Schleizerin Christel Werner für den Erhalt kleiner Schulen

Schleiz  Landtagswahl 2019: Fragen an Christel Werner, Direktkandidatin im Wahlkreis 33 (Oberland).

Christel Werner tritt als parteilose Direktkandidatin für die SPD zur Landtagswahl im Oberland des Saale-Orla-Kreises an.

Christel Werner tritt als parteilose Direktkandidatin für die SPD zur Landtagswahl im Oberland des Saale-Orla-Kreises an.

Foto: Thomas Dietsch

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Die parteilose Christel Werner aus Schleiz tritt als Direktkandidatin für die SPD zur Landtagswahl am 27. Oktober an.

Welche Schwerpunkte sollte die Landespolitik setzen, damit Arbeitsplätze in der Region erhalten bleiben?

Die Landesregierung muss endlich begreifen, dass es auch eine Region in Thüringen jenseits von Jena oder vom Hermsdorfer Kreuz gibt. Es muss in Ostthüringen eine gezielte, spezielle Wirtschaftsförderung geben. Kein Gebiet in Thüringen darf abgekoppelt werden. Wir brauchen wohnortnahe Arbeitsplätze, damit der Wegzug der jungen Leute gestoppt wird. Arbeitsplätze müssen zur Bevölkerung kommen, also auch nach Ostthüringen. Besonders im Saale-Orla-Kreis begegnen wir regelmäßig den Ergebnissen der langjährigen Niedriglohnpolitik der CDU: Geringe Tarifbindung, weniger betriebliche Mitbestimmung, ein überdurchschnittlicher Anteil prekärer Beschäftigung, schlechte Arbeitsbedingungen und Überstunden sind für viele Beschäftigte im Saale-Orla-Kreis die Regel. Ich werde meinen Beitrag leisten, dies zu ändern.

Gute Arbeitsbedingungen, faire Löhne, gelebte Sozialpartnerschaft, Mitbestimmung und demokratische Teilhabe sind Basis der sozialen Marktwirtschaft.

Welche Jahre im Kindergarten sollten für Eltern beitragsfrei sein?

Die letzten beiden Kindergartenjahre sind durch Rot-Rot-Grün bereits beitragsfrei. Und wir streben an, die Beitragsfreiheit in den Krippen und Kindergärten sowie im Hort Schritt für Schritt auf sämtliche Jahre auszudehnen.

Was soll mit kleinen Schulen passieren, wenn es an Lehrern mangelt?

Die Schulen müssen im Dorf bleiben und auf jeden Fall erhalten werden. Kleine Schulstandorte müssen über Kooperationsmodelle erhalten werden.

Der Lehrerberuf und eine Anstellung in Thüringen muss attraktiver gemacht werden, damit Studienabgänger auch in Thüringen bleiben, so dass man den Bedarf an Lehrern langfristig abdecken kann.

Ärzte- und Medikamentenversorgung auf dem Lande sollen auf welche Weise sichergestellt werden?

Gesundheitsversorgung, auch die Pflege, muss überall sichergestellt sein, indem man Arztpraxen durch die Medizinischen Versorgungszentren aufkauft, Haus- und Fachärzte anstellt sowie mehr Gemeindeschwestern einstellt. Jeder muss innerhalb einer angemessenen Anfahrtszeit einen Haus- oder Facharzt erreichen können. Wir setzen uns für die Förderung von lokalen Gesundheitszentren in öffentlicher Trägerschaft ein. Wir wollen die Pflege vor Ort entwickeln, zum Beispiel durch die Unterstützung von ambulanten Pflegediensten.

Eine Wiedereinführung sogenannter Gemeindeschwestern ist sinnvoll, damit Familien als größter Pflegedienst des Landes besser unterstützt werden können. Apotheken sind für die medizinische Infrastruktur im ländlichen Raum unverzichtbar. Mit ihrer individuellen, persönlichen Beratung müssen sie auch in Zeiten des Online-Handels erhalten bleiben. Apotheken bieten nicht nur die Herstellung von Rezeptur-Arzneimitteln, Nacht- und Notdienste und eine Versorgung im Katastrophenfall. Sondern auch niederschwelligen Zugang zu medizinischer Versorgung und wohnortnahe Arbeitsplätze. Mir ist es wichtig, dass Pflege einen höheren Stellenwert in unserer Gesellschaft bekommt. In der ambulanten Pflege müssen Pflegebedürftige wieder menschenfreundlich behandelt werden, nicht als Stationen auf einem schnellen Hindernislauf. Jeder ältere Mensch sollte so lange wie möglich in seinem gewohnten Wohn- und Lebensumfeld bleiben. Meine Gespräche mit den Menschen im Saale-Orla-Kreis haben gezeigt, dass man sich gerade um das Thema Pflege und alt werden viele Gedanken und Sorgen macht. Es braucht dringend eine bessere finanzielle Ausstattung der Pflegeversicherung und attraktive Löhne, um eine bezahlbare und qualitativ gute Pflege zu erreichen.

Was soll beim Klimaschutz nachgebessert werden?

Klimaschutz und CO2-Abbau sind wichtig. Aber ökologisch notwendige Veränderungen, wirtschaftliche Kompetenz und soziale Gerechtigkeit müssen in Einklang gebracht werden. Vor allem darf die ländliche Bevölkerung nicht am Ende die Zeche zahlen. Deshalb muss es hier im ländlichen Raum weiterhin einen bezahlbaren und möglichst ökologischen Individualverkehr geben, ergänzt durch einen klugen Nahverkehr zum Beispiel Rufbusse. Klimaschutz ist möglich ohne Strafen und Sanktionen – und dabei auch noch sozial gerecht!

Windkraft in Thüringen und insbesondere im Saale-Orla-Kreis sollte …

nur behutsam ausgebaut werden und auch nur da, wo es Sinn macht, sprich dort, wo der Wirkungsgrad hoch ist. Windkraft ist für eine Energiewende natürlich unabdingbar. Aber man kann doch nicht ernsthaft Waldflächen dafür abholzen, wo aktuell der Wald in Thüringen durch Borkenkäferbefall und Trockenheit existenziell bedroht ist.

Die Integration von Flüchtlingen und Asylbewerbern im Saale-Orla-Kreis ist ….

eine große Herausforderung für uns alle. Es muss eine ausgewogene Zuwanderungspolitik geben, um Lücken im Fachkräftemangel zu schließen, was auch unseren Betrieben vor Ort hilft. Für mich ist ebenso klar: Flüchtlinge und Migranten, die als Asylbewerber rechtmäßig abgelehnt werden oder hier straffällig und rechtskräftig verurteilt werden, müssen unser Land wieder verlassen.

Ein Tempolimit auf der A9 im Saale-Orla-Kreis ….

halte ich für eine wichtige Maßnahme, um die Unfallzahlen zu verringern. Man muss sich nur die Einsatzzahlen der Feuerwehren ansehen, die ganz klar dafür sprechen, dass hier ein Tempolimit ausgeweitet werden muss. Es muss aber weitere Maßnahmen geben, um die Unfallzahlen zu senken

Der Polizeineubau in Schleiz ….

ist meiner Meinung nach nicht zu Ende gedacht. Aktuell ist die Polizeiinspektion zentral gelegen, jeder Bürger kann dort schnell und auch zu Fuß hingelangen. Doch mit einer PI am neuen Standort ist man ohne Auto oder Busverbindung schon schlecht dran. Ebenso muss es auch ein Konzept geben für die Entwicklung der Fläche des Schlossgeländes, um es mit der Polizeiinspektion in Einklang zu bringen. Die zentral gelegene PI muss auch zentral gelegen bleiben. Es ist falsch, eine neue PI an den Rand der Stadt zu bauen, wo Millionen für einen Neubau investiert werden. Das sehe ich kritisch.

Wenn der Wählerwille nur Regierungsmehrheiten zwischen Linke und CDU oder CDU und AfD zulässt, dann sollte ….

Die CDU ist, egal auf welcher Ebene, gut beraten, eine Zusammenarbeit mit der AfD, wie jede andere Partei, klar abzulehnen. Ich bin überzeugt, dass Rot-Rot-Grün weiterhin regieren wird. Damit es zu dieser Situation kommt, muss man mit seiner Erststimme mich wählen, da ich eine echte Alternative zu den bisherigen Politikern im Saale-Orla-Kreis bin.

Zur Person

Christel Werner ist am 8. Oktober 1984 geboren.

Sie wohnt in Schleiz.

Christel Werner ist selbstständige Projekt- und Eventmanagerin.

Sie ist ledig.

Ihr höchstes politisches Amt ist: parteilose Kandidatin für die SPD im Landtagswahlkampf 2019.

Internetlink zum Wahlprogramm: https://www.spd-thueringen.de/landtagswa

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren