Stadtmarketing-Chef über Drohnenflug an Pößnecker Bad

Pößneck.  Gäste im Saunagarten des Pößnecker Stadtbades hatten den Eindruck, dass sie gefilmt werden. Dabei hätte man nur den Chef fragen müssen.

Dem Stadtbad in Pößneck wurde am Montag mitteldeutschlandweit unfreiwillige Werbung zuteil.

Dem Stadtbad in Pößneck wurde am Montag mitteldeutschlandweit unfreiwillige Werbung zuteil.

Foto: Marius Koity

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Für großes Aufsehen sorgte eine Mitteilung der Landespolizeiinspektion Saalfeld, wonach es am Sonntag kurz nach 13 Uhr einen „unbefugten Drohnenflug über dem Pößnecker Stadtbad“ gegeben habe. Sogar überregionale Medien meldeten sich am Montag bei der bäderbetreibenden Pößnecker Stadtmarketinggesellschaft, um den Sachverhalt auszuwerten.

Die Aufregung ist mit der Tatsache zu erklären, dass zum Dach des Stadtbades der Saunagarten der Einrichtung gehört. Dort hatten Gäste den Eindruck, dass die Drohne etwa zehn Minuten über dem nach oben offenen Bereich geschwebt sei – zumindest muss das so der Polizei erzählt worden sein.

Beamte hätten am Sonntagnachmittag versucht, den Drohnenpiloten ausfindig zu machen – sie haben aber wohl an den falschen Stellen gesucht und gefragt. Weil die Verletzung der Intimsphäre von etwa 30 Frauen und Männern nicht ausgeschlossen werden konnte, hat die Polizeiinspektion Saale-Orla ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Weitere Zeugen wurden aufgerufen, sich mit Hinweisen zum „unbekannten Täter“ oder zu „verdächtigen Personen“ zu melden. Am Montagmorgen war das in manchem Rundfunksender lange Zeit jede halbe Stunde zu hören.

„Da war nichts mit ‚unbefugtem Drohnenflug‘“, teilte Stadtmarketing-Chef Andreas Dreißel auf Anfrage mit. Er selbst habe die Drohne geflogen und die Polizei schon am Montagmorgen aufgeklärt. Die ließ sich bis Montagmittag Zeit, um die Geschichte richtigzustellen.

Die Videodrohne sei vom Gelände des Fahrradfachgeschäftes Bike Mike zwar über das Stadtbad in Richtung Pößneck-Nord gesteuert worden, sagte Dreißel. Im Bereich des Stadtbades seien aber keinerlei Aufnahmen getätigt worden, versicherte er.

Vielmehr habe sein Interesse dem „Villengürtel“ im Bereich Orlamünder Straße/Hohe Straße gegolten. Hier habe er Luftaufnahmen für den Pößnecker Video-Jahresrückblick 2019 gemacht, der nächste Woche zum Neujahrsempfang des Pößnecker Bürgermeisters erstmals gezeigt werden soll.

Die Drohne sei insgesamt nur wenige Minuten in der Luft gewesen. „Hätte sie zehn Minuten allein über dem Stadtbad geschwebt, dann hätte ich mir ja die Finger abgefroren“, erklärte Dreißel. Die „zehn Minuten“ seien nicht die einzige Übertreibung im Erstbericht der Polizei gewesen.

Dreißel, der in seiner Freizeit den Youtube-Kanal Pößneck-TV betreibt, versichert, dass ihm sämtliche Vorschriften im Zusammenhang mit Video- und Foto-Drohnen bekannt seien und dass er diese im eigenen Interesse einhalte. Auch käme es ihm nie in den Sinn, seine eigenen Saunagäste zu erschrecken oder zu verunsichern. „Ich bin ja selber Saunagast“, resümierte Dreißel.

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