Wirtschaft / Kommunales

Pößneck: Kommunale Wirtschaftsförderung für Einzelhandel und Gastronomie

Pößneck  Nach dem Erlass von Sondernutzungsgebühren will Bürgermeister Michael Modde (parteilos) bei Bedarf weitere Hilfestellungen prüfen lassen

Die Gebühren für die Nutzung öffentlicher Flächen etwa durch Aufsteller wie diesem werden Gewerbetreibenden mit Betriebssitz in Pößneck in diesem Jahr erlassen.

Die Gebühren für die Nutzung öffentlicher Flächen etwa durch Aufsteller wie diesem werden Gewerbetreibenden mit Betriebssitz in Pößneck in diesem Jahr erlassen.

Foto: Marius Koity

Der Einzelhandel und die Gastronomie gelten als die großen Verlierer der Corona-Pandemie und -Einschränkungen. Mal offen und mal versteckt erwarten die Betroffenen nicht zuletzt kommunale Wirtschaftsförderungsmaßnahmen. Was könnte da die Stadt Pößneck leisten?

Noch im alten Jahr hat der Pößnecker Stadtrat die Aussetzung einer Reihe kommunaler Sondernutzungsgebühren für Gewerbetreibende mit Betriebssitz in Pößneck beschlossen, erinnerte Bürgermeister Michael Modde (parteilos) in einem Gespräch mit dieser Zeitung. Die seinerzeit einstimmig getroffene Regelung gelte für das gesamte laufende Jahr.

Die Einzelhändler und Gastronomen koste es damit nichts, wenn sie Waren vor den Geschäften etwa in der Fußgängerzone bewerben, präsentieren und verkaufen. Aber auch Tische und Stühle dürfen gebührenfrei auf städtischem Grund und Boden stehen.

Dadurch sparen die einzelne Geschäfte verkaufsfördernde Ausgaben in zwei- bis dreistelliger Höhe. Die Stadt verzichte auf Einnahmen von 4000 bis 5000 Euro. Sondernutzungsgebühren wurden den Gewerbetreibenden schon 2020 komplett erlassen.

Mieten in Höhe von 8000 Euro erlassen

Im vergangenen Jahr habe die kommunale Grundstücks- und Wohnungsgesellschaft Pößneck/Triptis mbH (GWG) insgesamt elf gewerblichen Mietern aus den beiden Städten befristet beziehungsweise für die Dauer der ersten Corona-Welle die Miete erlassen. Das sei eine Wirtschaftsförderung in Höhe von etwa 8000 Euro gewesen. In Not- und Einzelfällen könnte eine derartige Unterstützung erneut geprüft werden, so Modde als Vorsitzender des GWG-Aufsichtsrates.

Konkrete Vorstellungen über Art und Weise weiterer Hilfestellungen für den Einzelhandel und die Gastronomie liegen der Stadt nicht vor, so der Bürgermeister. Er werde die Vorstände der Initiative der Selbstständigen Unser Pößneck und des Pößnecker Wirtevereines kontaktieren, kündigte Modde an. Gemeinsam soll geprüft werden, was sich mit einem überschaubaren Aufwand beziehungsweise einem angemessenen Kosten-Nutzen-Verhältnis vor Ort machen lasse.

Wichtig sei es, überall dort, wo es möglich ist, lokal zu kaufen, resümierte Modde. "Wenn wir eine bestimmte In­frastruktur in der Stadt haben wollen, dann muss jeder seinen Beitrag dazu leisten", so der Appell des Stadtoberhauptes an die Pößnecker.