Pößneck: Ein Radweg für den Fuß der Altenburg

Pößneck.  Zum theoretisch machbaren Projekt gibt es einige Praxis-Probleme. Welche das sind, steht hier.

Mit einem Geh- und Radweg an der Südseite der Altenburg müssten Zwei- und Vierbeiner nicht auf der Landesstraße laufen, wenn sie zur Altenburg, zur Kleingartenanlage Kirschplantage oder nach Wernburg wollen.

Mit einem Geh- und Radweg an der Südseite der Altenburg müssten Zwei- und Vierbeiner nicht auf der Landesstraße laufen, wenn sie zur Altenburg, zur Kleingartenanlage Kirschplantage oder nach Wernburg wollen.

Foto: Marius Koity

In den Pößnecker Stadtratssitzungen wird immer wieder über Radwege gesprochen. Auf den Tischen der städtischen Verwaltung liegt nun eine konkreter Vorschlag der Birso/UBV-Stadtratsfraktion.

So will Birso-Chef Wolfgang Kleindienst, dass in Pößneck-Süd zwischen der Kreuzung Straße des Friedens/Wernburger Weg und dem Ortsausgang in Richtung Wernburg, entlang der Landesstraße L 1102, ein Geh- und Radweg angelegt wird. Nach der kurzen Debatte im jüngsten Plenum wird sich der Technische Ausschuss des Pößnecker Stadtrates noch in diesem Herbst mit dem Thema beschäftigen, kündigte Bauamtsleiter Frank Bachmann auf Nachfrage an.

Verkehrssicherheitund Tourismus

Unabhängig vom Birso/UBV-Antrag stehe der Gedanke eines Radweges um den südlichen Teil der Altenburg herum schon auf der Bauamts-Wunschliste für den Fall, dass Pößneck die Landesgartenschau 2028 bekommt, so Bachmann. Im Blick habe man nicht nur Verkehrssicherheitsaspekte, sondern auch die familienfreundliche Erschließung des neuen touristischen Schwerpunkts Altenburg. Sowohl Bachmann als auch Ordnungsamtsleiter Andreas Blümel waren gegenüber dieser Zeitung der Meinung, dass ein Geh- und Radweg rechts der Fahrtrichtung in Richtung Wernburg theoretisch machbar sei.

In der Praxis müsste der Weg über den jetzigen Straßengraben gebaut werden, was wiederum die Herstellung einer normgerechten Oberflächenentwässerung voraussetzt. Ein Fels, der bis fast an die Straße reicht, müsste abgetragen und im Bereich einer privaten Stufenanlage könnte es eng werden. Der Baumallee dürfte nicht allzu viel passieren, so erste Einschätzungen. Die Eingriffe in die Natur hängen vom gewünschten Radweg-Standard, insbesondere von dessen Breite ab. Anderthalb Meter sollten es schon sein, ideal wären wohl zwei Meter. Kleindienst stellt sicherheitshalber klar: „Wir beabsichtigen nicht die Enteignung von Grundstückseigentümern.“

Sollte das Projekt grundsätzliche kommunalpolitische Zustimmung finden, dann würde Bachmann ergebnisoffene Planungs- und Vermessungsarbeiten anschieben. Die dafür erforderlichen 10.000 Euro ließen sich finden. Der Bau an sich wäre ein paar Nummern größer.

Wenn’s gut und breit genug werden soll, dann müsste man mit Kosten von bis zu 400 Euro pro Längenmeter rechnen, überschlug Bauamtsmitarbeiter Lutz Wagner gegenüber dieser Zeitung. Allein für die 320 Meter bis zum Ortsausgang wäre die Stadt also mit bis zu 128.000 Euro dabei. Schon deshalb sagt Bachmann: „Wir werden nicht ohne Fördermittel bauen.“ Mit Blümel ist er sich einig, dass das Straßenbauamt Ostthüringen als Trägerin der L 1102 einbezogen werden sollte. Nicht zuletzt wird in der Gemeinde Wernburg ein Interesse an einem sicheren Geh- und Radweg in die Stadt vermutet. Nach einem Baubeginn in 2021, so Kleindiensts Vorstellung, sieht es eher nicht aus.

Ein solcher Radweg sollte schon innerhalb der Stadt vernünftig angebunden werden, findet Grünen-Stadtrat Steve Richter. So sollte man sich Gedanken machen, wie Radfahrtouristen etwa vom Oberen Bahnhof zur Altenburg kommen. Die Grüne/SIP-Stadtratsfraktion fordert die Entwicklung eines städtischen Radewegekonzeptes.