Schweinitz: Lose Kabelenden endlich verbunden

Pößneck-Schweinitz.  Trotz vorhandenem Glasfaserkabel gibt es seit über einem Jahr kein schnelles Internet in dem Ort.

Rentner Volker Heinz aus Schweinitz freut sich, dass es mit dem schnellen Internet nach einem Jahr Kabelsalat endlich los geht. Die Telekom wartete ein Jahr auf Genehmigung der Deutschen Bahn, um die Trasse queren zu können.

Rentner Volker Heinz aus Schweinitz freut sich, dass es mit dem schnellen Internet nach einem Jahr Kabelsalat endlich los geht. Die Telekom wartete ein Jahr auf Genehmigung der Deutschen Bahn, um die Trasse queren zu können.

Foto: Marcus Cislak

In wenigen Wochen soll im Saale-Orla-Kreis der Breitbandausbau durch die Deutsche Telekom ihren Abschluss finden. Im Orlatal und an den nahen Hängen sollten die meisten Bewohner eigentlich seit fast einem Jahr am Glasfasernetz hängen, deutlich schneller surfen können. Darunter auch die, die im Pößnecker Ortsteil Schweinitz leben. Rentner

Volker Heinz und seine Nachbarn merken aber nichts davon, eine Glasfaserfreileitung – übrigens ziemlich ungewöhnlich – hängt seit einem Jahr zwischen der Landesstraße in Richtung Langenorla und dem Verteilerkasten im Ort. Nur fließen keine Daten, weil die Leitung am Bahnübergang lose Enden hat. Bis vor wenigen Tagen jedenfalls noch. Denn nun bewegt sich endlich etwas.

Nachdem diese Zeitung erstmals über den Umstand berichtete, hätten mehrere Nachbarn wiederholt beim Telekommunikationskonzern nachgefragt, Druck ausgeübt, wie Heinz zu berichten weiß. „Massive Störungen in den Kupferleitungen kamen noch hinzu, das Internet kam tageweise zum Erliegen. Am Wochenende war jeder Zuhause, da ging gar nix“, sagt er. Mehrfach wären Techniker da gewesen, haben nach der Ursache geforscht. Der Fehler sei gefunden worden. „Es läuft wieder stabil“, sagt er.

Probleme im Homeoffice

Besonders ärgerlich, weil coronabedingt viele immer wieder von daheim arbeiten müssen. Ohne kabelbasiertem Internet und bei schlechtem Mobilfunk ein Ding der Unmöglichkeit. Das sei übrigens nicht das erste Mal gewesen. Über die Jahre sei das immer wieder vorgekommen, so der Rentner.

Die Euphorie und Freude über das Glasfasernetz wurde schnell wieder gedämpft, als Anfang des Jahres noch immer kein schnelles Internet freigeschalten wurde. Man wunderte sich, hoffte und hakte nach. „Wir wurden immer wieder vertröstet“, so Volker Heinz.

Helge Frisch, Telekom-Regiomanager Thüringen, erklärt, dass man die Querung der Schienen bei der Deutschen Bahn längst beantragt habe. Allerdings habe man nicht damit gerechnet, dass es etwa ein Jahr dauere, um die Genehmigung zu erhalten. „Die Bohrung durch den Bahndamm und das Einziehen des Glasfaserkabels wurden vorige Woche realisiert“, verkündete Frisch die frohe Kunde. Dann ging es also doch ganz schnell, kommentiert der Schweinitzer Rentner.

Volle Funktion ab Ende Dezember

Innerhalb von zwei Tagen sei im Bohrspühlverfahren ein Leerrohr eingezogen worden, wie zwei Arbeiter des Tief- und Fernmeldebau Kirchhasel am Mittwoch sagten. Das Glasfaserkabel wurde „durchgeschossen“ und verbindet nun die vormals losen Enden der Freileitungen beiderseits der Orlabahn-Trasse. An der Landesstraße, wo das Glasfaserkabel nach Schweinitz abzweigt, verfüllten die beiden Männer noch das Loch.

Ende gut, alles gut? „Jetzt folgen noch die Prüf, Mess- und Dokumentationsarbeiten, so dass die Funktionstüchtigkeit bis Ende Dezember 2020 hergestellt wird“, so Regiomanager Helge Frisch.