Vogelzug der Schnepfenvögel im Teichgebiet Dreba-Plothen im Gange

Dreba  Die faszinierenden Feuchtgebietsbewohner machen auf ihrer Reise Station im Teichgebiet Dreba-Plothen. Kampfläufer stärken sich mit Weichtier-Kost

Die Bekassine gehört zur Familie der Schnepfenvögel. Im weichen Teichboden suchen sie nach Weichtieren, um ihr Fettdepot für den Weiterflug zu ergänzen.

Die Bekassine gehört zur Familie der Schnepfenvögel. Im weichen Teichboden suchen sie nach Weichtieren, um ihr Fettdepot für den Weiterflug zu ergänzen.

Foto: Jürgen Auerswald

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Sie seien eine der interessantesten Vogelgruppen und durchaus nicht immer leicht für einen Binnenländer zu bestimmen. So beschreibt Jürgen ­Auerswald die Schnepfenvögel, die derzeit wieder im Teichgebiet Dreba-Plothen Station machten. Auerswald engagiert sich seit vielen Jahren in dem einzigartigen Naturraum für den Vogel- und Umweltschutz. „Unser Wissen zum Vorkommen dieser Vögel im gewässerarmen Thüringen hat noch viele Lücken“, erläutert er über die aus seiner Sicht faszinierenden Feuchtgebietsbewohner. So hätten nur die wenigsten „Vogelgucker“ das Glück, etwa den erst spät ziehenden, kleinen Zwergschnepfen einmal zu begegnen. Ab Oktober rasteten diese Nachtzieher gelegentlich auch im Teichgebiet bei Dreba. „Überwiegend werden Einzeltiere angetroffen, zwei bis drei gemeinsam ziehende Individuen sind sehr selten.“ Nach Literaturangaben aus fast 25 Jahren sei diese Art bis ins Jahr 1976 nur zweimal im größten Teichgebiet Thüringens gesehen worden.

Seither hat sich durch das Engagement Auerswalds viel getan. „Durch die Beringungsarbeit an Schnepfenvögeln konnte ich in 24 Jahren mehr Nachweise der Zwergschnepfe zur Zugzeit erbringen, als jemals an Beobachtungen bekannt wurden“, führt er aus. Aus diesem Grund habe er mit der systematischen Erfassung der Wasser- und Sumpfvögel begonnen.

„Die vorliegenden Datenreihen geben akribisch Auskunft zum Vorkommen der über 30 Arten, die bisher in unserem Teichgebiet nachgewiesen wurden.“

Vogelschutzgebiet ist ein öffentliches Bekenntnis

Weit über 3000 Limikolen (auch „Watvögel“) seien bisher mit Ringen der Vogelwarte Hiddensee in einem einzigartigen Markierungsprojekt in Thüringen gekennzeichnet worden.

Bemerkenswert seien in diesem Jahr vor allem die rastenden Kampfläufer. Diese flögen bis zu 12.000 Kilometer weit und ließen sich zwischenzeitlich nur dort nieder, wo sie auch genügend Nahrung in Form von Weichtieren finden.

„Diese Weichtiere finden sie in flach überstauten Wasserflächen, die ehrenamtliche Naturfreunde seit einigen Jahren regelmäßig vor den Zugzeiten durch entsprechende Wasserregulierungen auf Naturschutzflächen herrichten.“ Der Freistaat Thüringen habe diese bewusst vor Jahren erworben, um den internationalen Verpflichtungen zum länderübergreifenden Schutz gefährdeter Wasservögel gerecht zu werden. Der Schutzstatus des Teichgebietes im Saale-Orla-Kreis als „Europäisches Vogelschutzgebiet“ sei dafür ein öffentliches Bekenntnis, unterstreicht Jürgen Auerswald.

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