Spatzen in Linda haben ein neues Nest

Neustadt-Linda.  Diakonieverein Orlatal hat den bisherigen kommunalen Kindergarten im neuen Neustädter Ortsteil übernommen.

Kevin, Maja und Benno (von links) in der ABC-Ecke der Kindertagesstätte Spatzennest in Linda. Der Bereich für die Vorschulkinder wurde im Dezember vergangenen Jahres mit neuen Schränken und Spielen ausgestattet.

Kevin, Maja und Benno (von links) in der ABC-Ecke der Kindertagesstätte Spatzennest in Linda. Der Bereich für die Vorschulkinder wurde im Dezember vergangenen Jahres mit neuen Schränken und Spielen ausgestattet.

Foto: Theresa Wahl

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Zwei neue Kindergärten gehören seit den Eingemeindungen der neuen Ortsteile am 1. Januar zu Neustadt. Während die Kita Zwergenland in Knau bereits mit der Arbeiterwohlfahrt einen freien Träger hatte, wurde für die bisher kommunale Kita Spatzennest in Linda ein solcher am Ende des vergangenen Jahres gesucht.

„Es ist in Neustadt so gewachsen, dass die Kindergärten in freier Trägerschaft sind. Wir haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Dadurch kann man Vielfalt wahren“, sagt Neustadts Hauptamtsleiterin Heike Jansen-Schleicher. Außerdem könne ein freier Träger bei personellen Engpässen, beispielsweise im Krankheitsfall, mit Erziehern aus einer anderen Einrichtung aushelfen, was der Stadt Neustadt nicht möglich gewesen wäre.

Diakonieverein hat Zuschlag im Dezember bekommen

So hat die Gemeinde Linda im Oktober vergangenen Jahres mit Hilfe eines Interessenbekundungsverfahren einen freien Träger für die Kita Spatzennest gesucht. In einer öffentlichen Sitzung des Gemeinderates Anfang Dezember, der auch die Mitarbeiter des Kindergartens sowie Elternbeiräte beiwohnten, haben sich drei Träger mit der Arbeiterwohlfahrt, der Volkssolidarität sowie der Diakonie vorgestellt. Letztere erhielt schließlich Mitte Dezember den Zuschlag. Mit dem Kindergarten in Linda ist der Diakonieverein nun Träger von insgesamt sieben Einrichtungen im Orlatal.

Derzeit besuchen das Spatzennest 28 Kinder, die nicht nur aus Linda und den Ortsteilen Steinbrücken, Köthnitz und Kleina kommen, sondern unter anderem auch aus umliegenden Gemeinden wie Dreba, Weira und Schmieritz. „Durch unsere zentrale Lage mit der günstigen Verkehrsanbindung in Richtung Schleiz haben wir ein großes Einzugsgebiet“, sagt Leiterin Sabrina Mühling. Mit der Diakonie habe man bereits gute Erfahrungen gemacht. „Wir bekommen schon viele Jahre das Essen durch die Diakonie geliefert, wodurch schon Kontakte bestehen“, so Sabrina Mühling, die der Zusammenarbeit freudig entgegenblickt.

„Wir haben einen Kindergarten übernommen, der in einem guten baulichen Zustand ist, ein großes Außengelände, ein gutes Konzept und ein motiviertes Team hat“, sagt Frederik Thieme, Bereichsleiter für Kindertagesstätten des Diakonievereins Orlatal. Mit der Übernahme der Kita Spatzennest müsse nun zunächst ein neues Betriebserlaubnisverfahren durchlaufen werden, bei dem die Einrichtung von Grund auf geprüft werde.

Das bisherige Konzept des Kindergartens wolle man weitestgehend beibehalten, nur Anpassungen vornehmen, die dem neuen Thüringer Bildungsplan entsprechen. Die Öffentlichkeitsarbeit wolle man hingegen ausbauen, etwa die Einrichtung auf der Internetseite der Diakonie verankern und Flyer erstellen.

Viele Aktivitäten an der frischen Luft und im Ort

„Uns war wichtig, dass wir weiterhin naturnah arbeiten können“, sagt Sabrina Mühling. Im Kindergarten wird ein situationsorientierter Ansatz verfolgt, bei dem gezielt auf die Bedürfnisse der Kinder und deren Nachfragen eingegangen wird. Fest im Konzept verankert seien zahlreiche Aktivitäten, die an der frischen Luft stattfinden und die ländliche Umgebung, in dem sich die Einrichtung befindet, berücksichtigen.

So würde viel Zeit mit den Kindern im Wald verbracht, wo man einen eigenen Bauwagen besitze. „Der Bauwagen wurde erst im Herbst vergangenen Jahres mit Hilfe von Eltern und des Hausmeisters neugemacht, weil ein Baum drauf gefallen war“, so die Leiterin.

Im Garten baue man mit den Kindern gemeinsam Gemüse an, ebenso habe man ein Kräuterbeet. Dort soll in den kommenden Wochen zudem ein Kreativhaus mit Veranda entstehen. Während im Inneren gespielt, gebastelt, entdeckt und experimentiert werden könne, wolle man im Außenbereich Stühle und Tische aufstellen, um dort etwa das Obstfrühstück zu machen.

Auch sei man regelmäßig im Ort unterwegs. So gehörten regelmäßige Besuche des Reiterhofes, des Damwildgeheges sowie des Sportplatzes zum Kindergartenalltag. Zudem bringe man sich bei verschiedenen Veranstaltungen ins Dorfleben ein.

„Diese gewachsenen Strukturen wollen wir auch weitertragen, unterstützen und in Zukunft vielleicht noch weiter ausbauen“, betont Frederik Thieme. Zudem wolle man einen Erfahrungsaustausch unter den Einrichtungen fördern, die ebenfalls einen naturnahen Ansatz wie das Spatzennest haben. „Man kann voneinander lernen und bestehende Kontakte in diesem Bereich nutzen“, so Frederik Thieme.

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