Pößneck: Corona-Fressmonster sollen Kindern die Angst vor der Plage nehmen

Pößneck.  In der Stadt sollen im Dezember gleich drei öffentliche Adventskalender angeboten werden.

Mit dem erstmals aufgelegten Pößnecker Bastel-Adventskalender können Corona-Fresserchen und in der Türme-Stadt Pößneck bunte Türme erschaffen werden. Es arbeiten das Freizeitzentrum, die Stadt und die Initiative der Selbstständigen zusammen, die bei der Vorstellung des Projektes im Rathaus unter anderem durch Juliane Riemann, Katharina Zoller und Katja Milev (von links) vertreten waren.

Mit dem erstmals aufgelegten Pößnecker Bastel-Adventskalender können Corona-Fresserchen und in der Türme-Stadt Pößneck bunte Türme erschaffen werden. Es arbeiten das Freizeitzentrum, die Stadt und die Initiative der Selbstständigen zusammen, die bei der Vorstellung des Projektes im Rathaus unter anderem durch Juliane Riemann, Katharina Zoller und Katja Milev (von links) vertreten waren.

Foto: Marius Koity

Die Stadt Pößneck würde den Einheimischen im Dezember gern gleich drei öffentliche Adventskalender anbieten. Die Türchen zweier davon gehen allerdings nur dann jeden Tag für die Allgemeinheit auf, wenn Corona nicht mehr so nervt wie zuletzt.

Vorlese-Adventskalender

Erstens soll der Vorlese-Adventskalender fortgesetzt werden, der seit 2008 von der Pößnecker Stadtbibliothek gepflegt wird. Die Umsetzung dieses Projektes in der bisherigen Art und Weise erscheine derzeit, aufgrund geltender Kontaktbeschränkungs- und Infektionsschutzvorschriften, jedoch schwierig, gab die Pößnecker Kulturamtsleiterin Julia Dünkel während einer Vorstellung der drei Adventskalender-Projekte im Saal des Pößnecker Rathauses zu verstehen.

Vor allem für die öffentlichen Termine etwa in Cafés, die die eine oder andere Lesestunde an den Wochenenden übernommen hatten und zumindest derzeit geschlossen sind, sei eine Alternative zu suchen. Wie Kulturamtsmitarbeiterin Katharina Zoller am Donnerstag informierte, werde es wohl so sein, dass das DRK-Pflegeheim Pößneck-Ost sämtliche Wochenendtermine mit hauseigenen Vorlesern für ihre Bewohner übernimmt, wobei die Veranstaltungen dann nichtöffentlich sein würden.

Die Lesestunden unter der Woche sollen wie immer Schulklassen und Kindergartengruppen vorbehalten bleiben. Theoretisch sei man da ausgebucht. Alles stehe und falle allerdings mit der weiteren Entwicklung an der Corona-Front. Julia Dünkel betont: „Verlässliche Aussagen werden wir leider frühestens am 30. November treffen können.“

Musikalischer Adventskalender

Zweitens soll ein Musik-Adventskalender erstmals seine Türchen öffnen, den die Stadt und die Musikschule Saale-Orla Pößneck mit hoher Motivation gemeinsam vorbereitet haben. Es geht hierbei um eintrittsfreie Kurzkonzerte, die vom 1. bis 24. Dezember täglich um 15 Uhr an 24 Orten im Zentrum und darüber hinaus aufgeführt werden sollen.

Das Programm stand schon in der Zeitung, jetzt müsse aber punktuell neu überlegt und abgewogen werden, hieß es. Voraussichtlich werde man den Großteil der 15- bis 30-minütigen Auftritte ins Freie verlegen müssen, um etwa Abstände einhalten zu können. Mit kalten Fingern lässt sich ein Instrument allerdings schlecht gefühlvoll spielen. Zudem dürfte es weder für Nachwuchsmusiker motivierend noch für Hörer attraktiv sein, wenn sie etwa im Regen oder Schneegestöber stehen.

Daher sagt Julia Dünkel: „Wir werden kein Kind zu einem Auftritt zwingen, wenn die äußeren Bedingungen nicht stimmen.“ Katharina Zoller ergänzt: „Die Entscheidung überlassen wir den Eltern und Musikschullehrern.“ Kurzkonzerte könnten also auch spontan ausfallen. Grundsätzlich stellt Julia Dünkel fest: „Unser Ziel ist es, in der Öffentlichkeit Momente der Entschleunigung anzubieten. Ein unnötiges Risiko werden wir aber nicht eingehen.“

Bastel-Adventskalender

Corona und dem Wetter ein Schnippchen kann man mit der dritten Idee schlagen, nämlich mit dem Bastel-Adventskalender, der von gleich drei Partnern aufgelegt wird – vom Freizeitzentrum, der Initiative der Selbstständigen Unser Pößneck und der Stadt. Das FZZ stellt 250 Basteltüten mit je 24 Teilchen bereit, die samt Bastelanleitung über Pößnecker Geschäfte kostenfrei an Kunden mit Kindern im Alter zwischen fünf und neun Jahren abgegeben werden. Die Stadt finanziert das Ganze. Die Tüten werden ab 27. November, dem Freitag vor dem 1. Advent, ausgegeben.

Die Kinder können – so lange der jeweilige Vorrat reicht – unter zwei Motiven auswählen. Zum einen kann man ein „Pößnecker Corona-Fressmonster“ zusammenfügen, damit die Stadt von der Plage möglichst verschont bleibe, so die Urheber der Idee. Ein Stück weit soll den Kindern damit auch die Angst vor Corona genommen werden. Zum anderen kann man, weil Pößneck quasi eine Türme-Stadt sei, den Glocken- oder den Weißen Turm bauen, und zwar kindgerecht in bunt. Eine Mini-Lichterkette gehört nicht zum Paket, könnte aber extra in die Filztürme integriert werden.

Freilich, am schönsten wäre es, wenn die Kinder (und ihre Eltern) tatsächlich die Geduld hätten, jeden Tag nur eines der 24 Teile zu verbauen, so die Initiatoren dieses Adventskalenders. Aber das soll jeder Familie selbst überlassen sein.

Diese können, wenn sie es möchten, die Werke ihrer Kinder mit oder ohne jungem Schöpfer ab Heiligabend auf der Facebook-Seite des Freizeitzentrums veröffentlichen. Die Bilder sollten am besten mit ein paar Gedanken zur Bastelei oder zur Aktion versehen werden. Und damit sich die Mühe extra noch lohnt, werden unter allen Posts drei in Pößneck einlösbare 20-Euro-Gutscheine für Kinderbücher verlost.