Vielerorts im Orlatal sorgen Knutfeste für Begeisterung

Krölpa/Bodelwitz/Langenorla.  Nicht jeder findet die Verbrennungen in Krölpa, Langenorla und Bodelwitz toll. Doch die Feste selbst sorgen für dörflichen Zusammenhalt.

Zum Knutfest in Langenorla spenden viele Gäste ihren Baum und lassen sich von den falmmen wärmen.

Zum Knutfest in Langenorla spenden viele Gäste ihren Baum und lassen sich von den falmmen wärmen.

Foto: Marcus Cislak

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In Zeiten des Klimawandels und der Debatte um die Reduzierung des CO2-Ausstosses lassen es sich vielerorts die Orlataler nicht nehmen, ihre trockenen und ausgedienten Weihnachtsbäume zu spenden für große und kleine Verbrennungsaktionen, jeweils organisiert von den Feuerwehrvereinen auf den Dorfplätzen. Hunderte Gehölze und mindestens ebenso viele Feierwillige schlürften Heißgetränke und aßen Bratwürste, unter anderem in Krölpa, Bodelwitz, Langenorla, Oppurg und Zella.

Nicht jeder einverstanden mit den Verbrennungen

Schon im Vorfeld, als die Ankündigung der Feste auf der Facebook-Seite der Pößnecker Redaktion erschien, debattierten einige Kommentatoren über den Brauch: „Und das in Zeiten des CO2-Wahnsinns!“, schrieb einer. Eine andere Leserin bemerkte dazu: „Irgendwie Irrsinn und widersprüchlich alles“. Ein wenig seltsam empfanden ein paar Gäste in Bodelwitz auch die Auflagen zur Verbrennungsaktion in Bodelwitz. Ein Feuerwehrmann musste kurzfristig die Stämme der Nadelbäume vom Grün befreien. Das habe man so das erste Mal erleben müssen, die Jahre zuvor hatte man noch keine Probleme damit gehabt, meinte er kopfschüttelnd. Und erklärte, das damit der Funkenflug auf ein Minimum reduziert werden solle. „Entweder so oder gar kein Feuer“, sagte der Feuerwehrmann, der seinen Namen nicht nennen wollte. Das Tannengrün werde man auf der Pößnecker Wiehwärthe entsorgen müssen.

Keinen Baum mitgebracht, denn damit wird Hecke angepflanzt

Markus Brink aus Bodelwitz hält die Verbrennungsaktion insgesamt für eine gute Idee: „Das Fest bringt die Menschen zusammen, man kommt ins Gespräch.“ Er holte sich einen leckeren Glühwein in einer der 200 neuen Porzellanbecher des Vereins als Gegenleistung für seinen mitgebrachten Baum ab. Ein Heißgetränk hatte indes Sabine Grüner aus Döbritz schon in der Hand, auch ohne ein nadliges Gehölz mitgebracht zu haben. „Wir sind nachhaltiger“, sagte sie mit einem verschmitzten Grinsen, „nicht ganz uneigennützig kauften wir erstmals zu Weihnachten einen Tannenbaum im Topf. Wir sind frisch umgezogen und pflanzen damit eine Hecke an.“ Ihre Tochter, gab sie ein Gespräch wieder, habe sich darüber gewundert und gefragt, ob dieser zum nächsten Weihnachtsfest wieder ausgegraben werde. Natürlich nicht, habe sie geantwortet, dann werde ein weiterer gekauft, bis die Hecke voll sei. „Und wenn die Bäume hoch genug sind, kann man die wieder abschlagen und ins Wohnzimmer stellen“, sagte sie lachend.

In Krölpa und Langenorla hingegen überantworteten die jeweiligen Feuerwehrleute die Weihnachtsbäume vollständig den Flammen. Bestens gelaunt sagte Jürgen Müller, Feuerwehrvereinsmitglied in Langenorla: „Ich freue mich immer, wenn viele Leute kommen und am Ende zufrieden nach Hause gehen.“

Verkaufserlös geht an die Jugendfeuerwehr für T-Shirts

Und ergänzte begeistert, dass die jungen Mitglieder allmählich Verantwortung bei der Organisation des Festes am Feuerwehrgerätehaus in Kleindembach übertragen bekommen und sie auch annehmen. Wie bereits in Bodelwitz in die Tat umgesetzt, plant man auch in Langenorla zum Ende des Jahres Keramikbecher zu kaufen. „Wir haben noch jede Menge Kunststoffbecher im Fundus, die werden noch aufgebraucht. Besser als sie gleich wegzuschmeißen“, findet Müller.

Auch in Krölpa wünschte man sich von den Gästen: „Spare Becher, nimm deinen eigenen“. Für einen mitgebrachten Baum erhielt man in sein mitgebrachtes Gefäß ein Freigetränk. Etwa 70 nadelige Überbleibsel, so schätzt Feuerwehrvereinschef Robert Köllner, sammelten sich auf dem Festplatz am frühen Samstagabend an. „Das ist unserer gemütlicher Jahresauftakt im Dorf“, kommentiert er das heitere Beisammensein. Der Verkaufserlös von Wurst, Bier und Co. wandert von der Vereinskasse direkt an die Jugendfeuerwehr, die „einen kompletten Satz an T-Shirts kaufen will“, weiß Köllner. Denn die 14 Mitglieder wollen sich auch anständig zum Kreisjugendzeltlager im Juli präsentieren, deren Ausrichter in diesem Jahr die Krölpaer sein werden.

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