Wohn- und Geschäftshaus in Pößneck könnte nach Feuer „Totalschaden“ sein

Pößneck.  Deswegen waren bis zu 70 Einsatzkräfte der Feuerwehren aus der Umgebung am Montagmorgen in der Pößnecker Gerberstraße.

In der Gerberstraße 53 in Pößneck kämpfen die Feuerwehrleute am frühen Montagmorgen gegen die Flammen.

In der Gerberstraße 53 in Pößneck kämpfen die Feuerwehrleute am frühen Montagmorgen gegen die Flammen.

Foto: Feuerwehr Pößneck

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Die Freiwilligen Feuerwehren aus Pößneck, Ranis, Langenorla und Krölpa wurden am Montagmorgen kurz nach 2 Uhr alarmiert, um einen Brand im Erdgeschoss der Gerberstraße 53 in Pößneck zu bekämpfen.

Eine Dame hatte bei einem nächtlichen Spaziergang mit ihrem Hund starke Rauchentwicklung am Busbahnhof bemerkt und Alarm geschlagen.

Bei dem Löscheinsatz unter zeitweiliger Vollsperrung der Bundesstraße 281 waren etwa 70 Einsatzkräfte, verteilt auf zwölf Fahrzeuge, beteiligt, um auch das Übergreifen der Flammen auf nebenstehende Häuser zu verhindern. Bis 9 Uhr hielten die Pößnecker Feuerwehrleute nach Glutresten Ausschau.

Die Brandursache sei bislang unklar. Die Saalfelder Kriminalpolizei ermittelt.

Menschen oder Tiere wurden nicht verletzt. Die Schadenshöhe war am Montag unklar.

Ob ein Zusammenhang mit einem versuchten Einbruch in den Kiosk am Pößnecker Busbahnhof am Wochenende besteht, könne nur spekuliert werden, sagte am ein Pressesprecher der Polizei. Etwa zwei Stunden vor dem Eintreffen der Feuerwehr haben Polizeibeamte den gescheiterten Einbruch aufgenommen, sagte die Inhaberin. Ein an den Löscharbeiten beteiligter Feuermann äußerte den Verdacht, dass es bei dem Brand seltsame Umstände gegeben hätte.

Starke Rauchentwicklung

„Das Gebäude stand kurz vor dem Vollbrand“, beschreibt der Pößnecker Stadtbrandmeister und Einsatzleiter, Markus Meier, die Situation beim Eintreffen der Brandbekämpfer. In dem sonst unbewohnten Haus, in welchem in der unteren Etage ein An- und Verkauf untergebracht ist, habe bereits ein fortgeschrittener Brandverlauf eingesetzt.

Im Inneren haben unterschiedlichste Dinge des täglichen Bedarfs wie Kleidung und Einrichtungsgegenstände, „die bis unter die Decke gestapelt waren“, den Feuerwehrleuten einige Schwierigkeiten bereitet, sagt Meier. Deshalb haben bis zu vierzig Atemschutzträger etwa zwei Stunden mit den Flammen und dem starken Rauch gerungen.

„Die geschlossene Bauweise hat eine starke Hitze verursacht“, so der Einsatzleiter. Zudem sei durch die Decke zur ersten Etage das Feuer gedrungen, wo sich eine Baustelle mit viel Müll sowie Matratzen und Polstermöbeln befand.

An der Gerberstraße 53 sei ein „Totalschaden“ entstanden, wie Markus Meier findet. Er habe nach dem Einsatz Risse an der Bausubstanz bemerkt.

Bausubstanz könnte gelitten haben

Zur Gefahrenabwehr und Beweissicherung umzäunten am späten Montagmorgen Mitarbeiter des städtischen Bauhofs das Gelände. Die Polizei sperrte die Abbiegespur der Bundesstraße von Saalfeld kommend in Richtung Innenstadt.

Die Bauaufsicht des Schleizer Landratsamts habe ihre Arbeit unmittelbar nach dem Brand aufgenommen, um Schäden an der Bausubstanz, die aus dem Brand entstanden sein könnten, beurteilen zu können, sagt Andreas Blümel vom städtischen Ordnungsamt. Die polizeilichen Brandermittler sollen im Laufe des Dienstags das Gebäude begutachten, um die Ursache ermitteln zu können, so ein Pressesprecher der Polizei.

Ein Wasserrohrbruch in der Ernst-Thälmann-Straße auf der Höhe der Pößnecker Feuerwache könnte durch den Einsatz ausgelöst worden sein, da man Löschwasser über Hydranten zapfte. Mitarbeiter der Strabag haben im Auftrag des Zweckverbands Wasser und Abwasser Orla am Montag versucht, das Leck zu finden.

Haus war in Privatbesitz

Das brandgeschädigte Haus ist in Privatbesitz und gehört zu der sogenannten Gerberhaus-Zeile zwischen Busbahnhof und Bundesstraße 281. Thomas Wunsch, Mitarbeiter im Pößnecker Bauamt, zieht Vergleiche zu den nebenstehenden kommunalen Objekten Gerberstraße 47 und 49: „Ich gehe davon aus, dass das baugleiche Objekte mit Vorder- und Hinterhaus sind. Die Häuserzeile mit Fachwerk ist mindestens vor 1900 entstanden.“

Die Gebäude stehen auf schwierigem Baugrund. Der Kotschau-Bach fließt unterirdisch unter der Bundesstraße. Über die Jahrzehnte nagte der Zahn der Zeit massiv an den Häusern, so dass die Gebäudeteile, die zur Bundesstraße hin stehen, drohten, auf selbige zustürzen. Aus dem Grund sind die beiden kommunalen Hinterhäuser 2017 abgerissen worden. „In der Nummer 53 wird es ähnlich sein. Wir haben schon damals Sorgen gehabt, weil sich dort auch Risse im Gebäude befinden“, so Wunsch. Er geht davon aus, dass sich diese durch den Brand vergrößert haben. Er sei gespannt, welche Anordnungen sich nun durch die Begutachtung der Bauaufsicht aus dem Landratsamt ergeben werden.

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