„Rechnung ohne den Wirt gemacht“

Drei Fragen an Andreas Dreißel, Chef der bäderbetreibenden Stadtmarketing Pößneck GmbH, zum Sportvereinsschwimmen im Pößnecker Stadtbad.

Andreas Dreißel, Geschäftsführer der bäderbetreibenden Stadtmarketing Pößneck GmbH.

Andreas Dreißel, Geschäftsführer der bäderbetreibenden Stadtmarketing Pößneck GmbH.

Foto: Marius Koity

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HABEN VEREINE UNTER BERUFUNG AUF DAS NEUE THÜRINGER SPORTFÖRDERGESETZ SCHON ANGEFRAGT, OB SIE DAS STADTBAD GRATIS NUTZEN KÖNNEN?

Ja. Aber wir können da keine Antwort geben außer jener, dass erst einmal alles wie gehabt bleibt. Es gibt zwar ein neues Gesetz, aber keine Durchführungsbestimmungen. Wir hören uns zwar um, so richtig weiß aber keiner Bescheid. Es ist beispielsweise unklar, ob das Stadtbad überhaupt unter die Bestimmungen dieses Gesetzes fällt.

WARUM IST DAS UNKLAR?

Vereine können für ihren Übungs- und Wettkampfbetrieb geförderte Sportanlagen öffentlicher Träger kostenfrei nutzen. Das Stadtbad gehört allerdings voll und ganz einer GmbH. Und es ist ohne jegliche Förderung des Landes gebaut worden. Das Gesetz ist auch aus anderen Gründen widersprüchlich.

ZUM BEISPIEL?

In unserem alten Stadtbad durften Vereine ja kostenlos trainieren und damals wurden wir vom Finanzamt gezwungen, Umsatzsteuer auf Einnahmen aus diesem Vereinsschwimmen abzuführen, die wir gar nicht hatten. Das dürfte jetzt im Ernstfall von vorne losgehen. Jedenfalls sagt das Sportfördergesetz nichts zu dieser Kollision mit der Steuergesetzgebung. Wenn wir im Falle eines Falles die entgangenen Einnahmen erstattet bekommen sollten, wobei sich die Frage stellt, ob die eingeplanten Gelder überhaupt für ganz Thüringen ausreichen werden, bleiben wir immer noch auf diesem Umsatzsteuerrisiko sitzen. Ich habe kein Problem mit der Förderung der Schwimmsportler. Nur beim Sportfördergesetz wurde meiner Meinung nach eine Rechnung ohne den Wirt gemacht.

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