Pößnecker Stadtrat geht auf Abstand

Pößneck.  Nur 31 Minuten dauerte die Haushaltssitzung unter außergewöhnlichen Bedingungen in der Krisenzeit

Die öffentliche Sitzung des Pößnecker Stadtrats in der Shedhalle war notwendig, da es den Haushalt zu beschließen galt.

Die öffentliche Sitzung des Pößnecker Stadtrats in der Shedhalle war notwendig, da es den Haushalt zu beschließen galt.

Foto: Martin Schöne

Immer mal was Neues: Im Rahmen der Sitzung des Pößnecker Stadtrats am Mittwochabend galt dieser meist lapidar dahingesprochene Allgemeinplatz gleich in zweierlei Hinsicht. Denn zum einen zeigte sich das Gremium im Verlauf der nur 31-minütigen Haushaltssitzung ungewohnt zurückhaltend, was ausufernde Diskussionen anbelangte. Um ein Vielfaches auffälliger waren hingegen die Rahmenbedingungen der öffentlichen Sitzung, denn diese fand unter Ausnahmebedingungen wegen des Coronavirus in der Shedhalle statt. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog.

Diese Lösung war laut Bürgermeister Michael Modde (parteilos) gewählt worden, weil der Beschluss des Haushalts 2020 und des Finanzplanes keinen Aufschub mehr duldete und die Örtlichkeit es erlaubte, die Mitglieder des Stadtrats unter Einhaltung entsprechender Abstände im Saal zusammenkommen zu lassen.

Eine erste Zusammenfassung

Eine erste Zusammenfassung der Sitzung, die wohl zu den kürzesten in der Pößnecker Stadtratsgeschichte zählen dürfte, lautet wie folgt: Die Fraktionen zeigten sich gegenüber dem Ansinnen des Bürgermeisters größtenteils aufgeschlossen, die dringlichsten Beschlüsse zu Haushalt und Finanzplan in der außerordentlichen Lage hinsichtlich der Corona-Krise ohne längere Debatten zu fassen. „Eine Ergebnissitzung“ nannte es der Stadtratsvorsitzende Marc Roßner. In einer kurzen Runde gaben die Fraktionsvorsitzenden zumeist ihre Zustimmung zu Protokoll. Wenige Nachfragen wurden gestellt, vor allem bezüglich der möglichen wirtschaftlichen Folgen für die Stadt.

Sowohl der Haushalt 2020 als auch der Finanzplan wurden mit einer Nein-Stimme mehrheitlich verabschiedet. Zwei Stadtratsmitglieder stimmten gegen den Beschluss, dem Bürgermeister in der Corona-Krise befristet bis August mehr Kompetenzen zu verleihen, um bestimmte Aufgaben auch ohne Stadtratsentscheidung zu erledigen. Im Anschluss an diesen erfolgreichen Antrag war dann alles auch schon zu Ende.