Orlatal: Perlenkette der Themenparks zur Landesgartenschau

Pößneck/Neustadt/Triptis.  Die erhoffte Landesgartenschau 2028 soll im Orlatal auch drei Bahnhofsneugestaltungen in Fahrt bringen.

Die Bürgermeister Peter Orosz, Michael Modde und Ralf Weiße (von links) haben die Bewerbung um die Landesgartenschau 2028 symbolisch gemeinsam in den Briefkasten am Pößnecker Markt eingeworfen.

Die Bürgermeister Peter Orosz, Michael Modde und Ralf Weiße (von links) haben die Bewerbung um die Landesgartenschau 2028 symbolisch gemeinsam in den Briefkasten am Pößnecker Markt eingeworfen.

Foto: Conni Winkler

Jetzt gibt es kein Zurück mehr. Die Bürgermeister Michael Modde (Pößneck), Ralf Weiße (Neustadt) und Peter Orosz (Triptis) haben am Mittwoch im Pößnecker Bilke-Saal die Bewerbung ihrer drei Städte beziehungsweise des Orlatales um die thüringische Landesgartenschau (LGS) des Jahres 2028 unterschrieben.

Gemeinsam und symbolisch haben sie die Unterlagen dann in den Briefkasten am Pößnecker Markt eingeworfen. Mittlerweile dürfte der Umschlag auch in echt auf dem Weg nach Erfurt ins Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft sein.

Dass der Termin auf Moddes Geburtstag fiel, war Zufall. Dem einen oder anderen Beteiligten an der Zeremonie war das gar nicht bewusst. Alle waren sich dann aber einig, dass es für den Pößnecker Bürgermeister kein schöneres Geburtstagsgeschenk sein konnte.

Mit einer Landesgartenschau im ländlichen Raum soll dessen Zukunftsfähigkeit herausgestellt werden, so Modde, Weiße und Orosz in der gemeinsamen Grundsatzerklärung. Im Detail sollen in Pößneck, Neustadt und Triptis übrige städtebauliche Defizite beseitigt, aber auch Projekte zu Herausforderungen wie Klima- und demografischer Wandel entwickelt werden.

Erste Gedanken sind in der Bewerbungsbroschüre namens „Landesgartenschau 2028 Orla-Region“ verankert, die eher für den kommunalpolitischen Gebrauch gedacht ist. Im 36-seitigen Prospekt sind 21 potenzielle Entwicklungs- und Ausstellungsbereiche unterschiedlichster Größe ausgewiesen, die durch die anstehende Machbarkeitsstudie bestätigt, aber auch verworfen oder ergänzt werden können.

Pößneck

Die Stadt Pößneck geht mit vier Themenparks, wie die geplanten LGS-Flächen genannt werden, ins Rennen. „Mobilität & Ruhe“ lautet der Arbeitstitel des größten Bereiches mit dem Oberen Bahnhof als Mittelpunkt. Dieser soll beispielsweise ein „Modellobjekt für ökologisch-klimatechnische Lösungen im Denkmalbestand“ werden.

Für den Bereich Lederwerke/Getreidewirtschaft nimmt man sich vorerst einen „Veranstaltungs- und Gewerbepark 2030“ vor. Weitere Aufwertungen wünscht man sich zudem rund um den Ethel-und-Julius-Rosenberg-Platz sowie den Gottesackerkirchenpark.

Flächenentsiegelungen und -renaturierungen sind einige der weiteren Pößnecker Stichpunkte. Die Themenparks umfassen eine Fläche von 12,5 Hektar.

Neustadt

Das größte LGS-Areal in Neustadt heißt programmatisch „Willkommen“. Im Mittelpunkt steht die Neugestaltung des Busbahnhofs- und Bahnhofsbereiches samt Alter Gießerei. Hier stellt man sich beispielsweise eine Kreativwelt oder ein Innovationszentrum für die Digitalwirtschaft vor.

Vom Buteile-Gelände im Osten bis zum Bereich Lindenplatz/Gamsenteich im Westen sind insgesamt fünf Themenparks wie an einer Perlenschnur mit der klaren Absicht aufgereiht, den Stadtkern mit seinem Einzelhandel und seiner Gastronomie zu beleben. Hierfür spricht auch, dass man den Stadtpark sowie den Rosengarten mit Schlosspark als Ausstellungsbereiche vorschlägt.

Neustadt will 7,3 Hektar Fläche in kommunaler wie privater Hand entwickeln.

Triptis

In Triptis wiederum heißt der kleinste Themenpark „Willkommen“. Es geht einmal mehr um einen bislang vernachlässigten Bahnhofsbereich, der „neu gedacht werden“ soll. Neben Schlosspark, -turm und -teich sind der Markt, der Platz der Jugend und der Komplex Schützenhaus/Sportplatz/Freibad als Areale der Landesgartenschau markiert.

In diese Vision ist auch der Stausee mit einem Rundwanderweg – mit zwölf Hektar der größte aller Themenparks – aufgenommen.

Vor der Kernstadt liegen zudem die Wehrkirche Döblitz und das Rundschloss Oberpöllnitz als potenzielle Ausstellungsbereiche.

Die Nr. 1 unter den zwölf Triptiser LGS-Flächen (zirka 24 Hektar) ist die Orlaquelle – wo eine Märchenlandschaft entwickelt werden soll.