Seltener Vogelfund im Teichgebiet Dreba-Plothen

Plothen.  Ein zehn Jahre alter Bruchwasserläufer ist jetzt vom Nabu im Teichgebiet Dreba-Plothen wiederentdeckt worden.

Eine Uferreuse zum Watvogelfang der Binnenlandzieher hilft dabei, die beringten Vögel entdecken zu können.

Eine Uferreuse zum Watvogelfang der Binnenlandzieher hilft dabei, die beringten Vögel entdecken zu können.

Foto: Jürgen Auerswald

„Fast zehn Jahre! Das ist der Wahnsinn!“ Jürgen Auerswald ist überwältigt von seinem jüngsten Fund. Wie er berichtet, sei ein Bruchwasserläufer in dem Teichgebiet Dreba-Plothen wiederentdeckt worden.

Bemerkenswert sei die Reise, die der Vogel hinter sich habe. „Er kommt aus der Tundra“, berichtet Auerswald, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit des Naturschutzbundes (Nabu), Arbeitskreis Teichgebiet Dreba-Plothen. Beringt wurde er durch die zuständige Beringungszentrale Hittensee vor fast zehn Jahren – genauer am 13. Juli 2011. Am 11. Juli 2020 hat ihn Jürgen Auerswald wieder gefangen, um die Daten seines Ringes ablesen zu können.

Der Bruchwasserläufer gehört zur Familie der Schnepfenvögel, er wird in Mitteleuropa als ein sehr seltener Brut- und Sommervogel aufgeführt.

„Vor allem ist es auch ein sehr altes Exemplar, das wieder hier aufgetaucht ist“, sagt Auerswald, denn der Bruchwasserläufer kann ein Alter zwischen neun und elf Jahren erreichen. Umso faszinierender, wenn man bedenkt, dass er nicht nur nach Afrika, sondern auch immer wieder nach Nordeuropa und Skandinavien reist.

„Bisher sind in der mehr als 50-jährigen Auswertung der Vogelwarte Hiddensee sechs Fälle von Rastplatztreue nach einem bis drei Jahren auf dem Wegzug bekannt“, stellt der Pressesprecher fest.

Dass ein Watvogel nach fast zehn Jahren wieder das Teichgebiet besucht, liege sicherlich auch an den Gegebenheiten vor Ort. Jährlich werden in dem Gebiet Schlamm- und Schlickflächen bereitgestellt. „Damit ist ein erneuter Beleg für die Bedeutung des Europäischen Vogelschutzgebietes durch die wissenschaftliche Vogelberingung erbracht“, so Jürgen Auerswald.

Erst jüngst berichtete unsere Redaktion , deren Reise durch den Saale-Orla-Kreis bis nach Etzelbach (Gemeinde Uhlstädt-Kirchhasel im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt) führte, wo sie gleich zwei Mal vom selben Finder aufgespürt wurde.

Kurz danach kam eine weitere Meldung aus der Beringungszentrale Hiddensee. Am 1. Juli meldete man von dort erneut eine Dohle, die am 31. Juli 2008 in Ottmannsdorf nestjung beringt wurde und am 28. November 2019 in der Nähe des Kulturpalastes in Unterwellenborn wiederentdeckt wurde. Die Dohle wurde ab 2017 immer mal wieder in Unterwellenborn gesichtet. Insgesamt ist sie zehn Mal registriert worden.