RAG Saale-Holzland finden gute Beispiele aus drei Ländern

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Die Teilnehmer der RAG- Exkursion kurz vor der Abreise aus Tangermünde. Links Landrat Andreas Heller und Regionalmanagerin Ina John.

Die Teilnehmer der RAG- Exkursion kurz vor der Abreise aus Tangermünde. Links Landrat Andreas Heller und Regionalmanagerin Ina John.

Foto: Landratsamt

Eisenberg.  Exkursion der Regionalen Aktionsgruppe Saale-Holzland dreht sich um kommunale Daseinsvorsorge

Kommunale Daseinsvorsorge und erfolgreiche Praxisbeispiele aus drei Bundesländern standen im Mittelpunkt der diesjährigen Exkursion der Regionalen Aktionsgruppe (RAG) Saale-Holzland. Die RAG hatte dazu wieder ihre Mitglieder aus allen gesellschaftlichen Bereichen eingeladen.

Wie das Landratsamt mitteilt, führte die Tour diesmal in den Landkreis Stendal, ins Göttinger Land und ins Eichsfeld. Ein eng getaktetes, vielfältiges Programm bot die Möglichkeit, verschiedenste Leader-Projekte in Dörfern und Städten kennenzulernen.

Unterwegs in Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Thüringen

Erste Station war die Kreisstadt Stendal, die nach einer sehr wechselvollen Geschichte in den 1990ern und 2000ern dank Bundes- und EU-Förderprogrammen, aber auch dank bürgerschaftlichen Engagements zu neuer Blüte fand, wie Dirk Michaelis, Leiter des Bauordnungsamtes des Kreises, auf einem Stadtrundgang erklärte. Anfang der 1990-er Jahre war Stendal ein Auslöser für das Programm „Stadtumbau Ost“, in dessen Folge rund 4500 Wohnungen am Stadtrand verschwanden, das Stadtzentrum aber mit Hunderten Millionen Euro Fördermitteln erfolgreich aufgewertet wurde. Dirk Michaelis berichtete von Bürgeraktionen wie „Rettet die Altstadt“ und einem vielbeachteten Fassadenwettbewerb.

Beim nächsten Stop im mittelalterlichen Stadtzentrum von Tangermünde zeigten Stadtführerin Regine Schönberg und Anja Hünemörder vom Bauamt der Stadt drei aufwendig verwirklichte Leader-Projekte: das Neustädter Tor (ein charakteristisches Bauwerk der norddeutschen Backsteingotik), die 24 Meter hohe spätgotische Schauwand des Rathauses und das Burgmuseum „Schlossfreiheit“; bei allen dreien wurden im Interesse der Barrierefreiheit digitale Informationsmöglichkeiten installiert.

Der zweite Tag begann im 350-Seelen-Dorf Spanbek, zum Flecken Bovenden im Landkreis Göttingen gehörend, mit dem Projekt „Unser Dorf fährt elektrisch“. Hier berichteten Dorfmoderatorin Margitta Kolle und der ehrenamtliche Betreuer des Elektroautos, Jochen Kirchhelle, begeistert von ihren Aktivitäten. Im Ortsteil Bremke der Einheitsgemeinde Gleichen, der den Titel „Digitales Dorf in Niedersachsen“ trägt, führte die ehrenamtliche Ortsbürgermeisterin Karin Jürgens zum Dorfladen, zeigte den digitalen Schaukasten und informierte über die Dorffunk-App – alles Projekte, die dazu beitragen, das soziale Gefüge im Dorf und den Zusammenhalt zu stärken.

Letzte Station waren die Eichsfeld Werke. Dies war seit Längerem Wunsch des RAG-Vorstands gewesen, weil hier eine in den neuen Bundesländern einzigartige Verknüpfung von Aufgaben der kommunalen Daseinsvorsorge geschaffen wurde. Landrat Werner Henning und Geschäftsführer Ulrich Gabel erläuterten den Werdegang des Unternehmens. Dazu besichtigte die Gruppe im Anschluss noch eine Kleinanliefererstation in Beinrode.

Das Fazit der Teilnehmer fiel durchweg positiv aus. Erfahrungen, neue Sichtweisen und Anregungen nahmen alle mit nach Hause, und so mancher überlegte schon auf der Heimfahrt, wie sich das eine oder andere Projekt auch in seinem Ort umsetzen lässt. Für 2023 plant die RAG auf jeden Fall wieder eine Exkursion.