Urteil gekippt: SV Ebersdorf hält Klasse, Bodelwitzer SV steigt ab

Erfurt  Das Verbandsgericht hat entschieden: Der Bodelwitzer SV steigt in die Fußball-Kreisklasse ab, der SV Ebersdorf bleibt doch in der Kreisliga. Entscheidend war nicht das sportliche Vergehen, sondern eine verpasste Frist.

Eine Figur der Justitia, des Symbols für Gerechtigkeit in der römischen Mythologie.

Eine Figur der Justitia, des Symbols für Gerechtigkeit in der römischen Mythologie.

Foto: Sascha Willms

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Eine ganz bittere Entscheidung für den Bodelwitzer SV, umso bessere Nachrichten für den SV 1990 Ebersdorf: Das Verbandsgericht des Thüringer Fußball-Verbands (TFV) kippte am Dienstagabend ein Urteil des Sportgerichts des KFA Jena-Saale-Orla bei dem es um nichts anderes Ging als Ligaverbleib und Abstieg. Die Wertung des Spiels der Kreisliga Jena-Saale-Orla Staffel B zwischen dem FSV Schleiz II und dem Bodelwitzer SV vom Pfingstmontag, das Bodelwitz mit 0:3 verlor, aber nachträglich am grünen Tisch mit 2:0 gewann, wurde teilweise wieder zurückgenommen. Es bleibt zwar dabei, dass dem FSV Schleiz II die drei Punkte abgezogen werden, gutgeschrieben bekommt sie der Bodelwitzer SV aber nicht. Das hat zur Folge, dass der BSV in der Abschlusstabelle auf 23 statt 26 Punkte kommt und damit hinter den SV Ebersdorf (24 Punkte) auf den 13. Platz abrutscht, der den Gang nach unten bedeutet.

„Auf- und Abstieg am grünen Tisch tut weh und es tut mir leid, aber die Ordnung ist so“, sagte der Vorsitzende des TFV-Verbandsgerichts, Jens Krauße, im Zuge der Urteilsbegründung. So waren sich alle Partien einig, dass das eigentliche Vergehen des FSV Schleiz, für den drei unberechtigte Spieler zum Einsatz kamen, unstrittig sei. Den Bodelwitzern wurden jedoch zwei Punkte der Rechts- und Verfahrensordnung zum Verhängnis. So hätten der BSV, da bereits die letzten drei Spieltage angebrochen waren, nach der Partie in Schleiz innerhalb von zwei Tagen Einspruch einlegen müssen. Stattdessen waren aber sechs Tage vergangen. Und weil das so war, überschritt Staffelleiter Joachim Geßner mit der Spielwertung von 2:0 zugunsten des Bodelwitzer SV seine Kompetenzen. Wie aus §16 der Rechts- und Verfahrensordnung hervorgeht, könne eine Wertung im konkreten Fall „ausschließlich zu Lasten der fehlbaren Mannschaft ausgesprochen“ werden. Sprich: Schleiz II bekommt die drei Punkte für den auf dem Platz errungenen Sieg zwar aberkannt, die Bodelwitzer bekommen sie aber auch nicht.

Etwas kurios mutete an, dass der Widerspruch beim Gericht offiziell durch den FSV Schleiz eingelegt wurde, der Verein aus der Rennstadt faktisch aber gar nicht am Verfahren teilnahm. Stattdessen agierte das Vorstandsmitglied des SV Ebersdorf, Erik Baumgart, als Vertreter des FSV. Das veranlasste auch den vorsitzenden Richter zum Nachhaken. Er versuchte durch mehrere Nachfragen die Motivation des FSV Schleiz herauszufinden, Rechtsmittel zu ergreifen – vor allem, da der Verein das sportliche Vergehen mit dem unberechtigten Einsatz mehrerer Spieler einräumte. Doch während es den Schleizern relativ egal sein konnte, ob sie in der Endabrechnung drei Zähler mehr oder weniger auf dem Konto haben, war der SV Ebersdorf der leittragende Verein. Entsprechend machte Baumgart auch keinen Hehl daraus, dass der SVE den FSV Schleiz um die entsprechenden juristischen Schritte gebeten habe. Als unbeteiligter dritter Verein hätte Ebersdorf allein keine Möglichkeit gehabt, direkt gegen die Spielwertung vorzugehen.

Im Anschluss an die Urteilsverkündung zeigte sich Martin Langer, der den Bodelwitzer SV gemeinsam mit Erik Bayerle in Erfurt vertrat, niedergeschlagen. „Wir sind von dem Urteil enttäuscht. Wir gehen mit dem Fairplay-Gedanken in die Spiele und unterstellen anderen Mannschaften nicht von vornherein Betrug. Das Spiel fand am Pfingstmontag statt und wir sind alle werktätig. Da eine Frist von nur zwei Tagen einzuhalten, ist kaum möglich.“ Die Gegenseite – offiziell der FSV Schleiz, faktisch der SV Ebersdorf – sah sich hingegen bestätigt. „Es wurden viele Fehler gemacht. Schleiz hat mit dem Spielereinsatz Fehler gemacht, Bodelwitz mit der verpassten Frist und in der Folge auch der Staffelleiter und das Sportgericht des KFA. Die einzigen, die keine Fehler gemacht haben, sind die Ebersdorfer, die aber die Leittragenden gewesen wären“, kommentierte Erik Baumgart den Richterspruch.

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