Resümee: Ein Jahr Bürgerintiative Wernburg-Langenorla

Weiterhin keine bürgernahe Lösung bei der Abwasserentsorgung in Sicht

Uwe Oldenburg, Chef der Bürgerinitiative Wernburg-Langenorla für gerechte Abwasserentsorgung

Uwe Oldenburg, Chef der Bürgerinitiative Wernburg-Langenorla für gerechte Abwasserentsorgung

Foto: Firma Oldenburg

Wernburg/Langenorla. Das Thema Abwasserentsorgung bringt regelmäßig die Bürger im ländlichen Raum auf die Palme. Während in Langenorla die jahrelangen Bauarbeiten zum Anschluss der Grundstücke an das zentrale Abwassernetz erst 2020 begonnen haben, ist man in Wernburg fast auf der Zielgeraden angekommen. Weil in weiten Teilen Langenorlas und im Oberdorf Wernburgs die Errichtung von privaten Anlagen zur Debatte stand und steht, was freilich mit erheblichem finanziellen Aufwand der Grundstücksbesitzer verbunden ist, gründete sich vor einem Jahr die „Bürgerinitiative Wernburg-Langenorla für gerechte Abwasserentsorgung“ (BIWL). Deren Chef Uwe Oldenburg zieht eine eher durchwachsene Billanz.

„Wir sind euphorisch gestartet und haben den Zweckverband Wasser und Abwasser Orla an den Verhandlungstisch gebracht“, sagt er. Im Bereich Wernburg-Oberdorf habe man ein Planungsstopp erlangt und erreicht, dass alternative Ideen – ohne private Anlagen – in die Planungen einfließen. Die BI habe dem Zweckverband Vorschläge unterbreitet, um möglichst vielen Grundstücksbesitzern die Hebeanlagen zu ersparen. Eine Idee war eine Freigefälleleitung, die zwei Grundstücke quert. Dann sei aus Sicht der BIWL, das Ganze ins Stocken geraten, weil kein genauer Trassenverlauf seitens des Zweckverbands bekannt gegeben worden sei.

Aber: „Aus verschiedenen Gründen, technischer Art, geht die Lösung nicht“, sagt Oldenburg. Das wurde wohl bei einem Termin Anfang Dezember erörtert, allerdings ohne Beisein und Wissen der BIWL. Das habe ihn und sein Team enttäuscht. „Von einer konstruktiven Zusammenarbeit kann da keine Rede sein. Ich sehe nicht, dass hier an einer bürgerfreundlichen Lösung ernsthaft gearbeitet wird“, formuliert er spitz.

„Wir wünschen uns vom Zweckverband eine andere Lösung ohne Hebeanlagen“, sagt er und schlägt vor, dass ein Sammler errichtet werden könne – vergleichbar mit jenem im Wernburger-Unterdorf. Wenn nicht, dann müsse zumindest eine großzügige finanzielle Förderung zum Bau der privaten Anlagen erfolgen.

Die Lage in Langenorla habe sich wohl fürs Erste beruhigt. Hier wünscht sich der BIWL-Chef eine bessere Kommunikation zwischen den Bürgern, um ein Ziel zu erreichen, wie er sagt. Denn hier gehen die Meinungen sehr weit auseinander, wenn es ums Entsorgen der Abwässer geht. Durch die Dynamik und neue Informationen könne die Stimmung im Dorf jederzeit wieder kippen.