Neuer Anlauf zur Erweiterung des Aldi-Marktes in Pößneck

Pößneck.  Die aktuelle Pläne des Einzelhandelskonzernes sind etwas bescheidener als noch vor drei Jahren.

Der Aldi-Markt an der Saalfelder Straße in Pößneck soll früher oder später vergrößert werden.

Der Aldi-Markt an der Saalfelder Straße in Pößneck soll früher oder später vergrößert werden.

Foto: Marius Koity

Vor knapp drei Jahren, kurz vor Weihnachten 2017, hat der alte Stadtrat mehrheitlich den Weg für den Neubau eines Aldi-Marktes in Pößneck freigemacht. Dieser sollte schöner und größer auf einer Freifläche vis-à-vis des jetzigen Standortes an der Saalfelder Straße entstehen und die Freude unter den zahlreichen einheimischen Aldi-Kunden aller Gesellschaftsschichten war groß. Nun, dieser Neubau ist hinfällig.

Was bleibt, ist das Ziel des Einzelhandelkonzernes, die Pößnecker Filiale über kurz oder lang zu vergrößern. Der Markt umfasst derzeit eine Verkaufsfläche von knapp 700 Quadratmetern. Waren vor drei Jahren etwa 1200 Quadratmeter das Erweiterungsziel, gibt man sich jetzt mit rund 950 Quadratmetern zufrieden. Diese Verkaufsfläche soll auf dem jetzigen Gelände eingerichtet werden.

Neuordnung der Zufahrten und Parkplätze

Das wiederum ist nur mit einer baulichen Vergrößerung des aktuellen Objektes, einer Neuordnung der Zufahrten und Parkplätze sowie der Umsetzung der Postpaketstation möglich, teilt die Stadt Pößneck mit. Daher wird extra für die Aldi-Erweiterung ein Bebauungsplan namens Rotasym-West erarbeitet. Dieses Projekt hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung – nach einem kurzen politischen Schlagabtausch – mit großer Mehrheit gebilligt, zumal sämtliche Verfahrenskosten von einer regionalen Tochtergesellschaft des Einzelhandelsriesen übernommen werden, wie der städtische Bauamtsleiter Frank Bachmann auf Nachfrage versicherte.

Der einzige Pößnecker Aldi-Markt soll an die „allgemeine demografische Entwicklung“ angepasst werden, heißt es in Unterlagen der Stadt Pößneck. Die Rede ist von „großzügigeren Warenpräsentationsflächen“, breiteren Gängen und niedrigeren Regalhöhen.

In der Stadtratsdebatte sprach sich Constanze Truschzinski (Grüne/SIP) gegen die Erweiterung aus, weil diese „für die Versorgung der Pößnecker nicht notwendig“ sei. Im Gebiet der Stadt sei ohnehin „zu viel Handelsfläche“ ausgewiesen.

Solaranlage auf das Dach

Steve Richter (Grüne/SIP) wiederum hatte zwar kein Problem mit der Erweiterung, wollte den Konzern über den Bebauungsplan allerdings zwingen, eine Solaranlage auf das Dach des Marktes zu setzen. Außerdem geißelte er Aldi als einen Einzelhändler, der „wie kein Anderer für Ausbeutung“ stehe.

Peter Metzner (CDU) fragte sich da, was die – nicht ausgeschlossene – Ausbeutung von Arbeitnehmern und auch Landwirten erstens mit einem Solardach, zweitens mit den Aufgaben des Pößnecker Stadtrates zu tun habe. Und Bürgermeister Michael Modde (parteilos) geißelte die – später abgeschmetterte – Solardach-Initiative als reine Ideologie einer Partei, die immer teureren Strom zu verantworten habe.

Wann mit welchen konkreten Baumaßnahmen an der Saalfelder Straße zu rechnen ist, ob der Aldi-Markt für die Bauzeit geschlossen oder aber übergangsweise an einer anderen Stelle in Pößneck zu finden sein wird, ob mit der vergrößerten Verkaufsfläche eventuell neue Arbeitsplätze entstehen – solche Fragen könne die Stadt Pößneck nicht beantworten, beteuerte Bauamtsleiter Frank Bachmann. Der Einzelhandelskonzern werde von der Stadt wie jeder andere Investor betreut. Ziel der Stadt sei wie schon vor drei Jahren, den Nahversorger in Pößneck zu halten.

Aldi will sich zu einem späteren Zeitpunkt zu den Plänen in Pößneck äußern.