Straßenbahn aus Mannheim rutscht bei Triptis in Böschung: Zwei Kräne bei Bergung auf A9 im Einsatz

Tino Zippel
| Lesedauer: 2 Minuten
Die Bergungsarbeiten auf der A9 bei Triptis haben am Dienstagnachmittag begonnen.

Die Bergungsarbeiten auf der A9 bei Triptis haben am Dienstagnachmittag begonnen.

Foto: Autobahnpolizei

Triptis.  Ein Schwerlasttransporter auf Abwegen führt für Autofahrer zu Behinderungen auf der A9 zwischen Lederhose und Triptis. So wird die Straßenbahn geborgen.

Dieser Straßenbahn-Unfall geht als der ungewöhnlichste in die Geschichte Thüringens ein. Auf der Autobahn 9 ist in der Nacht zum Dienstag eine Mannheimer Bahn verunglückt. Sie war auf dem Weg von einer Reparatur zurück nach Baden-Württemberg.

Der fünfteilige Zug, Typ Rhein-Neckar-Variobahn mit dem Baujahr 2006, befand sich auf dem Anhänger eines Schwertransporters. Die Bahn war zur Instandsetzung in einem Unternehmen in Halberstadt und wurde am Dienstag repariert in Mannheim beim Rhein-Neckar-Verkehr erwartet.

Fahrer von Schwertransport bei Unfall verletzt

Doch daraus wurde nichts. Der 53 Jahre alte Fahrer verlor die Kontrolle über seinen Schwertransport. Laut der Thüringer Autobahnpolizei durchbrach das Gespann die Leitplanke und landete kurz vor dem Rastplatz Rodaborn im Straßengraben. Der Anhänger rutschte etwa zehn Meter eine Böschung herab, die Straßenbahn stürzte auf die Seite. Der Fahrzeugführer verletzte sich bei dem Unfall.

Die Polizei ermittelt wegen der Ursache. Die Autobahn verlaufe an dieser Stelle ohne Kurve, aber leicht abschüssig. Geprüft werde, ob jahreszeitlich bedingt die Fahrbahn glatt war und dies zum Unfall geführt habe, sagt der Sprecher der Autobahnpolizeiinspektion, Oliver Hanf.

Zwei Kräne bei der Bergung im Einsatz

Zwei mobile Kräne waren für die Bergung der verunglückten Straßenbahn im Einsatz. Dem Polizeisprecher zufolge lagen die Herausforderungen zum einen im Abstand zur festen Fahrbahn. Aber auch die die Maße und Masse der Bahn führten zu größerem Aufwand. „Um die Bergung der 42 Meter langen Straßenbahn zu ermöglichen, wird diese durch eine Spezialfirma in fünf Segmente aufgetrennt“, sagt Hanf. Anschließend plante das Unternehmen, diese Teile einzeln aufzurichten und genau wie den Sattelzug nebst Auflieger mit einem Fahrzeugkran aus der Böschung zu heben. Für den Abtransport standen fünf Tieflader bereit. Die Experten kalkulierten die Dauer der Aktion auf mehrere Stunden.

Die Autobahnpolizei sperrte den Parkplatz Rodaborn für andere Autofahrer, um ihn als Lagerfläche bereitzuhalten. Der Verkehr rollte während der Bergung nur einspurig an der Unfallstelle vorbei. Das führte auf der dreispurigen Richtungsfahrbahn München am Dienstagabend zu mehr als vier Kilometern Stau bis zur Abfahrt Lederhose.

Der entstandene Sachschaden beläuft sich nach Polizeiangaben auf etwa 2,5 Millionen Euro.

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