Neustädter Wäscherei-Mitarbeiter bereiten Warnstreiks vor

Neustadt.  Die Tarifauseinandersetzung zwischen der IG Metall und der Firma Elis spitzt sich zu. Trotz mehrerer Verhandlungsrunden bisher keine Einigung.

Bereits im Mai vergangenen Jahres kamen Mitarbeiter der Firma Elis in Neustadt zu einer aktiven Mittagspause zusammen und formulierten erste Forderungen für den angestrebten Tarifvertrag.

Bereits im Mai vergangenen Jahres kamen Mitarbeiter der Firma Elis in Neustadt zu einer aktiven Mittagspause zusammen und formulierten erste Forderungen für den angestrebten Tarifvertrag.

Foto: Theresa Wahl

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Die Mitarbeiter der Firma Elis in Neustadt wollen einen Tarifvertrag. Erste Forderungen wurden bereits im Mai vergangenen Jahres bei einer sogenannten aktiven Mittagspause durch die Angestellten formuliert. Seither kam es zu mehreren Verhandlungsrunden zwischen der Industriegewerkschaft (IG) Metall und dem Textildienstleister im Bereich Health Care, bei dem hauptsächlich Krankenhäuser und Altenheime ihre Wäsche waschen lassen. Jedoch ohne Erfolg. „Auch bei einer erneuten Runde am vergangenen Donnerstag konnten wir keine Einigung erzielen“, teilt Franziska Wolf von der IG Metall Jena mit.

Die Arbeitgeberseite verweigere die Anhebung der Grundlöhne für die knapp 150 Beschäftigten in der Produktion. Diese arbeiteten seit dem 1. Januar dieses Jahres für den gesetzlichen Mindestlohn von 9,35 Euro. Lediglich den Fahrern sowie den Handwerkern wolle das Unternehmen einseitig 2,1 Prozent mehr Grundlohn zahlen. „Dass der Arbeitgeber die gesetzlich vorgeschriebene Erhöhung des Mindestlohns als Lohnsteigerung ansieht, ist einfach nur dreist. Zwar hat er auf unseren Druck für einen Teil der Belegschaft eine kleine Erhöhung vorgesehen. Damit führt die Arbeitgeberseite jedoch nur eine unnötige Spaltung der Belegschaft herbei“, so Franziska Wolf.

Angela Kopp, Betriebsratsvorsitzende und Mitglied der Verhandlungskommission, sagt dazu: „Diese Spaltungsversuche werden wir nicht zulassen. Die Beschäftigten bei Elis stehen zusammen und haben mehr verdient. Dafür sind wir auch bereit zu kämpfen“. Konkret heißt das, die Mitglieder der IG Metall bereiten sich jetzt auf Aktionen und Warnstreiks in den kommenden Wochen vor. „Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 11. Februar angesetzt“, informiert Franziska Wolf. Die Niederlassungsleitung des Unternehmens war gestern zu keiner Stellungnahme gegenüber der Redaktion zu erreichen.

Die IG Metall fordert für die knapp 200 Beschäftigten des Unternehmens eine Anhebung der Grundlöhne sowie die Einführung eines Urlaubs- und Weihnachtsgeldes von mindestens 185 Euro beziehungsweise 350 Euro. Hinzu kommt die Forderung die Urlaubstage von derzeit 24 Tagen auf 30 Tage im Jahr anzuheben. Elis, ehemals Berendsen, war 2012 aus der Tarifbindung ausgestiegen. Seitdem hat es keine Lohnsteigerungen mehr gegeben.

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