Schulen

Schulen werden schrittweise digitaler

Pößneck.  Schulen im Saale-Orla-Kreis erarbeiten ihre Medienkonzepte. Die Umsetzung soll in den nächsten Jahren erfolgen.

An der Regelschule Prof.-Franz-Huth in Pößneck startet in diesem Jahr eine fünfte Klasse ins Zeitalter des digitalen Lernens. Mehr und mehr sollen die iPads zum Arbeitsgerät im Schulalltag werden.

An der Regelschule Prof.-Franz-Huth in Pößneck startet in diesem Jahr eine fünfte Klasse ins Zeitalter des digitalen Lernens. Mehr und mehr sollen die iPads zum Arbeitsgerät im Schulalltag werden.

Foto: Martin Schöne

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Allmählich findet im Saale-Orla-Kreis die Digitalisierung ihren Weg in die Unterrichtsräume. Smartphones haben die Mädchen und Jungen längst, doch der aktive Einsatz der Technik in Verbindung mit Lerninhalten steckt noch immer in den Kinderschuhen. Im Landkreis erproben schon einzelne Klassen das Lernen am iPad, wie in der Goetheschule Schleiz (OTZ vom 29. November) oder die Prof.-Franz-Huth-Schule in Pößneck (OTZ vom 5. November). An beiden Standorten sind es Eigeninitiativen gewesen, die unabhängig von Fördermitteln aus dem Bundesprogramm Digitalpakt Schule umgesetzt worden sind. Sylke Kühne, Schulleiterin der Franz-Huth-Schule, unterstreicht, dass natürlich auch weiter klassisch in den Hefter geschrieben werde, aber die moderne Technik spiele eine große Rolle.

Seit Mitte dieses Jahres wird der bundesdeutsche Digitalpaket in den Schulen nach und nach verwirklicht, mancherorts fehlen allerdings noch die technischen Voraussetzungen, wie etwa der Breitbandausbau. Im Orlatal ist dieser größtenteils in den vergangenen Monaten erfolgt, der Rest des Landkreises folgt im kommenden Jahr. Das Landratsamt in Schleiz als Vertragspartner der netzausbauenden Telekom meldet sich zum aktuellen Stand zu Wort. „Alle 37 Schulgebäude im Saale-Orla-Kreis bekommen direkte Glasfaseranschlüsse“, sagt André Jahn, Fachdienstleiter Schulverwaltung.

Breitband bis in die Keller

Mit dem mit Bundes- und Landesmitteln geförderten Breitbandausbau, der Teile des Saale-Orla-Kreises erschließt und insgesamt 12 Millionen Euro kostet, wird die Internetanbindung bis in die Keller der Schulgebäude finanziert. „Die Vernetzung innerhalb der Gebäude sowie zwischen mehreren Schulgebäuden auf demselben Schulgelände und die WLAN-Ausleuchtung wird aus dem Digitalpakt finanziert“, erklärt Amtsleiter Jahn. Das heißt: Sobald die Glasfaser-Anschlüsse an den Schulen vorhanden sind, kann die technische Infrastruktur an den Schulen zur Benutzung verschiedener digitaler Endgeräte installiert und eingesetzt werden.

Unterschiedliche Ausstattungen

Die Ausstattungen der Schulen im Saale-Orla-Kreis sind aktuell noch sehr verschieden. Bereits sanierte Schulen wie beispielsweise die Gymnasien in Pößneck, Schleiz und Bad Lobenstein verfügen bereits über die nötige Infrastruktur, die eine drahtlose Nutzung ermöglicht. „So ist der Investitionsbedarf von Schule zu Schule unterschiedlich“, stellt der Leiter des Fachdienstes Schulverwaltung fest. Insgesamt stehen für den Saale-Orla-Kreis 3,7 Millionen Euro zur Umsetzung bis 2024 zur Verfügung.

Medienkonzept erarbeiten

Der erste Schritt zur Umsetzung des Pakts ist das Vorlegen eines individuellen Medienkonzepts. Die Pößnecker Regelschule Prof.-Franz-Huth zum Beispiel arbeitet, laut Schulleiterin Sylke Kühne, seit vergangenem Schuljahr an dem Konzept. Zehn Kollegen, also mehr als ein Drittel des Kollegiums, waren damit beschäftigt. „Wir warten dringend auf die Unterstützung durch den Pakt, um die Möglichkeiten der digitalen Klassen weiter ausbauen und gestalten zu können“, sagt sie. Denn: „Unsere Schüler wollen einfach anders lernen.“ Es fehle schlicht an technischen Möglichkeiten wie Tablets. Die vorhandenen sind zum Teil privat finanziert oder über Sponsoring. Sie wünscht sich, dass die Geräte direkt von den Schulen bereitgestellt werden.

Beginn Umsetzung unklar

Nach dem Vorlegen des Medienkonzepts werde ein Zeit- und Finanzierungsplan erarbeitet, der an das Thüringer Bildungsministerium weitergeleitet werde, so Fachdienstleiter Jahn. Priorität haben Schulen, die ein Konzept vorlegen und über eine Glasfaseranbindung verfügen. Es liegen dem Landkreis unter anderem Medienkonzepte der Regelschule Bad Lobenstein, des Gymnasiums Bad Lobenstein und der Grundschule Gefell vor. Viele Schulen befänden sich noch in der Erarbeitungsphase. Auf die Frage, wann die Umsetzung des Digitalpaktes erfolge, antwortet Kühne vorsichtig: „Die organisatorischen und personellen Voraussetzungen werden derzeit im Landkreis geschaffen.“

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