Pößneck: Kommissar Zufall schlägt in einer Kleingartenanlage zu

Pößneck  Aus dem Gerichtssaal: 47-jähriger Mann wird wegen unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln zu einer Geldstrafe von 2100 Euro verurteilt.

Wegen Pillen wie diesen zahlt eine 47-jähriger Pößnecker doppelt drauf. Ihm wurden nicht nur Ecstasy-Tabletten schlechter Qualität angedreht, er wurde damit auch von der Polizei erwischt.

Wegen Pillen wie diesen zahlt eine 47-jähriger Pößnecker doppelt drauf. Ihm wurden nicht nur Ecstasy-Tabletten schlechter Qualität angedreht, er wurde damit auch von der Polizei erwischt.

Foto: Daniel Volkmann

Schlechte Geschäfte kann man in allen Branchen machen, auch in den illegalen. So hat sich ein 47-jähriger Pößnecker einen Vorrat an Ecstasy-Pillen besorgt, weil sie „sehr preiswert“ gewesen seien, wie der Mann dieser Tage vor dem Strafrichter des Amtsgerichtes Pößneck zu Protokoll gab. Als er sich das Zeug dann eingeworfen hatte, habe er allerdings schnell eine „schlechte Qualität“ feststellen müssen.

Gut, dass es die Polizei gibt – die ersparte ihm nämlich den Konsum des Mists in jeder Hinsicht. Beamte fanden im Kleingarten des 47-Jährigen neben 32 Ecstasy-Pillen unter anderem auch Marihuana, Crystal Meth und eine grünende Cannabis-Pflanze im Blumentopf – und nahmen alles mit, als sie gingen.

Eigentlich ging es nur um Corona

Dabei hatten die Polizisten anscheinend gar nicht vor, einen Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz aufzuklären. Vielmehr hätten sie im April des vergangenen Jahres auf dem Pößnecker Lidl-Parkplatz die Einhaltung der Corona-Regelungen beobachtet. Da sei ihnen ein Mann aufgefallen, dem sie fußläufig in die nahegelegene Kleingartenanlage folgten.

Auf der Parzelle des 47-Jährigen hätten die Beamten dann mehrere Männer angetroffen, die eigentlich nur zur Einhaltung der Infektionsschutzbestimmungen belehrt werden sollten. Wie in jedem schlechten Krimi habe sich der Pächter des Gartens aber so auffällig verhalten, dass sich die Polizisten für den Grund der Aufregung interessierten. Schließlich habe der 47-Jährige seine zur Faust geballte Hand geöffnet – und es kam eine pinke Ecstasy-Tablette zum Vorschein. Der Gartenfreund habe seine Dummheit erkannt – und alles herausgerückt, was er hatte.

Beim Öffnen einer Kassette geht Beil zu Bruch

Eingezogen wurde allerdings nicht nur den Vorrat des Gartenfreundes. In einem Schuppen fiel den Beamten eine verschlossene Geldkassette auf, über welche der 47-Jährige erklärte, dass sie ihm nicht gehöre. Er bewahre das Ding für einen Bekannten auf, den er nur beim Vornamen kennen würde und der wohl im Gefängnis sitze. Die Beamten griffen zu einem Beil und zerschlugen den Behälter – in welchem sich unter anderem Hanfsamen und weitere Ecstasy-Tabletten befanden. Laut Polizeiprotokoll sei bei der Aktion auch das Beil kaputt gegangen.

Nun war der 47-Jährige vor dem Strafrichter zwar geständig und einsichtig, er verzichtete auch auf die Rückgabe der eingezogenen Betäubungsmittel und Rauschgiftkonsumutensilien. In den vergangenen 15 Jahren hatte er Gerichte in Thüringen und Sachsen allerdings ein Dutzend Mal beschäftigt. Einmal saß er auch mehrere Monate ein. Die Palette seiner Straftaten reicht von Straßenverkehrs- und Körperverletzungdelikten über Bedrohung und Beleidigung bis zu Verstößen gegen das Tierschutz- und das Betäubungsmittelgesetz. Als Arbeitsloser, der knapp bei Kasse sei, arbeite er zurzeit noch eine alte Geldstrafe ab, hieß es. Jetzt kam eine frische drauf.

Urteil ist rechtskräftig

Wegen des im April 2020 festgestellten unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln wurde der 47-Jährige zu einer Geldstrafe von 2100 Euro (70 Tagessätze) verurteilt. Richter Dieter Marufke folgte ohne Abstriche dem Antrag von Staatsanwältin Karola Glöck. Der 47-Jährige schien die Strafe so erwartet zu haben – denn er nahm das Urteil noch im Gerichtssaal an.