, aufgeteilt auf drei Hallen: Polstermöbel, SB-Bereich und ein Küchenstudio. Bei Letzterem hat Bernhardts Frau Martina den Hut auf. „2019 war ein sehr gutes Jahr für die Küchenabteilung, statistisch haben wir zweieinhalb pro Tag verkauft“, sagt Bernhardt. Er vermutet, dass viele ihre nach der Wende erworbenen wieder erneuern wollten.

Was bringt die Zukunft? „Wir wollen uns in Oppurg weiter halten und für ein paar Verschönerungen sorgen“, gibt er einen vagen Ausblick. Zudem plant man im August 2021 in der Grünau, anlässlich des 30-jährigen Bestehens am Standort, ein großes Fest.

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