Riesensprung bei der Besucherzahl

Pößneck.  Bei den öffentlichen Veranstaltungen im Pößnecker Schützenhaus wurden im vergangenen Jahr etwas mehr als 15.300 Gäste gezählt.

Den Weg ins Pößnecker Schützenhaus fanden im vergangenen Jahr mehr Besucher denn je seit der Wiedereröffnung.

Den Weg ins Pößnecker Schützenhaus fanden im vergangenen Jahr mehr Besucher denn je seit der Wiedereröffnung.

Foto: Peter Michaelis

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Es sind zwar schon fast drei Jahre seit der Wiedereröffnung des Pößnecker Schützenhauses vergangen. Dennoch gibt es in Pößneck und Umgebung Menschen, die das Kulturhaus erst (wieder-)entdecken müssen. Und wer schon mal da war, kommt immer öfter gern wieder. Das Ergebnis ist eine 2019er Besucherzahlentwicklung, die Andreas Dreißel, Geschäftsführer der Pößnecker Stadtmarketinggesellschaft und damit des Schützenhauses, als „sehr zufriedenstellend“ einschätzt.

So seien bei den 43 öffentlichen Veranstaltungen unterschiedlichster Art des vergangenen Jahres etwas mehr als 15.300 Besucher gezählt worden. Im Vergleich zu 2018 sei bei einer in etwa gleichen Zahl von Konzerten, Shows, Comedy-Abenden und so weiter ein Gäste-Plus von 43 Prozent verzeichnet worden. Es sei zwar nicht jede Veranstaltung ausverkauft gewesen, was an sich ein Wunschtraum sei, man habe allerdings eine „sehr gute Auslastung“ erreicht, so Dreißel.

Große Bühne für ein großes Laien-Märchenspiel

Tatsächlich ist die Zahl der Menschen, die 2019 im Schützenhaus waren, um 1000 bis 2000 höher. Denn die Teilnehmer an den verschiedenen Firmen-Events von der Jahreshauptversammlung bis zum Betriebsjubiläum, am Neujahrsempfang der Stadt Pößneck, Abi­ball des Gymnasiums oder Tag des Wiedereinstiegs des Landratsamtes werden vom Schützenhaus nicht erfasst, weil das quasi private Veranstaltungen seien. „Wir stellen in diesen Fällen nur die Räumlichkeiten zur Verfügung, alles andere hat uns nicht zu interessieren“, sagt Dreißel. Mit diesen Veranstaltungen Dritter komme man auf mehr als 50 Termine pro Jahr.

Wie ist denn der Riesensprung bei der Besucherzahl zu erklären? „Wir hatten hochkarätige Sachen im Programm“, antwortet Dreißel. „Und wir hatten zwei Veranstaltungen mit freiem Eintritt, bei welchen die Bude voll war.“ Das waren im November die Vorführung des Kinofilms „Ballon“, der ein Stück Pößnecker Geschichte in Erinnerung gerufen hat, und im Dezember das „Eisigartige Märchen“ des Freizeitzentrums. Während regelmäßige Kinoabende nach wie vor kein Thema seien, zumal 2019 der geplante Test mit dem DDR-Filmklassiker „Heißer Sommer“ mangels Nachfrage abgesagt werden musste, können sich Dreißel und sein Team vorstellen, die große Bühne auch 2020 für ein großes Laien-Märchenspiel bereitzustellen. Allerdings habe man im Advent kaum noch terminlichen Spielraum.

Der Kalender sei mittlerweile so gut gefüllt, dass man 2020 wieder auf mehr als 50 öffentliche und private Veranstaltungen unter den Umständen kommen werde, dass in der Open-Air-Saison, zwischen Mitte Juni bis Ende September, kaum etwas passiere. Nach einem top Start mit dem Neujahrskonzert und dem Wolfgang-Stumph-Abend, wo zusätzlich zum Saal jeweils die Empore geöffnet werden musste, seien die ersten Termine schon ausverkauft (Gerd Dudenhöfer/6. Februar, Jürgen von der Lippe/2. Mai). Für das Jimmy-Kelly-Gastspiel vom 22. Mai sollte man sich nicht auf die Abendkasse verlassen, empfiehlt das Schützenhaus-Team.

Dieses freut sich, erstmals eine Hochzeitsgesellschaft empfangen zu können. An einem Wochenende im August sei der kleine Saal für eine Feier mit bis zu 80 Personen gebucht.

Der Publikumserfolg ist das eine, die Wirtschaftlichkeit das andere. Und so räumt Dreißel ein, dass das Schützenhauses für 2019 ein Minus „wohl zwischen 200.000 bis 250.000 Euro“ verbuchen werde. Wie schon im Fall des Stadtbades wird dieser Verlust mit Gewinnausschüttungen der Stadtwerke Energie Jena-Pößneck gedeckt, an welchen die Pößnecker Stadtmarketinggesellschaft 5,9 Prozent hält. Und rechnet man die Subvention auf die Besucherzahlen um, dann kann man sagen, dass jeder Gast einer öffentlichen Veranstaltung im Schützenhaus zwischen zehn bis fünfzehn Euro geschenkt bekommt.

Die Kulturstätte zählt derzeit 18 Mitarbeiter – drei in Vollzeit und zwölf als Veranstaltungshilfskräfte in geringfügiger Beschäftigung, außerdem anteilig drei Mitarbeiter der Stadtmarketinggesellschaft. Neu unter den Vollzeitkräften ist seit Anfang des Jahres Jessica Riedel. Die vorher im Fitness World Club tätige Kauffrau gehört jetzt zum zweiköpfigen Veranstaltungsmanagement des Schützenhauses. In dieser Abteilung war nach der Verabschiedung der Chefin Madlen Scholz, die aus der Region weggezogen ist, eine Stelle frei geworden und die 42-jährige Riedel habe bei fast zwanzig Interessierten an dem Job die ideenreichste Bewerbung vorgelegt, so Dreißel. Außerdem sei sie ja als Organisationstalent bekannt gewesen. Neue Chefin des Veranstaltungsmanagements ist seit Anfang des Jahres die 28-jährige Anne Rimpler.

Im Internet werden kaumKarten verkauft

Ein Wirtschaftsfaktor sei das Schützenhaus auch aus anderem Grund, so Dreißel. Demnach werden drei Gaststätten, eine Landfleischerei und ein Partyservice aus Pößneck und Umgebung ebenso regelmäßig in die Künstlerbetreuung eingebunden wie das Hotel Villa Altenburg in Pößneck und das Schlossberghotel in Neustadt. Bei größeren Gruppen sei auf das Lehrlingswohnheim der Volkssolidarität Verlass. Die Zusammenarbeit mit dem Ratskeller, wo Inhaber eines Schützenhaus-Tickets beim Abendessen vor der Vorstellung einen Rabatt von zehn Prozent erhielten, sei eingestellt worden. Dieses Kombi-Angebot soll allerdings mit einer anderen einheimischen Gaststätte fortgeführt werden.

Welches ist eigentlich die gefragteste Kartenvorverkaufsstelle des Schützenhauses? „Das Stadtbad, mit großem Abstand vor der Stadtinformation und der Buchhandlung Am Markt“, antwortet Dreißel. „Wir haben ein sehr bodenständiges Publikum“, sagt er. Im Internet, wo der Ticket Shop Thüringen der Partner ist, werden vergleichsweise wenige Tickets gebucht.

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