Pressestelle der Landespolizeiinspektion Saalfeld: Wie der Unfall in die Zeitung kommt

Saalfeld.  Die Pressestelle der Polizei in Saalfeld berichtet über Einsätze aus Saalfeld-Rudolstadt und dem Saale-Orla-Kreis. Neu im Amt ist dort Pierre Brückner.

Pierre Brückner ist seit dem 1. September für den Bereich Presse und Öffentlichkeitsarbeit bei der Landespolizeiinspektion in Saalfeld tätig.

Pierre Brückner ist seit dem 1. September für den Bereich Presse und Öffentlichkeitsarbeit bei der Landespolizeiinspektion in Saalfeld tätig.

Foto: Dominique Lattich

„Wenn die Leute sagen ,Davon liest man wieder nichts in der Presse’, hat das zu 99 Prozent auch seine Gründe“, sagt Pierre Brückner, der seit dem 1. September die Öffentlichkeitsarbeit der Polizei für die Landkreise Saale-Orla und Saalfeld-Rudolstadt leitet. „In der Polizeiinspektion Saalfeld werden die Einsätze aus dem gesamten Gebiet „gebündelt und bewertet“, erklärt er.

Regelmäßig wird das Presseportal im Internet gepflegt. „Wir schauen immer, was dabei für die Presse und die Öffentlichkeit interessant ist.“ Unfälle, Einbrüche, Trickbetrüger: Einerseits wird ein Fall interessant, wenn Zeugen gesucht werden, andererseits sind sie auch dann wichtig, wenn Menschen gewarnt werden sollen.

Je nach Arbeitsaufkommen der Kollegen, die im Einsatz sind und nach Relevanz erscheinen schließlich die Beiträge im Online-Portal und sind dort abrufbar für die Redaktionen. Zuvor entscheidet aber der Verfasser, der neben Pierre Brückner und seiner Mitarbeiterin Stefanie Kurrat beispielsweise auch ein Dienstschichtleiter sein kann, ob der Beitrag für die Presse freigegeben werden kann oder nicht.

„Letztlich dürfen die Pressemeldungen die Ermittlungen nicht gefährden“, sagt Pierre Brückner und erklärt an einem Beispiel: „Wenn wir bei jemandem größere Mengen Drogen finden und davon ausgehen, dass noch mehr Menschen in seinem Netz sind, würden wir sie mit einer öffentlichen Meldung vorwarnen und ihnen damit die Gelegenheit geben, unterzutauchen.“ Deswegen werden manche Delikte, die wahrscheinlich einen umfangreicheren Hintergrund haben, manchmal zunächst zurückgehalten.

Gleichsam versucht er, ein Gleichgewicht in der Pressearbeit unter den verschiedenen Dienststellen zu halten. Zuarbeiten kommen aus Pößneck, Schleiz, Bad Lobenstein, Saalfeld und Rudolstadt. „Von zwei Seiten Einsatz bleiben dann vielleicht noch fünf Sätze mit den wichtigsten Informationen übrig“, so Brückner.

Wenn es stressig ist, können die Meldungen auch verspätet kommen

Ob bei Straftaten Nationalitäten seitens der Polizei genannt werden sollen oder nicht, sei nicht konkret vorgegeben. „Das entscheidet jeder Bearbeiter und Verfasser der Meldungen selbst nach eigenem Ermessen.“ Für manche Kollegen gehöre es wie das Alter, Wohnort und Geschlecht mit zu einer Personenbeschreibung, die ansonsten aber Anonymität wahren soll.

Dass nicht immer jeder Einsatz in das Presseportal eingepflegt wird, hängt meist mit dem Arbeitsaufkommen zusammen. „Wenn die Schicht nachts stressig ist, kommen die Kollegen schlicht einfach nicht dazu, die Meldungen einzustellen“, erklärt der Leiter der Presseabteilung.

Wichtige Fälle, wenn beispielsweise Zeugen gesucht werden, werden aber schnellstmöglich nachgezogen. Dabei kann ein weiterer Haken im System der Pressestelle gesetzt werden: „Relevant für“, sagt der Hauptkommissar und ergänzt, dass dann Städte wie Pößneck oder Schleiz angekreuzt werden können.

Der 42-Jährige ist seit 22 Jahren bei der Polizei tätig. Dieser neue Bereich seines Tätigkeitsfeldes gebe ihm immer einen Überblick über die Einsätze in der gesamten Umgebung.