Pößnecker Bücherflohmarkt muss wieder umziehen

Pößneck.  Für den Laden im Steinweg 18 hat die kommunale Grundstücks- und Wohnungsgesellschaft Pößneck/Triptis mbH (GWG) einen zahlenden Mieter gefunden.

Silvia Weise und ihre Mitstreiter im Bücherflohmarkt des Freundeskreises der Pößnecker Stadtbibliothek müssen sehen, wie sie die umfangreichen Bücherspenden in ein neues Domizil retten.

Silvia Weise und ihre Mitstreiter im Bücherflohmarkt des Freundeskreises der Pößnecker Stadtbibliothek müssen sehen, wie sie die umfangreichen Bücherspenden in ein neues Domizil retten.

Foto: Marius Koity

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Der ständige Bücherflohmarkt des Pößnecker Stadtbibliotheks-Freundeskreises muss aus dem Steinweg 18 raus. Entsprechende Informationen dieser Zeitung bestätigte am Dienstag die Vereinsvorsitzende Silvia Weise.

Demnach muss der Freundeskreis Bilke sein jetziges Domizil allerspätestens Ende Februar geräumt haben. Die kommunale Grundstücks- und Wohnungsgesellschaft Pößneck/Triptis mbH (GWG), die seit dem vergangenen Sommer neuer Eigentümer des Objektes ist, hat nämlich einen zahlenden Mieter für das Erdgeschoss am Durchgang zum Schulplatz gefunden.

„Wir veranstalten am 1. Februar so etwas wie einen Räumungsverkauf“, kündigte Silvia Weise an. „Wir müssen vor dem Umzug so viele Bücher wie möglich los werden.“ An dem Samstag werden Mitglieder des Vereines von 9 bis 18 Uhr im Laden stehen. Die Bücher aller Art werden jetzt quasi zum halben Preis, gegen eine Spende von nur noch einem Euro pro Kilogramm abgegeben.

Dem Verein sei von der GWG zwar ein neues Domizil in der Straubelstraße angeboten worden. Eine Entscheidung habe man allerdings noch nicht getroffen. Knackpunkt sind die Konditionen. Im Steinweg ist der Verein Gast, in der Straubelstraße müsste er neben einer wohl nur symbolischen Miete die vollen Betriebskosten übernehmen.

„Wir haben keine zwanzig Leute im Verein, die Betriebskosten würden die Mitgliedsbeiträge bei weitem übersteigen“, so Silvia Weise. Der ehrenamtlichen Arbeit werde der Reiz genommen. „Die Stadt Pößneck wollte sich irgendwie einbringen“, berichtet die Vereinsvorsitzende weiter. Verbindlich sei noch nichts.

Und auch wenn man am 1. Februar das Glück eines Rekordabsatzes haben sollte, werde man Bücher in Größenordnungen der Blauen Tonne anvertrauen müssen. Denn die Räumlichkeiten in der Straubelstraße seien wesentlich kleiner. „Was nicht so gut aussieht, werden wir entsorgen müssen“, bedauert Silvia Weise.

Beim letzten Umzug, Anfang Oktober 2016, wurde der Bestand des Flohmarktes mit der Hilfe von Freiwilligen aus dem vormaligen Domizil Café Neubert in den Steinweg 18 geschleppt. „So einfach ist das dieses Mal nicht, wir werden eine Umzugsfirma bestellen müssen“, so Silvia Weise.

Wirtschaftlichkeit und Innenstadt-Belebung

„Es ist nicht so, dass wir die Bücherfreunde vor die Tür setzen“, sagt GWG-Geschäftsführer Ingo Kruwinnus. „Wir sind allerdings verpflichtet, auf die Wirtschaftlichkeit zu schauen.“ Ein dauerhafter Mieter mit täglichem Publikumsverkehr im Steinweg 18 sei zudem ein weiterer Beitrag zur Belebung der Innenstadt. Und was die Straubelstraße angeht, da komme man dem Verein doch sehr entgegen.

Wer zieht denn in die frei werdenden Räume ein? Ein Dienstleister aus dem Bereich Gesundheit, antwortet Ingo Kruwinnus. Nach einigen Investitionen soll der neue Laden im Frühjahr oder Frühsommer eröffnet werden.

Den Freundeskreis der Stadtbibliothek Bilke Pößneck gibt es seit 2008. Nach den Anfängen im Bilkenkeller wurde der erste ständige Bücherflohmarkt 2011 im Café Neubert unter den bisher besten Bedingungen eröffnet und betrieben. Im Laufe der Jahre habe man etliche Tonnen gebrauchter Bücher sowie Medien anderer Art umgeschlagen. Der kommunalen Bücherei seien für Neuanschaffungen und die Finanzierung von Veranstaltungen weit mehr als 25.000 Euro zur Verfügung gestellt worden.

Die Mitglieder erhalten für ihre Einsätze keinerlei Zuwendungen aus der Vereinskasse. Mit Silvia Weise ist eine Krölpaerin der Kopf dieses Pößnecker Vereines.

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