Meine Meinung

Schlettweiner Geschichte

Marius Koity über einen Traum, der wahr werden könnte

Marius Koity

Marius Koity

Foto: Peter Cissek / Andreas Wetzel

Sollte die Stadt Pößneck das Schlettweiner Bergschlösschen kaufen, dann könnte man das auch Rückübertragung nennen. Das Anwesen war nämlich schon mal im kommunalem Eigentum, zuletzt 1991, als sich Ingo Böhme dem Ganzen annahm. Der gelernte Elektroniker im Bergbau unter Tage aus dem Ruhrgebiet ist kein Mann der großen Worte, aber einer mit Ideen, und so war es ihm gelungen, seinen Saal zu einem Treffpunkt auszubauen, den mancher in Pößneck und darüber hinaus mit bleibenden Lebenserinnerungen, ja mit einem Kult-Status verbindet.

Ingo Böhme hat Schlettweiner Geschichte geschrieben und das will nun erklärtermaßen auch der CCS mit einem völlig neuen Kapitel seiner Chronik. Die rund 150-köpfige Gemeinschaft hat in den vergangenen Jahrzehnten weit mehr als nur Fasching gemacht und so ist es nicht abwegig anzunehmen, dass ihr auch die nachhaltige Bewirtschaftung des Bergschlösschens gelingt. Jetzt muss nur noch eine Mehrheit im Pößnecker Stadtrat davon überzeugt sein.

Rund um das seit 1857 stehende, wiederholt um- und ausgebaute Haus ranken sich die verschiedensten Erzählungen, etwa jene, dass das Anwesen auch mal Weberei, Kriegsgefangenenlager und Feuerwehrgerätehaus war. Solche Details wären es wert, einmal aufgeschrieben zu werden, etwa von Gymnasiasten aus den Reihen des CCS in einer Seminarfacharbeit zur Geschichte des Bergschlösschens. Ein solches Werk könnte man anschließend zu einem Benefiz-Buch binden, was nicht nur zur heimatgeschichtlichen Bildung beitragen könnte, sondern auch etwas Geld für die Instandhaltung des Objektes generieren würde. Der Traum vom Haus der Vereine wird jede tatkräftige Hilfe gut gebrauchen können.