Weiraer Metallbaufirma feiert 30-Jähriges

Weira.  Die Oberland Metallbau und Bauschlosserei GmbH mit Sitz in Weira feiert in diesem Jahr ihr 30-jähriges Bestehen.

Steffen (links) und Alexander Franz vor einer neuen Maschine, mit der Bauelemente für Fenster und Türen zugeschnitten werden können. Diese ist seit Juni dieses Jahres in Betrieb.  

Steffen (links) und Alexander Franz vor einer neuen Maschine, mit der Bauelemente für Fenster und Türen zugeschnitten werden können. Diese ist seit Juni dieses Jahres in Betrieb.  

Foto: Theresa Wahl

„Wir haben als Handwerksbetrieb angefangen, jetzt sind wir eine Firma, die mit modernen Technologien arbeitet und komplexe Gebäudelösungen anbieten kann“, fasst Steffen Franz, Geschäftsführer der Oberland Metallbau und Bauschlosserei GmbH, die Firmengeschichte zusammen. Seit mittlerweile 30 Jahren ist das Familienunternehmen, das unter anderem Metall-Glas-Fassaden vorrangig für Unternehmen und öffentliche Einrichtungen errichtet sowie Fotobleche herstellt, am Standort im Gewerbegebiet in Weira ansässig.

Was Anfang der 1990er-Jahre mit einer kleinen Bauschlosserei mit damals fünf Mitarbeitern begann, hat sich mittlerweile zu einem mittelständischen Betrieb mit derzeit 39 Beschäftigten, darunter drei Auszubildende, entwickelt. Viele Projekte konnten seither umgesetzt werden. Verantwortlich war man etwa für eine Aluminium-Pfosten-Riegel-Fassade sowie hinterlüfteten Metallfassaden für eine Produktions- und Entwicklungshalle der Jena-Optronik GmbH, für die Fassade des Dachcafés im Humbold-Forum in Berlin. Kurz vor dem Abschluss stehen außerdem die Arbeiten an der Glasfassade der Christlichen Gemeinschaftsschule in Gera.

Zur Bauschlosserei kam Metallbau

Steffen Franz war zu DDR-Zeiten Leiter der Abteilung Instandhaltung in der damaligen Schweinezucht und -mast Neustadt an der Orla. Nach der Wende wurde die Anlage geschlossen. Wie für so viele damals bedeutete der Umbruch auch für Steffen Franz, der studierter Landmaschinenbauer ist, sich neu zu orientieren. Schließlich entstand die Idee, eine kleine Halle, in der zuvor der Rationalisierungsmittelbau der Schweinemast und -zucht untergebracht war, zu übernehmen und dort eine Bauschlosserei zu betreiben, mit der man Instandhaltungsleistungen anbot. „Das hatte sich aber schnell überholt“, sagt der 64-Jährige.

Ein weiteres Standbein musste her. Er sei damals viel unterwegs gewesen, etwa im Raum Würzburg und Nürnberg, habe zu Handwerkskammern und Firmen Kontakt aufgenommen. Während eines Gespräches in einem Betrieb habe er den Tipp bekommen, dass Aluminiumfenster und -türen sowie Fassadenbau gefragt seien. „Ich habe dann beschlossen, in diese Richtung zu gehen“, so der Geschäftsführer. Es folgte die Gründung der Oberland Metallbau und Bauschlosserei GmbH, in der am 20. August 1990 die Arbeit aufgenommen wurde.

Um das Geschäft zum Laufen zu bringen und sich die Türen bei den Firmen im Westen zu öffnen, griff Steffen Franz in die Trickkiste. „Um deren Interesse zu wecken, war mein genialer Anfangssatz immer: ,Wir möchten Ihre Produkte im Osten verkaufen und auch selbst produzieren.’ Durch das Wörtchen verkaufen, sind sie erst mal hellhörig geworden. So sind Kontakte entstanden und wir haben letztlich Firmen gefunden, die mit uns zusammengearbeitet haben.“

Dieser Geschäftssinn sollte schnell die ersten Früchte tragen, bereits ein Jahr nach der Firmengründung hatte sich die Zahl der Mitarbeiter verdoppelt.

Nachdem zunächst vor allem Aufträge aus dem ehemaligen Westen kamen, waren die Arbeiten der Oberland Metallbau und Bauschlosserei GmbH auch immer mehr in der Region gefragt. Zu Steffen Franz’ Firmenphilosophie zählte zudem, das Portfolio stetig zu erweitern.

„Das war immer unsere große Stärke, dass wir viel abdecken konnten. Je komplexer der Auftrag war, umso besser war das für uns. Wir haben immer Vorhaben umgesetzt, für die es keine Kataloglösung gab“, so der Geschäftsführer. Mit der guten Auftragslage und der stetig wachsenden Mitarbeiterzahl blieb schließlich eine Erweiterung der Firma nicht aus. Im Jahr 1995 kaufte Steffen Franz ein weiteres Gebäude der ehemaligen Schweinemast und- zucht. „Das war ein beräumter Stall, woraus wir dann eine Produktionshalle gemacht haben“, berichtet der 64-Jährige. Fortan produzierte man auf einer Fläche von 1872 Quadratmetern.

Papierlose Werkstatt wird eingeführt

Doch nach den vom Aufschwung begleiteten Anfangsjahren wurden Ende der 90er-Jahre die Zeiten schwerer. „Der Wettbewerb und der Preisdruck waren größer. Da kamen erst mal ein paar harte Jahre“, erinnert sich Steffen Franz. Anfang der 2000er-Jahre wendete sich das Blatt jedoch wieder, sodass 2002 erneut in den Standort in Weira investiert werden konnte – und zwar in die Blechbearbeitung. Drei Jahre später, zum 15-jährigen Bestehen, folgte ein weiterer Schritt. Ein Profilbearbeitungszentrum wurde in Betrieb genommen. „Dadurch haben wir viel handwerkliche Arbeit weggenommen. Die Tätigkeiten haben sich somit größtenteils hin zu Produktion und Montage verschoben“, so Steffen Franz.

In den Jahren 2010 und 2011 vergrößerte sich das Unternehmen erneut – es kamen durch Umbau und Zukauf zwei weitere Fertigungshallen hinzu. 2016 folgte der Anbau eines Bürokomplexes und die Inbetriebnahme des Blechbearbeitungszentrums. „Wir haben zwischen 2015 und 2020 rund 1,5 Millionen Euro die Erweiterung der Firma und in Maschinen investiert“, so Steffen Franz.

Weitere Investitionen seien auch in Zukunft vorgesehen. Derzeit sei man dabei, die papierlose Werkstatt einzuführen. Das heißt, die Zeichenpläne kommen nicht mehr in gedruckter Form daher, sondern werden künftig über Bildschirme eingesehen. „Das hat nicht nur den Vorteil, Ressourcen zu sparen, sondern ermöglicht auch noch eine bessere Sicht darauf, in welcher Bearbeitungsphase die Teile gerade sind“, erklärt Steffen Franz.

Der Geschäftsführer will sich in den kommenden Jahren aus dem Unternehmen zurückziehen. „Die Weichen für die Übergabe sind gestellt“, sagt er mit Blick auf den Wechsel an der Spitze der Firma. Bereits seit Mitte der 2000er-Jahre sind seine beiden Söhne Andreas und Alexander als Geschäftsführer eingestiegen, seit 2016 ist außerdem auch Sohn Sebastian im Unternehmen tätig.

Das 30-jährige Bestehen soll dann am 5. September ab 10 Uhr mit einem Tag der offenen Tür gefeiert werden. Vorgesehen sind Führungen durch die Firma. Außerdem ist ein Familienfest geplant. Auf die kleinen Besucher warten unter anderem Hüpfburg, Torwand und Bastelstraße.