Vom Baum zum Brett in Neustadt

Neustadt.  Die Wald-AG der Awo-Schloss-Schule zu Besuch im Sägewerk

Bei der Erkundungstour durch das Sägewerk erfuhren die Grundschüler allerhand Wissenswertes zur Holzverarbeitung. 

Bei der Erkundungstour durch das Sägewerk erfuhren die Grundschüler allerhand Wissenswertes zur Holzverarbeitung. 

Foto: Theresa Wahl

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Was passiert eigentlich mit dem Holz, das aus dem Wald geholt wird? Dieser Frage gingen am Dienstagnachmittag die Kinder der Wald-AG der Awo-Schloss-Schule in Neustadt auf den Grund. Die Zweit- bis Viertklässler besuchten die ortsansässige Semmler Holzverarbeitung GmbH und bekamen dabei einen interessanten Einblick in die Arbeit des Betriebes.

Organisiert hatten den Ausflug, der unter dem Motto „Vom Baum zum Brett“ stand, Christina Weise, Waldpädagogin bei Thüringen Forst und Leiterin der AG, sowie Pier Pernutz, Leiter des Fachbereiches Hoheit/Wald/Umwelt bei Thüringen Forst. „Wir haben uns im Rahmen der AG mit dem Thema Waldwirtschaft von der Pflanzung bis hin zu Nutzung des Waldes beschäftigt. Eine Nutzungsmöglich des Holzes ist dabei die Verarbeitung in einem Sägewerk. Wir freuen uns, die Möglichkeit zu haben, uns dies direkt bei dem ortsansässigen Sägewerksbetrieb anzuschauen“, so Christina Weise.

Die einzelnen Verarbeitungsschritte erkundet

Gemeinsam mit Chef André Semmler ging es auf Erkundungstour durch das Sägewerk, bei dem die Kinder im Alter von acht bis zehn Jahren allerhand Wissenswertes zu den einzelnen Verarbeitungsschritten erfuhren. „Wir bekommen täglich drei bis vier Lastzüge Holz rein. Etwa 120 Festmeter werden pro Tag verarbeitet“, erklärte André Semmler den jungen Besuchern, während sie mit Begeisterung den Antransport und das Abladen des Rohstoffes beobachteten. Einen Blick durften die Grundschüler auch in die Rundholzvermessungsanlage werfen, in der das Holz auf Länge gesägt und sortiert wird.

Große Augen gab es dann aber vor allem bei den Maschinen, mit denen das Holz zugeschnitten wird. Neben einer kleineren, mit der dünneres Holz verarbeitet werden kann, ging es auch zur großen Bandsäge. „Mit der kann Holz mit bis zu einem Meter Durchmesser gesägt werden“, erklärte André Semmler. Halt wurde auch an der Trockenkammer gemacht, in der das Holz abwechselnd erhitzt und wieder abgekühlt wird, um so die Feuchtigkeit zu entziehen. „Durch den Wechsel bleibt die Struktur erhalten. Wenn man nur Wärme zuführen würde, würde das Holz reißen“, erläuterte André Semmler.

Nach rund einer Stunde mit vielen weiteren spannenden Informationen war der Rundgang auch schon vorbei. Als Christina Weise am Ende fragte: „Wie war’s denn?“, zeigten sich die Kinder begeistert. „Es war schön“, „voll interessant“, „Es hat Spaß gemacht“, war von ihnen zu hören.

Für die Natur und den Wald sensibilisieren

Seit einem halben Jahr leitet Christina Weise die AG in der Schloss-Schule, in der sie auf spielerische Art und durch Unterricht am anderen Lernort Wissen zur Natur und Wald vermittelt. „Die Kinder sollen durch selbst tun Erfahrungen sammeln. Wir erkunden mit allen Sinnen“, berichtete die zertifizierte Waldpädagogin. So werde unter anderem viel mit Holz und anderen Naturmaterialien gebastelt. Um den Kreislauf den der Rohstoff durchläuft zu verstehen, würden darüber hinaus verschiedene Projekte durchgeführt. Neben dem Besuch im Sägewerk sei etwa eine gemeinsame Pflanzaktion mit Thüringen Forst vorgesehen. Auch die Holzernte im Wald anzuschauen oder ein Besuch beim Möbeltischler seien in Zukunft vorstellbar.

„Wir stellen fest, dass in den letzten Jahrzehnten eine Entfremdung des Menschen vom Wald und seiner Nutzung stattgefunden hat. Dadurch entstehen Konflikte“, sagte Pier Pernutz. Ziel sei deshalb durch Kooperationen wie jene mit der Schloss-Schule, die Kindern so früh wie möglich mitzunehmen und für die Natur und den Wald zu sensibilisieren. „Das Motto ist: Was ich kenne, kann ich lieben und nur was ich liebe, kann ich schützen“, erklärte Pier Pernutz. Dieses Engagement wolle Thüringen Forst in den kommenden Jahren weiter ausbauen.

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