Triptis will mit Freizeitareal in die Zukunft investieren

Triptis.  Der Stadtrat beschließt sich mit einem Projekt, bei dem in Sport-, Freizeit- und Kulturstätten investiert wird, für eine Förderung zu bewerben.

Festwiese und Schützenhaus in Triptis sind Teil des Projekts, mit dem man sich um eine Förderung bewerben will.

Festwiese und Schützenhaus in Triptis sind Teil des Projekts, mit dem man sich um eine Förderung bewerben will.

Foto: Marius Koity

In Triptis will man in die Zukunft investieren. Mit einem einstimmigen Beschluss am Dienstagabend im Stadtrat hat man nun den ersten Schritt für das Projekt „Freizeitareal Triptis“ getan. Mit diesem will man sich um Fördergelder des Bundesministeriums des Inneren, für Bau und Heimat zur Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur bewerben.

Konkret heißt das im Fall von Triptis, dass in das Freibad, den Sportplatz, die Festwiese, den Festplatz, das Schützenhaus, die Turnhalle und das Gästehaus investiert und diese künftig zu einem Komplex zusammengefasst werden sollen. Insgesamt würden rund 1,4 Millionen Euro in das Vorhaben fließen. Bei einer Förderung von 45 Prozent müsste die Stadt einen Eigenanteil von etwa 730.000 Euro aufbringen.

„Es geht um viel Geld, das wir bekommen könnten, aber auch, was wir bezahlen müssten“, leitete Bürgermeister Peter Orosz (Feuerwehrverein) den Tagesordnungspunkt ein, bevor Kulturamtsleiters Jan Wißgott in seiner Präsentation der Projektskizze konkreter wurde.

Zahlreiche Projekte geplant

Die Investitionen im Freibad zielen vor allem darauf ab, die 20 Jahre alte Technik zu ertüchtigen. Bei den Sportstätten soll Geld in die Ausstattung fließen. Für die in zwei Bereiche unterteilte Festwiese ist zum einen eine Offenlegung der Orla auf einer Länge von 40 Metern, zum anderen eine Grünfläche mit technischer Ausstattung für Wohnmobile sowie einer Bühnenfläche vorgesehen.

Der Festplatz soll mit Medienanschlüssen versehen werden, um dort etwa Kino- und Theaterabende durchführen zu können. Schützenhaus, Turnhalle und Gästehaus sollen umfassend saniert werden.

Erreicht werden soll so, dass Einheimische und Gäste künftig an einem Ort eine Vielzahl von Angeboten vorfinden. Durch eine feste Einbindung des Areals in den Alltag der Triptiser aller Altersklassen will man nicht nur eine Verbesserung der Sozialstruktur, sondern auch eine höhere Wertschätzung der Wohn- und Lebenssituation erreichen.

Wie Jan Wißgott verdeutlichte, sei es nicht die Frage, ob man in die einzelnen Stätten investieren sollte, sondern wann und zu welchem Preis. Schlimmstenfalls müsste sich die Stadt von Objekten trennen. Das Projekt fasst die infrastrukturellen Investitionskosten der Jahre 2021 bis 2031 zusammen.

Die Kosten werden in den kommenden fünf Jahren fällig, da in diesem Zeitraum die Umsetzung erfolgen soll. Grundsätzlich will man damit den Investitionsstau in den Sport-, Freizeit- und Kulturstätten auflösen und diese Bereiche besser miteinander verknüpfen.

Die Beantragung der Förderung ist in zwei Phasen unterteilt. In der ersten kann bis zum 30. Oktober der Antrag beim Projektträger, dem Forschungszentrum Jülich in Berlin, eingereicht werden. Erst in der zweiten Phase im kommenden Jahr entscheidet sich, ob die Bewerbung dann auch für eine Förderung letztlich berücksichtig wird.

In längerer Diskussion werden Argumente abgewogen

„Aus meiner Sicht ist es richtig zu versuchen, diese Fördermittel zu generieren“, sagte Peter Orosz. Bisher habe man in diesem Bereich „anfallartig“ saniert. Es sei daher richtig, dass nun dieses Konzept erstellt wurde, durch das geordnet und nach Plan über fünf Jahre hinweg dieses Areal entwickelt werden könnte. „Die Entwicklung dieses Bereichs hat unsere Aufmerksamkeit verdient“, so Peter Orosz.

„Die Frage ist nicht, ob wir investieren, sondern wann. Jetzt haben wir die Chance, Fördermittel zu bekommen“, sagte Peter Zacharias (SPD) und sprach sich dafür aus, diese Gelegenheit zu nutzen. Das tat auch André Jauch (FC Chemie). Durch das Projekt könne die Attraktivität der Stadt, speziell auch für junge Leute, gesteigert werden. Zudem würde dieses eine Strahlkraft nach außen entwickeln und sei damit ein Riesengewinn für Triptis.

Oswald Gmeiner, Fraktionsvorsitzender der AfD, befand das Projekt ebenfalls für „toll“, war allerdings der Meinung, die Stadt solle sich für die Umsetzung der Landesgartenschau oder des Freizeitareals entscheiden. Auch bezweifelte er, dass die veranschlagten Kosten hinkommen würden. Jan Wißgott entgegnete jedoch, dass es zu allen Projekten bereits Angebote gebe, auch habe man bei der angegeben Summe bereits eine Preissteigerung einbezogen.

„Wenn wir das in Angriff nehmen und das Glück haben, dass wir berücksichtigt werden, dann haben wir den großen Wurf gemacht“, sah es Berthold Steffen, Fraktionsvorsitzender der Freien Wählergemeinschaft. Auch er war sich über die erheblichen Kosten für die Stadt bewusst, allerdings habe man es in Triptis auch in Jahren, in denen das Geld knapper war und es keine Fördermittel zur Verfügung standen, geschafft, Projekte auf den Weg zu bringen.

Einstimmiger Beschluss

„Als ich das Konzept durchgelesen habe, habe ich nur gedacht, uns kann nichts besseres als Stadt passieren“, sagte Manfred Staps, Fraktionsvorsitzender des Feuerwehrvereins. Sein Fraktionskollege Sven Wagner sicherte ebenfalls seine Zustimmung zu, allerdings zeigte er sich zurückhaltender und gab einige Dinge zu bedenken. Zum einen verwies er auf das Zeitfenster von fünf Jahren, in dem die Maßnahmen umgesetzt werden sollen, und fragte sich, wer diese „Masse an Bauprojekten“ stemmen soll. Immerhin müssten diese auch betreut werden. Daher sollte man nicht nur die Fördermittel im Blick haben, sondern auch, dass für das Vorhaben entsprechendes Personal benötigt werde.

Zudem hätten für ihn Fördermittel auch immer ein „Geschmäckle“, denn man dürfe nicht nur sehen, mit wie viel Geld ein solches Projekt bezuschusst werde, sondern auch, welche Folgekosten für dieses entstünden.

Nach längerer Diskussion war man sich jedoch im Gremium einig, den ersten Schritt zu gehen und beschloss einstimmig, eine Bewerbung abzugeben.