Ranis: Vom Glück eines Einkaufsmarkts im eigenen Städtchen

Ranis.  Besonders in Zeiten der Krise zeige sich erneut, wie dankbar die Menschen der Burgstadt für ihr Marktzentrum sind

Viele Kunden des Raniser Marktzentrums seien gerade jetzt dankbar, dass es im Ort wieder einen Nahversorger gibt. Sie bringen sogar Geschenke vorbei, etwa jenes, dass Marktleiterin Kathrin Kirves hier zeigt. Auch Bernd Riemann (links) und Winfried Zein vom Genossenschaftsvorstand sind zufrieden mit der Entwicklung des Hauses.

Viele Kunden des Raniser Marktzentrums seien gerade jetzt dankbar, dass es im Ort wieder einen Nahversorger gibt. Sie bringen sogar Geschenke vorbei, etwa jenes, dass Marktleiterin Kathrin Kirves hier zeigt. Auch Bernd Riemann (links) und Winfried Zein vom Genossenschaftsvorstand sind zufrieden mit der Entwicklung des Hauses.

Foto: Martin Schöne

Seit dem Jahr 2016 besteht mit dem Raniser Marktzentrum wieder ein Nahversorger in der Burgstadt, der die Menschen mit allem Nötigen versorgt und auch als Ort der Gemeinschaft zum Verweilen einlädt. Nun teilen die Verantwortlichen mit, dass sich die Kunden jetzt in Zeiten der Krise ganz besonders dankbar zeigten, dass sie nicht weit fahren müssten, um die Dinge des täglichen Bedarfs einzukaufen. Das äußere sich zum einen in höflicher Befolgung der derzeit strengen Auflagen zum Besuch von Supermärkten, zum anderen aber sogar in Form von kleinen Dankes-Präsenten.

„Wir wollen die Gelegenheit nutzen, um einmal nicht nur den fleißigen Mitarbeitern für ihren täglichen Einsatz zu danken, sondern auch den Dank der Mitarbeiter an die Kundschaft weiter zu tragen“, sagen Bernd Riemann und Winfried Zein vom Vorstand der Marktgenossenschaft am Dienstagnachmittag. Es sei ein großes Glück, einen Nahversorger im Ort zu haben. „Viele wollen im Moment nicht mehr in die großen Märkte fahren und dafür vielleicht noch den öffentlichen Nahverkehr nutzen müssen“, führt Christina Groß, erste Vorsitzende des Vereins Mittendrin-in-Ranis, aus.

90 Prozent sind einsichtig

Marktleiterin Kathrin Kirves betont: „Wir sind wirklich sehr erfreut über unsere Kundschaft, die wir seit Jahren gut gehegt und gepflegt haben.“ Das zahlten die Menschen nun zurück. Sie hielten sich größtenteils vorbildlich an Auflagen wie Hände-Desinfektion und Abstände zueinander im Markt und würden in der Regel höflich mit dem Personal umgehen, das in dieser Zeit schließlich immer wieder auf die Regelungen hinweisen müsse. „90 Prozent sind verständnisvoll und einsichtig“, so Bernd Riemann. Dieser rücksichtsvolle und das Team unterstützende Umgang sei wichtig, denn bei Nichteinhaltung drohten dem Markt Konsequenzen oder Strafen von Behördenseite, erläutert die Marktleiterin. Kathrin Kirves verzeichne eine coronabedingt erhöhte Nachfrage und das Team versuche, die Regale gefüllt zu halten. „Jede Woche ist wie im Weihnachtsgeschäft“, illustriert sie.

Ehrenamt stützt den ländlichen Raum

Christina Groß – sie hatte das Projekt eines genossenschaftlichen Marktzentrums vor etwa 12 Jahren gemeinsam mit Birgit Riemann initiiert – vergisst nicht darauf hinzuweisen, dass die Betreiber von der Marktgenossenschaft alles im Ehrenamt machten und dankt daher auch dem Vorstand in Person von Winfried Zein und Bernd Riemann: „Es ist unser Glück, dass das Ehrenamt den ländlichen Raum stützt.“ Auf Nachfrage bestätigen die beiden den Eindruck, dass das Marktzentrum in Ranis ein Erfolgsmodell ist. „Die Nachfrage durch die Kunden ist stabil und steigt in der Tendenz an“, so Riemann. Bis heute gebe es Menschen, die gegenüber den Verantwortlichen ihre Freude zum Ausdruck bringen, dass es den Markt mit Fleischer, Bäcker und Postfiliale gebe. „Das Konzept trägt sich und schreibt schwarze Zahlen“, fasst Bernd Riemann zusammen.

Doch nicht die Zahlen, sondern die Menschen stünden im Vordergrund, fügt Christina Groß an. „Die Mitarbeiter haben stets auch einen fürsorglichen Blick auf die älteren Menschen. So gibt es derzeit die Möglichkeit, im Markt Bestellungen aufzugeben, die dann durch ehrenamtliche Helfer ausgeliefert werden“, erläutert sie.